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Anwohner sauer über verwucherten Friedhof

Elstal Anwohner sauer über verwucherten Friedhof

Der allgemeine Zustand des Friedhofes in Elstal (Havelland) ärgert viele Einheimische. Vor allem die Wege müsste dringend befestigt werden, weil Gehbehinderte dort kaum laufen können. Außerdem beklagen sie, dass es viel zu wenige Sitzgelegenheiten für die älteren Leute gäbe.

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Die Hecke an der Innenseite des Friedhofes wuchert vor sich hin.

Quelle: Jens Wegener

Elstal. Schon die beiden Straßen, die zum Elstaler Friedhof führen, sprechen Bände: Die Friedhof- und die Gartenstraße sind mit Löchern übersät. Mehr als Schrittgeschwindigkeit ist nicht möglich, ohne sich das Auto zu zerstören. Wer die Buckelpiste geschafft hat und das Eingangstor zum Friedhof öffnet, ist zunächst positiv überrascht. Ein neu gestalteter und gepflasterter Weg führt direkt zur Kapelle. Links und rechts hat die Gemeinde einige junge Bäume gepflanzt. Der Putz und der Turm der Kapelle sind erneuert worden, ebenso wie die Fläche, wo die Abfallbehälter stehen. „Schön sind auch die Wasserentnahmestellen“, sagt die Elstalerin Roswitha Schieritz.

Aber damit haben sich die Komplimente an die Gemeinde Wustermark auch erledigt. Gemeinsam mit Bärbel Voigt und Jutta Dierich hat sie eine Mängelliste für den Friedhof geschrieben. „Wir hoffen, dass sich bald etwas zum Positiven verändert“, sagt Bärbel Voigt und zählt das Wichtigste auf: „Die Seitenwege sind praktisch gar nicht mehr vorhanden. Wer gehbehindert ist oder im Rollstuhl sitzt, kommt in dem Sandboden gar nicht vorwärts. Dazu ist die Landschaft uneben, Wurzeln gucken aus der Erde, was eine große Stolpergefahr bedeutet.“

Gefährlich und trostlos

Vor wenigen Wochen erst war die Elstalerin Edeltraut Grünes auf dem Weg zur Grabstelle gefallen, weil sie in eine Kuhle getreten war, erzählt ihr Sohn. Besonders wenn die Sonne tief steht, seien die Dellen ganz schlecht zu sehen. Jutta Dierich ist noch nicht gestürzt, ärgert sich aber über den Pflegezustand der Hecken. „Auf der Innenseite ist die große Hecke ewig nicht beschnitten worden. Manche kommen kaum noch hinter die Grabstelle, weil dort alles zugewachsen ist.“ Ebenso trostlos seien die vertrockneten Einfassungen der anonymen Bestattungsbereiche und das Umfeld des Kriegerdenkmals.

„Zwar hat die Gemeinde Wustermark angekündigt, noch in diesem Jahr die Innenausstattung der Kapelle erneuern zu wollen, aber die Stichwege sollen erst 2017/18 an der Reihe sein“, sagt Gemeindevertreter Tobias Bank (Linke). Er plädiert dafür, statt der geplanten vier sogar sechs Stichwege zu befestigen, damit alle Leute gefahrlos zu den Gräbern der Angehörigen kommen. „Bereits vor zwei Jahren hat unsere Fraktion mit einer Mängelauflistung und umfangreichen Fotografien auf den schlechten Zustand des Friedhofes Elstal aufmerksam gemacht. Es kam zu einigen Verbesserungen, jedoch reichen diese Maßnahmen unserer Meinung nach nicht aus“, so Tobias Bank.

Immer noch gibt es zu wenig Bänke auf dem Friedhof, so Roswitha Schieritz. Zudem verstehe sie nicht, warum an mehreren Stellen Grünschnitt und Gras über Wochen rumliegen. „Sicher ist in den letzten Jahren viel investiert worden. Aber wir können doch nicht bis 2018 warten, dass unser Friedhof ansehnlicher wird.“

Jetzt wird investiert

Müssen die Elstaler auch nicht, denn die Gemeindeverwaltung hat in den verbleibenden Monaten bis zum Jahresende noch einiges vor, wie Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) versichert: „Wir werden auf alle Fälle noch Novellierungen vornehmen, Mutterboden auftragen, um Unebenheiten zu beseitigen. Aber das erfolgt jetzt nicht auf den gesamten Friedhof.“

Auch die angesprochene Haupthecke werde innen geschnitten. Befestigt werden soll in nächsten Jahr einer der Seitenwege (der zum Kriegerdenkmal), die anderen würden nicht vor 2018 an der Reihe sein, so Schreiber. Bei einer Begehung in diesem Monat sollen weitere Schritte besprochen werden. Vom Tisch sei der Gedanke, die Bänke in der Kapelle auszutauschen und stattdessen Stühle aufzustellen. „Wir werden die Bänke überarbeiten und die Kapelle innen streichen“, sagt der Bürgermeister . Gemauerte Bänke, wie es bereits zwei vor der Kapelle gibt, sollen nach und nach auf dem Friedhof aufgestellt werden.

Von Jens Wegener

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