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Anwohner klagen – Genossenschaft schweigt

Premnitz Anwohner klagen – Genossenschaft schweigt

Anwohner der Karl-Marx-Straße in Premnitz im Havelland beklagen sich über den schlechten Zustand der Wege rund um ihren Wohnblock. Mehrfach haben sie den Vermieter darauf aufmerksam gemacht. Sie bemängeln, dass hier seit Jahrzehnten nichts gemacht wurde. Die verantwortliche Wohnungsgenossenschaft schweigt.

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Gerhard Paul auf dem holprigen Weg, der zu seiner Wohnung führt.

Quelle: Christin Schmidt

Premnitz. Seit fast 40 Jahren wohnt Gerhard Paul in der Karl-Marx-Straße in einem Block der Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz. Mindestens 40 Jahre haben auch der Gehweg und die Zufahrt der Wohnanlage auf dem Buckel. „Seit ich hier mit meiner Frau eingezogen bin, ist nichts passiert. Dabei muss man doch auch irgendwann mal etwas Instand setzen“, sagt Gerhard Paul.

Seit Jahren bittet er seinen Vermieter, die WBG Premnitz, die Zufahrt zum Haus und den Gehweg auszubessern, vergebens. „Es heißt immer nur, sie hätten kein Geld für solche Maßnahmen“, berichtet der 88-Jährige. Auf seine Frage, was passieren würde, wenn er sich die Knochen bricht, habe man ihm erklärt, das Unternehmen sei für solche Fälle versichert. Ihm und anderen Bewohnern geht langsam die Geduld aus. „Ich bin geh- und sehbehindert und traue mich kaum noch aus dem Haus, weil der Weg für mich eine Gefahr ist“, so Paul. Besonders schlimm ist es bei Regenwetter.

Dann steht das Wasser und Pfützen verdecken die zahlreichen Stolperfallen. Trockenen Fußes komme er dann sowieso nicht mehr aus dem Haus. Der Sandweg, der von der asphaltierten Straße vor dem Block zu den Hauseingängen führt, ist eine einzige Buckelpiste. „Früher hatten nur zwei oder drei Bewohner ein Auto, jetzt fährt fast jeder eins. Zudem fahren auch die Postboten und andere Dienstleister hier lang“, erklärt der 88-Jährige den augenscheinlich schlechten Zustand des Wirtschaftsweges. Die in die Jahre gekommene, marode Fassade spricht er dabei nicht einmal an.

Die WBG ignoriert das Problem weiterhin

Gerhard Paul ist keineswegs der einzige, der die Wohnungsbaugenossenschaft zum Handeln auffordert. Eine Nachbarin, die sich bemüht den Grünstreifen vor dem Haus mit Pflanzen zu verschönern, bestätigt, dass der Zustand eigentlich unhaltbar ist. Ab und zu hätten die Bewohner versucht, den Weg selbst auszubessern, das bringe aber nicht viel. Hier muss dringend eine grundlegende Sanierung erfolgen, so die Frau. Nur leider interessiere das die WBG Premnitz nicht. Weil sie die patzigen Antworten des Vermieters nicht mehr hören kann, spricht sie das Thema nicht mehr an.

Der 88-Jährige Gerhard Paul will sich damit nicht abfinden. Nachdem er sich Ende Oktober an das MAZ-Lesertelefon wandte, startet er nun den zweiten Versuch. „Ich bin auf den Rollator angewiesen und damit auch auf vernünftige Wege, um sicher aus dem Haus zu kommen“, betont der Mann. Die WBG Premnitz aber schweigt. Weder auf schriftliche und telefonische Nachfrage im Oktober, noch auf die erneute Anfrage dieser Zeitung antwortete die Wohnungsbaugenossenschaft.

Von Christin Schmidt

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