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Havelland Hippie-Festival: Todesursache noch unklar
Lokales Havelland Hippie-Festival: Todesursache noch unklar
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20:35 06.07.2015
Tanzen für Frieden und gegen Krieg, das ist das Motto des Antaris-Festivals in Stölln. Für viele geht das aber nicht ohne Rauschmittel. Quelle: Schmidt
Stölln

Bereits zum elften Mal fand in Stölln das Goa-Festival Antaris statt, doch es wurde von einem Todesfall überschattet. Besucher des Festivals auf dem Gollenberg bei Stölln fanden den Toten am Freitag in seinem Zelt. Der Notarzt konnte am Freitag nur noch den Tod des Mannes feststellen. „Zur Ursache liegen der Polizei noch keine Ergebnisse vor, ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Hinweise auf die Einwirkung Dritter liegen nicht vor“, so Polizeisprecherin Jana Birnbaum.

Wahrscheinlich ist, dass die Todesursache auf Rauschmittel zurückzuführen ist. Ein großer Teil der Festivalbesucher konsumiere Drogen, so Notfallsanitäter Rayk Sommer. Nicht wenige landen am Ende eines Trips im Rettungszelt, in Ausnahmefällen auch im Krankenhaus. Im letzten Jahr zählten die Rettungskräfte 2000 Einsätze, 21 Personen mussten in eine Klinik gebracht werden.

Drogenkonsum ist keine Besonderheit

Obwohl der Veranstalter in einem Begleitheft jedes Jahr darauf hinweist, dass der Besitz und Konsum von Drogen illegal ist und nicht toleriert wird, scheint der Rausch für viele Antaris-Besucher dazu zu gehören. Sommer, der schon auf dem ersten Antaris-Festival in Stölln 2005 dabei war, weiß, das ist auf so genannten Goas nicht unüblich.

Es ist ein riesiges Tanz-Spektakel am Fuße des Stöllner Gollenbergs: Das Antaris-Festival. Barfüßige Antaris-Jünger sind gekommen, um sich für vier Tage unweit des Buga-Parks häuslich einzurichten und ausgelassen zu feiern. Was bleibt ist in diesem Jahr allerdings der traurige Tod eines Festivalbesuchers.

Auf dem Platz, den der Veranstalter gepachtet hat, gilt das Hausrecht, macht Rhinows Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel deutlich. Er hatte die Veranstaltung genehmigt und ist ebenfalls von Anfang an dabei. Für die Sicherheit auf dem Platz ist demnach der Veranstalter zuständig. Er stellt Sicherheitskräfte, die auf dem Gelände präsent sind. „Wenn sie eine Straftat feststellen, übergeben sie das der Polizei“, so Mirschel. Polizeibeamte sieht man dagegen äußerst selten. Vereinzelt werden Kontrollen an den Zufahrtsstraßen durchgeführt.

Drei Todesfälle

  • 2002 wurde während des Shiva Moon Festivals, das ebenfalls auf der Stöllner Wiese am Fuß des Gollenbergs stattfand, eine Babyleiche in einer Toilette gefunden.
  • 2005 endete das Antaris-Festival für einen 46-jährigen Mann tödlich. Er war am ersten Abend leblos neben seinem Zelt aufgefunden worden.
  • Der Tote vom Wochenende ist das dritte Opfer eines Tanzspektakels in Stölln.

Während am vergangenen Wochenende tagsüber die Hitze dafür sorgte, dass zum Teil 30 bis 40 Festivalbesucher auf einmal behandelt werden mussten, sind die meisten Fälle in den Nachtstunden auf Drogenkonsum zurückzuführen. Bewusstlos und mit Krampfanfällen, so endet jedes Jahr für viele die Reise vorläufig im Rettungszelt. „Manche erzählen bereitwillig, was sie konsumiert haben, das macht es für uns leichter zu helfen“, so Sommer. Insgesamt sei der Drogenkonsum über die Jahre stabil geblieben.

Rettungskräfte sind an Grenzen gestoßen

Über den Einsatz der Rettungskräfte informiert sich auch Veranstalter Uwe Siebert regelmäßig während des Festivals. Mit dem Konzept „Weiße Engel“ will er zudem Notfällen vorbeugen. „Auf dem Platz sind Helfer unterwegs, die uns mitteilen, wenn es einer Person nicht gut geht. Das hat sich bewährt“, erklärt Sommer.

Für ihn und alle anderen Helfer war es der bisher aufwendigste Antaris-Einsatz. „Wir sind an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Michael Mirschel. Kameraden aus Rathenow, Friesack und Falkensee kamen zur Unterstützung nach Stölln. Und auch die Rettungskräfte stockten das Personal auf. „Wir müssen das Sicherheitskonzept nun überarbeiten“, so Mirschel. Trotz des hohen Drogenkonsums, Gewalt ist kein Thema auf der Antaris. Und aus polizeilicher Sicht verlief die Veranstaltung friedlich, so Birnbaum.

Von Christin Schmidt

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