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Anwohner fordert Ausbau unbefestigter Wege

Rathenow Anwohner fordert Ausbau unbefestigter Wege

Dass der Weg zu seinem Grundstück mit Schlaglöchern „gepflastert“ ist, will Klaus Ullrich aus Rathenow nicht länger hinnehmen. Er fordert von der Stadt ein Konzept zum Ausbau unbefestigter Wege und Straßen und stößt damit in der Verwaltung auf Zustimmung.

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Klaus Ullrich hat das Gefühl, dass er in einem von der Stadt vergessenen Stadtteil lebt. Er fordert von ein Konzept für die Sanierung der unbefestigten Straßen.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Wer von der Semliner Straße in den Bussardweg einfährt, muss die Geschwindigkeit drosseln. Nicht nur, weil dort ein Verkehrsschild maximal 30 km/h erlaubt. „Wenn Sie keinen Achsbruch riskieren wollen, dürfen Sie hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren“, sagt Klaus Ullrich. Er lebt seit 1995 in dem Wohngebiet in Rathenow Nord und ärgert sich seit Jahren über Schlaglöcher, Pfützen und den Staub, der vor allem im Sommer aufgewirbelt wird.

Dass die Stadt jedes Jahr Geld ausgibt, um die Wege mit einem Hobel zu glätten, statt in eine nachhaltige Lösung zu investieren, kann er nicht verstehen. „Es muss ja keine umfangreiche Sanierung mit Bordsteinkanten und Entwässerung sein. Eine preiswerte Lösung wie sie im Ossietzky- und im Lilienthalweg umgesetzt wurde, genügt“, betont der Mann.

In der Verwaltung kennt man das Problem. Nicht zum ersten Mal müssen sich Stadtsprecher Jörg Zietemann und Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus mit solchen Anwohnerbeschwerden auseinandersetzen. Einig sind sich alle, dass ein grundhafter Ausbau, die beste und auf lange Sicht auch die preiswerteste Lösung ist. „Auf Grund der Haushaltssituation sind solche Investitionen aber derzeit nicht möglich“, sagt Jörg Zietemann. Verwaltung und Abgeordnete hatten sich geeinigt, dass der Bildungsbereich in den kommenden Jahren Priorität hat, erinnert der Stadtsprecher.

Konzept würde langfristig Planungssicherheit bringen

Für Klaus Ullrich klingt das nach einer Ausrede. Er hat das Gefühl, in einem vergessenen Stadtteil zu leben. „Wenn ich ein Wohngebiet erschließe, muss ich normalerweise zu erst eine Straße anlegen. Das ist hier noch immer nicht geschehen“, so Ullrich. Ihm ist klar, dass man diesen Zustand nicht von heute auf morgen ändern kann.

Unverständlich aber ist für ihn, dass die Stadt offenbar gar kein Konzept für den Ausbau der unbefestigten Straßen hat und scheinbar auch nicht über alternative, einfachere Lösungen nachdenkt. Ein Vorwurf, den Jörg Zietemann in Teilen nachvollziehen kann. Auch er spricht sich für ein Konzept zum Ausbau unbefestigter Straßen und Wege aus. „Dieses kann und sollte in gemeinsamer Abstimmung zwischen der Verwaltung und den Stadtverordneten auf den Weg gebracht werden“, so Zietemann.

Dann würde langfristig Planungssicherheit bestehen und es könnte kontinuierlich an der Verbesserung der Straßen und Wege gearbeitet werden. Es würde aber auch bedeuten, dass die Prioritäten bei den Investitionen sich in Richtung Straßenbau verschieben und Mittel an anderer Stelle eventuell fehlen, gibt der Stadtsprecher zu bedenken. Nicht zuletzt müssen die Anlieger die entsprechenden Beiträge zahlen. „Dazu bin ich auch bereit. Es kann aber nicht sein, dass die Stadt nichts unternimmt, weil einzelne Anwohner nicht zahlen wollen“, meint Klaus Ullrich.

Wird die Stadt nicht tätig, haben die Anwohner noch die Wahl, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So wie es vor zehn Jahren die Anwohner des Elchsteigs taten. Um den Investitionsstopp der Kommune zu umgehen, schlossen sie sich zu einer GbR zusammen, ließen die Straße in Eigenverantwortung herrichten und übergaben sie der Stadt.

Auf lange Sicht ist die Sanierung am günstigsten

Am Beispiel von vier Straßen berechnete die Verwaltung 2009 jeweils die Kosten für die Profilierung, für eine Tränkdecke und eine grundhafte Sanierung.

Demnach kostet das oberflächliche Glätten der Röntgenstraße beispielsweise über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 130 000 Euro.

Der provisorische Überzug mit einer Tränkdecke würde mit rund 45 000 Euro zu Buche schlagen.

Der Straßenausbau mit Asphalt auf einer Breite von 4,75 Metern kostet rund 99 000 Euro.

Rechnet man die Anliegerbeiträge mit ein, ist der grundhafte Ausbau mit knapp 43 000 Euro die günstigste Variante.

Von Christin Schmidt

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