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Argumente gegen die Wolfsrissthese

Rathenow Argumente gegen die Wolfsrissthese

Rathenows Stadtförster hat am Donnnerstag im Hauptausschuss noch einmal dargelegt, warum es sich aus seiner Sicht bei dem am Körgraben getöteten Reh nicht um einen Wolfsriss gehandelt hat. Bis auf Gerd Wollenzien folgten alle Ausschussmitglieder seinen Argumenten.

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Rathenows Revierförster Thomas Querfurth.

Quelle: Kniebeler

Rathenow. Das tote Reh, das vor gut zwei Wochen auf dem künftigen Jugendfreizeitplatz am Körgraben gefunden wurde, war am Mittwochabend noch einmal Thema im Rathenower Hauptausschuss. Auf Antraf von Daniel Golze (Linke) wurde dem Stadtförster Thomas Querfurth die Gelegenheit gegeben, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen.

Querfurth trat den Vermutungen, es könne sich um einen Wolfsriss gehandelt haben, vehement entgegen. Er habe am Reh-Kadaver nicht ein Indiz feststellen können, dass auf einen Wolf hindeute, so Querfurth. So sei das Tier nicht durch den für einen Wolf typischen Kehlbiss getötet worden. Auch hätten sich nirgendwo Spuren der Fangzähne eines Wolfs gefunden, so der Stadtförster. Gegen einen Wolfsriss spreche außerdem die Tatsache, dass der Pansen des Rehs gefehlt habe. Bekanntlich fresse der Wolf keinen Pansen. Er bevorzuge Lunge, Herz und Leber – die aber habe man im Kadaver noch gefunden.

Querfurth berichtete dem Ausschuss, dass tote Rehe im Stadtgebiet nichts Besonderes seien. Allein in den vergangenen zwei Wochen habe er fünf Rehkadaver entsorgt. Und einige hätten ganz ähnlich ausgesehen wie das am Körgraben aufgefundene Tier. Wenn ein Reh ums Leben komme, weil es unverträgliche Pflanzen gefressen habe oder durch ein Auto angefahren worden sei, dann dauere es nicht lange, bis Tiere sich an dem Kadaver zu schaffen machen. Für Marder, Katzen und Hunde sei das ein gefundenes Fressen. Typische Nagespuren dieser Tiere habe er auch bei dem Körgraben-Reh festgestellt. All diese Indizien, so Querfurth abschließend, sprächen gegen einen Wolfsriss. Deshalb habe man auch keinen Schverständigen zuziehen müssen.

Gerd Wollenzien (CDU) war der einzige der Ausschussmitglieder, der sich mit diesen Ausführungen nicht zufrieden geben wollte. Als passionierte Jäger habe er in den vergangenen Wochen immer wieder Wölfe in den Randbezirken der Stadt Rathenow gesehen. Für die lauffreudigen Tiere sei es ein Leichtes, einen Abstecher ins Stadtzentrum zu machen. „Ich hätte es begrüßt, wenn der Kadaver von einem echten Sachverständigen untersucht worden wäre“, so Wollenzien. Damit hätte man allen Spekulationen ein Ende bereiten können.

Bürgermeister Ronald Seeger entgegnete, für ein solches Vorgehen habe es nicht den geringsten Anlass gegeben. Der Stadtförster habe absolut regelkonform gehandelt. „Es wurde alles richtig gemacht“, so Seeger. Es gebe einen Leitfaden des Landesumweltminsteriums zum Wolf. Die darin enthaltenen Handlungsratschläge für den Umgang mit toten Tieren seien vom Förster befolgt worden.

Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass der Wolf ein sensibles Thema ist. Deshalb sei es wichtig, die Bürger sachlich zu informieren. „Das hat der Stadtförster getan“, so Golze. Und damit sei aus seiner Sicht das Gerücht entkräftigt, im Stadtzentrums treibe sich ein gefräßiger Wolf herum.

Von Markus Kniebeler

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