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Anschläge auf Linken-Büro: Verdächtige gefasst

Staatsschutz ermittelt jetzt – Motiv unklar Anschläge auf Linken-Büro: Verdächtige gefasst

Am Sonntag ist das Büro der Linken in Nauen erneut angegriffen worden. Zum vierten Mal binnen kurzer Zeit. Doch jetzt konnten zwei Verdächtige ermittelt werden. Sie sind am Montag vernommen worden. Bei der Polizei will man noch keine Aussage über ein Motiv machen, die Linken haben bereits eine Vermutung.

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Susanne Schwanke-Lück und Thomas Lück vor dem Gebäude. FOTO: Andreas Kaatz. .

Nauen. Nach dem mittlerweile vierten Anschlag seit Ende März auf das Parteibüro der Linken in der Nauen ermittelt jetzt auch der Staatsschutz. Die Beamten werden dabei unter anderen die beiden Tatverdächtigen vernehmen, die am Sonntagmorgen kurz nach der Tat festgenommen worden sind. Sie sollen gegen 5.50 Uhr die Fassade des Gebäudes in der Marktstraße mit Farbbeuteln beschmiert haben. Eine Zeugin beobachtete dies und rief die Polizei. Die Beamten nahmen kurz darauf die alkoholisierten 26- und 29-jährigen Männer fest, gegen die nun wegen Sachbeschädigung ermittelt wird. „Dabei wird auch untersucht, ob die Tat im Zusammenhang mit den anderen Taten steht“, sagt Sprecherin Jana Birnbaum von der Polizeidirektion West. Möglicherweise erkennt auch jene Zeugin, die beim ersten Farbanschlag einen Mann wegrennen sah, diesen in einem der jetzigen Tatverdächtigen wieder.

Polizei will sich noch nicht zu Motiv äußern

Zum Motiv kann die Polizei aus jetziger Sicht noch keine Aussagen treffen. Möglicherweise steckt ein politischer Grund dahinter, auch wenn die gefassten Männer bisher offenbar noch nicht mit rechtsextremen Taten in Erscheinung getreten sind, wie es heißt. Die Partei Die Linke jedenfalls ging schon bei den bisherigen Vorfällen davon aus, dass ihr Engagement für den Bau des geplanten Asylbewerberheimes am Waldemardamm der Anlass für die Anschläge ist.

„Ich bin froh, dass die Täter auf frischer Tat gefasst worden sind“, sagte am Montag Susanne Schwanke-Lück, Kreisvorsitzende der Linken im Havelland. Sie hoffe, dass nun ein wenig Ruhe einkehrt. Sicher sei sie sich aber auch nicht. Gegen 6.30 Uhr war sie am Sonntagmorgen über den Anschlag informiert worden und hatte sich umgehend in die Marktstraße begeben. „Wir haben schon am Sonntag viel Zuspruch und Solidarität von Leuten erhalten, die vorbei kamen oder uns angerufen haben“, sagt Susanne Schwanke-Lück. Sie ist froh, „dass die Zeugin am Sonntagmorgen Zivilcourage sowie Mut bewiesen und den Vorfall umgehend der Polizei gemeldet hat“.

Linke setzt sich für ein Asylbewerberheim ein

In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Fraktionen der Nauener Stadtverordnetenversammlung am Montag zur Errichtung des Asylbewerberheims in der Stadt bekannt. Darin heißt es unter anderem auch: „Wir verurteilen die Anschläge auf in der Stadt Nauen tätige Parteien und Vereine als Anschlag auf die Demokratie.“ Zudem begrüße man die Entstehung von Willkommensinitiativen und nehme die Befürchtungen und Sorgen in Teilen der Nauener Bevölkerung ernst. Durch Information sollen diese Befürchtungen abgebaut werden. „Wir setzen uns gegen die Kräfte zur Wehr, die unter dem Deckmantel der Sorgen und Befürchtungen Nauener Bürger mit ausländerfeindlichen und rassistischen Parolen ihr menschenverachtendes Weltbild verbreiten“, sind sich die Fraktionen einig, die nicht akzeptieren wollen, dass Leute, die Gesicht zeigen gegen diese Ideologie, anschließend mit Anfeindungen und Drohungen konfrontiert werden. So ist nicht nur die Geschäftsstelle der Linken permanent das Ziel von Anschlägen. Es wurden auch schon am Bus des Vereins Mikado die Reifen zerstochen.

Von Andreas Kaatz

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