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Arco-Schüler als Stadtentdecker

Nauen Arco-Schüler als Stadtentdecker

Im Zuge des Förderprojektes „Stadtentdecker“ haben sich die Schüler der Klasse 9a der Arco-Oberschule Nauen mit ihrer Heimatstadt befasst. So sind sie unter anderem der Meinung, dass es im Stadtpark an Picknick- und Spielplätzen fehlt, ebenso an einer öffentlichen Toilette. Zudem sollten im Stadtbad Sonnensegel angebracht werden.

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Die Stadtentdecker der Klasse 9a auf der Skateranlage im Nauener Gewerbegebiet Ost.

Quelle: Privat

Nauen. Jetzt ist es endlich raus, warum Nauen einen Karpfen in seinem Wappen hat. Nicht etwa, weil die Stadt in früheren Jahrhunderten dadurch ihre Friedfertigkeit verkünden wollte. Nein, es hat etwas mit der Form der Stadt zu tun. Wird Nauens Karte nämlich nicht genordet, sondern um 180 Grad gedreht, braucht man nur noch eine Linie herumzuziehen – und fertig ist der Fisch.

Zu verdanken ist diese scherzhafte Erkenntnis den Schülern der 9a der „Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule“. Die haben sich nämlich in den vergangenen Monaten intensiv mit ihrer Stadt befasst, wobei ihnen auch das aufgefallen ist. Aber nicht nur. Als Stadtentdecker nahmen sie sich in verschiedenen Gruppen ein selbstgewähltes Thema vor.

Das Projekt „Stadtentdecker – Hafen der Möglichkeiten/Ort mit versteckten Talenten“ wurde 2013 von der Brandenburgischen Architektenkammer konzipiert. Schüler bekommen auf diese Weise die Möglichkeit, sich mit ihrem Heimatort ganz speziell zu befassen. Die Neuntklässler der Arco-Schule erhielten dabei seit Februar unter anderem Unterstützung von Architektin Dorothee Meyer-Gerlt und Nauens Jugendkoordinatorin Kristin Schlief.

Angefangen hatte alles mit einem Rundgang durch die Stadt, zu verschiedenen Punkten. Anschließend haben sich die Schüler ihren Ort ausgesucht, an dem es noch etwas zu verbessern gibt wie sie meinen – beispielsweise im Stadtpark. Dieser Ansicht sind jedenfalls Angelo, Jasmin, Lisa und Niklas. Ihre Abschlusspräsentation verpackten sie in ein Comic mit verteilten Rollen. Und so erfuhr Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD), dass es an Regenunterständen und Spielplätzen fehlt. Eine öffentliche Toilette wäre schön, aber auch Picknickplätze und ein Buddelkasten für kleine Kinder.

Eine andere Gruppe wünscht sich ein Schülercafé und hat dazu schon mal ihre Vorstellungen präsentiert. Und wiederum andere Schüler sind der Ansicht, dass es im Stadtbad zu wenig Schatten gibt, wenn die Sonne unbarmherzig brennt. Die Lösung: verstellbare Sonnensegel über Plansch- und Nichtschwimmerbecken. Das Modell lieferten sie gleich mit, ebenso wie Andy, Lukas, Marcel und Martin. Das Quartett bettete seine Vision eines „Brunnen der Möglichkeiten“, der auf dem Martin-Luther-Platz entstehen soll, in eine eigens produzierte Nachrichtensendung ein. Und schließlich widmete sich eine Gruppe der neuen BMX- und Skateranlage, an der es aber noch an Sitzgelegenheiten fehlt. Die aber könnten über Sponsoren angeschafft werden, sind sie sich sicher.

Nicht alles wird sich umsetzen lassen, da machte auch Bürgermeister Fleischmann keinen Hehl daraus. Trotzdem gab es nicht nur von ihm Lob. „Es ist eine einmalige Chance, die eigene Zukunft mitzugestalten“, meinte er. Christoph Artymiak, der im Bauamt für den Stadtpark zuständig ist, kann sich vorstellen, den Park zusammen mit Schülern zu gestalten.

Die Schüler selber fanden innerhalb des Projektes vor allem die Stadtwanderung toll, so wie Lukas Schröder, für den das Tierkrematorium besonders spannend war. Und Lukas Abraham sagte: „Ich gehe jetzt mit ganz anderen Augen durch Nauen, da ich nun mehr weiß.“ Doch das Projekt und das gemeinsame Arbeiten hat noch mehr gebracht. „Ihr habt vor allem euch selbst und auch als Klasse entdeckt“, sagt Kristin Schlief, die anfangs in eine Klasse gekommen war, in der unter anderem Mobbing herrschte. Die Schüler nähmen sich und auch die anderen jetzt ernst, sagte sie.

Großen Jubel gab es dann am Schluss der Präsentation am Donnerstag. Schulleiter Jürgen Beyer verkündete nämlich überraschend: Die 9a hat am Freitag schulfrei.

Von Andreas Kaatz

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