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Havelland Archäologische Grabungen in Dallgow
Lokales Havelland Archäologische Grabungen in Dallgow
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17:30 15.03.2016
Archäologin Kathrin Misterek. Quelle: Danilo Hafer
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Dallgow-Döberitz

Auf dem Millimeterpapier ihres Zeichenbrettes trägt Kathrin Misterek jeden Fund genau ein. Für alle Bereiche des rund 1600 Quadratmeter großen Geländes hinter der Feuerwehr in Dallgow, fertigt die Archäologin eine genaue Zeichnung im Maßstab 1:20 an. Zwar werde zusätzlich auch alles fotografiert und dreidimensional eingemessen, erklärt Kathrin Misterek, eine Zeichnung sei aber viel genauer. Vor allem durch die Fundbeschreibungen, die sie am Rand der Zeichnung notiert. „Auf einem Foto ist beiger Sand von beigem Lehm nur schwer zu unterscheiden“, sagt sie.

Der erste Fund war eine Keramikscherbe

Noch bis Freitag arbeitet ein Team von sieben Archäologen auf dem Gelände der zukünftigen Kita in Dallgow. Unzählige Markierungen weisen auf die verschiedenen Fundorte hin. „Das erste Stück, was wir gefunden haben war eine Keramikscherbe“, sagt Kai Schirmer, von der Grabungsfirma Altum. Zusammen mit seiner Kollegin Kathrin Misterek leitet er die Grabungen in Dallgow. Allerdings sei es schwer, einzig aus der Scherbe genaue Schlüsse zu ziehen.

Anders sieht es bei den Resten von Holzpfosten aus, die das Team gefunden hat. Diese befinden sich rund einen Meter unter der heutigen Erdschicht und sind für einen Laien nur schwer zu erkennen. Nur eine leicht dunklere Färbung des Bodens weist darauf hin. Die Anordnung der Pfosten und die Überreste eines Brunnens sind Zeichen dafür, dass auf dem Areal einmal eine Siedlung gestanden haben muss. „Wir vermuten dass es sich um eine germanische Siedlung aus der älteren Eisenzeit handelt“, sagt Kai Schirmer. In Jahren bedeutet das um 700 bis 500 vor Christus. Die genaue Datierung werde aber erst noch stattfinden. „Wir werden die Fundstücke und Proben mit einer Radiokarbonmethode analysieren und so eine genaue zeitliche Spanne bekommen“, sagt er.

Kai Schirmer: Archäologisch ist Dallgow ein bekannter Name

Solche Funde seien typisch in Dallgow. Vom heutigen Dorfkern bis zur Brücke am anderen Ende, reihe sich ein Fundplatz an den anderen. „Archäologisch ist Dallgow ein bekannter Name“, sagt Kai Schirmer. Denn bereits 1994 wurde in Dallgow zum ersten Mal eine germanische Siedlung entdeckt. Ein Grund dafür sei die Lage und die damit verbundenen günstigen Lebensbedingungen. Die Höhen und Niederungen in der Region seien ein idealer Siedlungsort gewesen, da die Flächen landwirtschaftlich gut genutzt werden konnten, so Schirmer.

Nach den eigentlichen Grabungen geht die Arbeit für die Archäologen aber noch weiter, erklärt Kathrin Misterek. Anschließend müssen die Funde noch gewaschen, erneut fotografiert und inventiert werden. Der daraus entstehende Bericht wird zusammen mit den Funden an das Landesdenkmalamt geschickt. „Allerdings holen wir nur die wichtigsten Funde aus dem Boden, die wir auch zur Analyse und Bestimmung benötigen“, sagt sie. Der Rest bleibe im Boden, werde abgedeckt und später einfach überbaut. Traurig macht sie das aber nicht. Denn nur durch den Neubau könnten sie hier überhaupt graben, sagt Kathrin Misterek.

Von Danilo Hafer

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