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Havelland Archäologen suchen nach Spuren der Bronzezeit
Lokales Havelland Archäologen suchen nach Spuren der Bronzezeit
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19:35 13.11.2017
Akribisch untersuchen die Archäologen das Areal, auf dem zur Bronzezeit bestattet wurde. Quelle: Andreas Kaatz
Brieselang

Noch ist von der neuen Kindertagesstätte am Brieselanger Forstweg nichts zu sehen, doch an Themen für Projekttage dürfte es den Kindern künftig nicht mangeln. Denn die Einrichtung entsteht ab nächstem Jahr auf geschichtsträchtigem Grund. Dort befindet sich der Randbereich eines bronzezeitlichen Gräberfeldes.

Derzeit tragen Mitarbeiter der Archäologie Manufaktur GmbH aus Wustermark mit Schaufeln vorsichtig den Boden ab – Schicht für Schicht. Immer in der Hoffnung, etwas Wertvolles zu finden. Doch von einer Entdeckung wie der neolithischen Knaufhammeraxt, die im Frühjahr bei Probegrabungen auf der Fläche gefunden wurden, sind sie derzeit weit entfernt. Aber irgendetwas findet sich immer aus der Zeit um 1000 vor Christus.

Zum Vorschein gekommen sind zwei alte Gräber, darauf weisen Leichenbrandspuren hin. „Die Leichenverbrennung war zur damaligen Zeit typisch“, sagt Archäologin Ines Beilke-Voigt. Manchmal haben die Altvorderen die Asche auf einer Fläche verteilt, manchmal auf einer Stelle konzentriert. Oben drauf wurden Steine verteilt.

Das war auch in Brieselang so. Allerdings sind die Gräber dort in keinem guten Zustand mehr. Die Steinanhäufungen sind nur noch teilweise vorhanden. Das hat vor allem damit zu tun, dass es auf der Fläche zahlreiche Störungen gibt, wie der Fachmann sagt. Dazu gehören beispielsweise Abfallgruben aus dem 19./20. Jahrhundert.

Im Normalfall kann man zudem aus den Ascherückständen bestimmen, ob es sich dabei um einen Mann, eine Frau oder ein Kind handelt. In diesem Fall sei das aber laut der Archäologin nicht mehr möglich. Zu schlecht ist der Zustand der Überreste, und das liege vor allem am Boden. „Der Sand entzieht den Knochen den Kalk“, sagt die Archäologin.

Ansonsten sind die Funde überschaubar. Ines Beilke-Voigt zeigt ein kleines, bearbeitetes Stück Feuerstein, das von einem Werkzeug stammen könnte. „Wir haben aber auch schon eine Klinge aus Feuerstein gefunden sowie einen Henkel von einer Tasse oder einem Topf.“ Funde von Scherben sind für die Archäologen immer hilfreich. „Sie zeigen uns an, in welcher Zeit wir uns bewegen“, sagt die Expertin, die sich vor allem dann freut, wenn Scherben vom Rand eines Gefäßes auftauchen. Damit ließen sich Gefäße von ihren Abmaßen her rekonstruieren. Auf jeden Fall gehörten die bisherigen Funde auf der Fläche der künftigen Kita zu den Grabbeigaben.

Noch einige Tage werden die Archäologen auf dem Areal am Alten Rathaus zu tun haben, sie nehmen sich nun weitere Flächen vor. Möglicherweise werden sie auch dort fündig. Das bronzezeitliche Gräberfeld in Brieselang hat eine recht große Ausdehnung. Es erstreckt sich nahezu über den gesamten Forstweg in östlicher Richtung. In der Vergangenheit wurden im Zusammenhang mit Bauvorhaben immer wieder Funde gemacht. Dazu gehören unter anderem bronzezeitliche Urnen. Die auf der künftigen Kita-Fläche entdeckte Knaufhammeraxt bezeichnete Jens May, Gebietsarchäologe des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, unlängst als recht bedeutend. Zumindest im Havelland seien von diesem Typ nicht allzu viele Exemplare bekannt.

Der Baubeginn für die neue Kindertagesstätte am Forstweg wird voraussichtlich im März nächsten Jahres sein. Die Fertigstellung des Vorhabens ist für Ende des Jahres geplant. Die Einrichtung soll 108 Betreuungsplätze erhalten. Das alte Rathaus nebenan wird zum Bürgerhaus umgebaut, in dem unter anderem die Gemeindebibliothek ein neues Domizil erhalten soll.

Von Andreas Kaatz

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