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Rathenow: Schliepenlanke vor dem Anschluss

Arbeiten am Havel-Altarm Rathenow: Schliepenlanke vor dem Anschluss

Was lange währt, wird endlich gut: Die Arbeiten zum Anschluss der Rathenower Schliepenlanke haben nach einer mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsphase begonnen. Bagger bereiten den Durchstich vor, spätestens Ende Februar soll der Altarm an den Hautstrom der Havel angeschlossen sein.

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Projektbetreuerin Ulrike Wille am Ort des Geschehens. Links die Schliepenlanke, rechts die Havel. Der Damm dazwischen wird bis Ende des Monats geöffnet.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Seit ein paar Wochen ist in der Rathenower Schliepenlanke Bewegung. Der Altarm der Havel, der sich bislang dadurch auszeichnete, dass das Wasser in ihm stand, soll bis Ende Februar an den Hauptstrom der Havel angeschlossen sein. Dann verwandelt sich ein stehendes in ein fließendes Gewässer. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Gewässerökologie. Auch die Bootsclubs, die am Altarm ihre Anleger haben, sehnen diesen Zustand herbei. Die Zeiten, in denen sie bei Niedrigwasser im Schlamm stecken blieben, dürften nach dem Anschluss passé sein.

Bis dahin ist aber noch jede Menge Arbeit zu leisten. Im Grunde gibt es im Umfeld der Schliepenlanke derzeit drei Baustellen. Zum ersten wird die Lanke selbst von dem Schlick befreit, der sich in den vergangenen Jahrzehnten angesammelt und abgesetzt hat. Ein Schwimmbagger schaufelt die Sedimente auf eine Schute. Rund 1000 Kubikmeter Schlick-Wasser-Gemisch werde man aus dem Gewässer holen, sagt Ulrike Wille vom Institut für Fluss- und Auenökologie des Nabu, die das Bauvorhaben betreut. Der Aushub werde gleich nach der Entnahme untersucht. Wenn er – wie zu erwarten – frei von Belastungen sei, werde das Wasser zurück in die Havel geleitet und der Schlamm auf einer Deponie entsorgt.

Ein Schwimmbagger befreit die Lanke von dem Schlick, der sich über die Jahrzehnte abgesetzt hat

Ein Schwimmbagger befreit die Lanke von dem Schlick, der sich über die Jahrzehnte abgesetzt hat.

Quelle: Markus Kniebeler

Parallel zu dieser Entschlammung wird der Damm, der den Havel-Altarm vom Hauptstrom trennt, für den Durchstich vorbereitet. Anfang Januar wurden auf dem schmalen Verbindungsstück zwischen dem Festland und dem dahinter liegenden Areal, das nach dem Durchstich zur Insel wird, die Bäume und Sträucher beseitigt. Danach wurden Deck- und darunter liegende Schichten abgetragen. 30 Zentimeter Luft sind derzeit noch bis zur Wasserlinie. Im letzten Schritt wird dann ein Schwimmbagger den Damm öffnen. Rund 35 Meter breit soll am Ende die Öffnung sein, durch die das Havelwasser in den Altarm fließen wird. Nach dem Durchstich werden die Böschungskanten so befestigt, dass ihnen vom vorbeiströmenden Wasser nichts weggenommen werden kann.

Auf der künftigen Insel wird Auenwald angepflanzt

Das dritte der genannten Baufelder befindet sich auf der künftigen Insel. Auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Fläche wird ein Auenwald entstehen. In den Boden kommen Stieleichen, Ulmen, Hainbuchen, Eschen und diverse Sträucher. Durch die Anpflanzung von Auenwäldern soll die ökologische Vielfalt entlang der Unteren Havel erhöht werden.

Die Arbeiter liegen nach Auskunft der Projektbetreuerin im Plan. Zwar habe die Kälteperiode im Januar wegen der Eisbildung auf dem Altarm zu einer Zwangspause geführt. Dennoch werde man bis Ende Februar fertig, so Wille Dann wird Rathenow um eine Insel reicher sein. Und die Schliepenlanke sich von einem Tümpel in einen Nebenarm der Havel verwandelt haben.

Ausgleich für Eingriff

Da für den Anschluss der Schliepenlanke auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern Bäume gefällt und Sträucher beseitigt werden mussten, ist der Nabu wie jeder andere Bauherr zu Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet.

Das nach einem festgelegten Schlüssel errechnete Verhältnis beträgt 1 zu 4. Das heißt, das für die beanspruchte Fläche von 1000 Quadratmetern Ausgleich auf einer vier mal so großen Fläche geschaffen werden muss.

Der Auenwald, der auf der entstehenden Insel angelegt wird, erstreckt sich über ein 1000 Quadratmeter großes Areal. Außerdem wird es eine Anpflanzung auf einer 3000 Quadratmetern großen Ausgleichsfläche nahe der Göttliner Havel geben.

Die Kosten für den Anschluss der Schliepenlanke an die Havel liegen bei 600000 Euro. Die Hälfte kann über eine Spende des VW-Konzerns bestritten werden, für den Rest kommt der Nabu auf.

Von Markus Kniebeler

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