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Havelland Anwohner will nicht der Sündenbock sein
Lokales Havelland Anwohner will nicht der Sündenbock sein
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10:21 15.08.2014
Die Lautstärke wird zum Problem fürs Fischerfest. Die Fischversteigerung gehört noch zum ruhigeren Teil. Quelle: Archiv
Ketzin

Heinz Pertsch sieht dem Ketziner Fischerfest, das am Freitag beginnt, mit gemischten Gefühlen entgegen. Er mag das Fest eigentlich. Er trifft dort Schulkameraden, die er lange nicht gesehen hat und die extra des Festes wegen nach Ketzin kommen. Nachmittags hat Heinz Pertsch auf der Festwiese durchaus Spaß. Abends aber, wenn auf der Bühne das Programm beginnt, dann kippt bei ihm die Stimmung. Heinz Pertschs Haus liegt direkt an der Festwiese. Die Bühne steht nur wenige Meter von seinem Wohnzimmer entfernt. „Bei jedem Basswummern biegen sich die Scheiben einen Zentimeter nach innen. Die Schränke machen Geräusche. Es ist nicht auszuhalten. Ich habe Angst um mein Haus“, sagt er.

Deshalb ist Pertsch seit Jahren regelmäßig beim Bürgermeister vorstellig gewesen, auch beim Festveranstalter René Dost. Über die Ergebnisse dieser Gespräche gibt es unterschiedliche Ansichten.

Ketzins Bürgermeister Bernd Lück sagt, man sei stets auf die Wünsche von Pertsch und dessen Nachbarn eingegangen, habe die Bühne mehrfach gedreht, so dass die Boxen nicht mehr aufs Haus abstrahlen, und zuletzt auch Lärmauflagen erteilt. Pertsch dagegen sagt, seine Belange seien nie ernst genommen worden. Stattdessen werde er jetzt zum Sündenbock gestempelt, dass Veranstalter Dost hingeworfen hat.

Dost, der das Fest seit zehn Jahren organisiert und zu einer Großveranstaltung gemacht hat, hatte in der vorigen Woche tatsächlich überraschend die Kündigung seines Vertrages öffentlich gemacht. Als Begründung hatte er unter anderem den Ärger mit den Anwohnern genannt. Bürgermeister Bernd Lück sagte später erregt, die betreffenden Anwohner sollten sich schämen.

Heinz Pertsch wurde nicht namentlich genannt. Weil Ketzin aber eine kleine Stadt ist und jeder weiß, wer an der Festwiese wohnt, bekommt er seither trotzdem Anfeindungen. „Ich bin aber nicht der Buhmann. Ich habe nichts dagegen, dass das Fest weiter stattfindet. Aber ohne diese extremen Bässe“, sagt er.

Pertsch verweist auf die Mieter in den umliegenden Wohnungen, die alle am Fest-Wochenende die Stadt verlassen. Er könne das nicht. Zum einen, weil er gerne zum Fest gehen will. Zum anderen aber auch, weil er Angst hat, dass enthemmte Besucher reihenweise in seinen Vorgarten urinieren.

Ketzins Bürgermeister Bernd Lück ist derweil immer noch sauer auf Pertsch. Er sagt, man sei ihm stets entgegengekommen. Und die Anwohner müssten sich eher noch auf mehr Feierei einstellen. „Wir haben den Festplatz mit Fördermitteln gebaut, wir haben eine Genehmigung für zehn Tage Betrieb im Jahr bis nachts um zwei. Das werden wir künftig noch stärker nutzen“, sagt er. Das Fischerfest werde auch „tausendprozentig nicht das letzte“ sein. Im Hauptausschuss, der in der vorigen Woche tagte, gab es schon ein klares Bekenntnis zur Weiterführung des Festes. Bernd Lück geht inzwischen davon aus, dass die Stadtverordneten ihm einstimmig den Auftrag geben werden, einen neuen Veranstalter auszuschreiben.

Von Oliver Fischer

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