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„Arschgrabsch“-Post: CDU-Mann darf bleiben

Beitrag auf Facebook nach Festnahme von NPD-Mann „Arschgrabsch“-Post: CDU-Mann darf bleiben

Nach der Festnahme des NPD-Mannes Maik Schneider wegen eines Brandanschlages auf das Auto einen Polen hatte sich der Kreistagsabgeordnete Mike Krüger (CDU) geschmacklos auf Facebook geäußert und Verständnis für die Tat geäußert. Jetzt ist klar: Konsequenzen muss Krüger nicht fürchten. Das bringt den Christdemokraten Kritik ein.

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Mike Krüger hat auf Facebook erneut für Wirbel gesorgt.

Quelle: Privat

Falkensee. Der CDU-Kreistagsabgeordnete Mike Krüger hat nach seinen Äußerungen auf Facebook keine Konsequenzen zu befürchten. „Herr Krüger bedauert seine missverständlichen Einlassungen. Das Thema ist damit für die CDU Havelland erledigt“, erklärte der Kreisvorsitzende Dieter Dombrowski gegenüber der MAZ.

Krüger relativiert Anschlag und äußert indirekt Verständnis

Nach der Festnahme des Nauener NPD-Stadtverordneten Maik Schneider im Februar 2016 wegen des Verdachts auf einen Brandanschlag auf das Auto eines Polen hatte Krüger auf Facebook geschrieben: „Ob das jetzt wirklich einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat, bleibt abzuwarten.“ Der Falkenseer hatte die Berichterstattung über Schneider, der in Untersuchungshaft sitzt, als „übliche Vorverurteilung“ bezeichnet, die in das „Bild der linken Presse“ passe. „Vielleicht hat der Pole seiner Freundin nur an den Arsch gepackt und unser brauner Freund ist ausgetickt“, schrieb Krüger weiter.

Kurze Zeit später wurde der Haftbefehl erweitert: Maik Schneider soll im August 2015 auch am Brandanschlag auf die OSZ-Turnhalle in Nauen beteiligt gewesen sein, die als Notunterkunft für Flüchtlinge geplant war.

CDU- Mann fiel bereits mit fragwürdigen Facebook-Posts auf

Es ist nicht das erste Mal, dass CDU-Mann Mike Krüger auf Facebook für Wirbel sorgt. Nach dem Brand der Nauener Turnhalle hatte er im Sozialen Netzwerk geschrieben, er wolle auch kein Wohnheim neben seinem Grundstück haben – unabhängig davon, ob dort Lehrlinge oder Asylbewerber untergebracht seien. Krüger machte damals die „verfehlte Asylpolitik“ für den Brandanschlag mitverantwortlich. Zudem hatte er auf seiner Facebook-Seite die rechten Gruppen „Pegida“ und „Nein zum Heim in Falkensee“ mit „Gefällt mir“ markiert.

Linke kritisiert den Umgang der CDU mit Krüger

Andrea Johlige, Linken-Kreistagschefin und Landtagsabgeordnete, kritisierte scharf, dass die CDU Mike Krüger nicht aus der Fraktion geworfen habe. „Er hat sich rassistisch und sexistisch geäußert, seine Vorbildfunktion als Kreistagsmitglied erfüllt er so nicht“, so Johlige. Zudem sei Krüger ja schon zum zweiten Mal mit solchen Äußerungen auffällig geworden. „Ich kann nicht verstehen, dass die CDU das schulterzuckend hinnimmt. Sowas sorgt nicht für Glaubwürdigkeit, wenn man sich gleichzeitig von rassistischen Tendenzen abgrenzen will“, so Johlige. In ihren Augen habe die Havelländer CDU „keine Berührungsängste mit Rechtsextremen“. Das zeige auch die Tatsache, dass die Rathenower Christdemokraten Gerd Wollenzien aufgenommen hatten, der aus der Linken-Fraktion ausgetreten war, nachdem er unter anderem mehrfach an Demonstrationen des rechten Bürgerbündnisses Havelland teilgenommen hatte.

Auch CDU-Fraktionschef Michael Koch hatte nach Mike Krügers jüngsten Äußerungen zunächst verärgert reagiert. „Ich habe ihn auch schon gefragt, was er sich dabei gedacht – oder eben nicht gedacht – hat“, hatte Koch gesagt. „Mir ist vollkommen schleierhaft, was das sollte.“ Selbst wenn eine Beziehungstat vorläge, so Koch, würde es an der Tat des NPD-Mannes nichts ändern. „Und ich möchte noch betonen, dass die Polizei den Haftbefehl erwirkt hat, nicht die Presse.“

Von Marco Paetzel

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