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Askania-Gelände: Altlasten drücken Kaufpreis

Projektentwicklung in Rathenow Askania-Gelände: Altlasten drücken Kaufpreis

Eine Investorengruppe plant, die einstige ROW-Immobilie hinter dem Rathenower Rathaus mit Wohnen und Gewerbe neu zu entwickeln. Entscheidend für das Gelingen wird dabei die Beseitigung der Altlasten sein. Für die Teilfläche der ehemaligen Askania-Werke existieren Untersuchungen, die Kosten in Millionenhöhe ergeben.

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Für das Askania-Gelände gibt es jetzt positive Ansätze.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Der deutschlandweit tätige Projektentwickler SMV hat den Plan, das ehemalige Gelände der Rathenower Optischen Werke (ROW) hinter dem Rathaus an der Berliner Straße zu einem modernen Quartier mit Geschäften, Büros und Wohnungen zu entwickeln (MAZ berichtete). Ließe sich das Vorhaben verwirklichen, würden viele Millionen Euro investiert werden und das Zentrum der Kreisstadt wäre erheblich schöner als heute. Es gibt zwei Eigentümer, die Teilflächen der insgesamt 32 000 Quadratmeter großen Liegenschaft besitzen. Der allseits bekannten Fielmann AG gehören gut 20 000 Quadratmeter und zu den Askania-Werken, einem 1992 gegründeten ROW-Nachfolgebetrieb, zählen gut 11 000 Quadratmeter.

Wilfried Löbel, einst Askania-Geschäftsführer und heute nach einem Insolvenzverfahren immer noch Miteigentümer des Grundstücks, hat am 12. November vor den Rathenower Stadtverordneten beschrieben, welche positiven Effekte aus seiner Sicht die Umsetzung des SMV-Projektes für die ganze Stadt haben würde. Er hat aber auch darauf hingewiesen, dass die Frage der Altlastenbeseitigung dabei eine große Rolle spielt. Wie er jetzt dieser Zeitung sagte, haben die Askania-Werke 1992 und 1993 für ihr Gelände eine Altlastenuntersuchung vornehmen lassen. Das erstellte Gutachten sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beseitigung der Altlasten damals rund drei Millionen D-Mark gekostet hätte. Zur Beseitigung selbst ist es allerdings nie gekommen.

„Auf dem gesamten Gelände können Altlasten vermutet werden“, sagt Wilfried Löbel. Auf dem Grundstück zwischen Berliner Straße, Fr.-Engels-Straße, Puschkin- und Geschwister-Scholl-Straße habe es zu DDR-Zeiten gut 50 Gebäude gegeben, berichtet er. In rund 20 von diesen Gebäuden sei mit Ölen, Säuren, Kühlflüssigkeiten, Lösungsmitteln, Farben und dem Schleifmittel Ceroxid gearbeitet worden. Auch eine Lackiererei und eine Galvanik habe es gegeben. Als „Quintessenz“ hat Wilfried Löbel heraus gestellt, dass die Investorengruppe um SMV im Zuge der geplanten Investition dazu bereit sei, die Altlastenprobleme auf der gesamten ehemaligen ROW-Fläche zu lösen. Allerdings sei der Kaufpreis für die Grundstücke eng verbunden mit den Kosten für die Beseitigung der Altlasten.

Das bedeutet: Je höher die Kosten zur Beseitigung der Altlasten in einem Gutachten bewertet werden, desto geringer würde der angebotene Kaufpreis für die jeweilige Fläche ausfallen. Über ein Altlastengutachten der Fielmann AG für ihre Flächen ist nichts bekannt. Für das Askania-Gelände liegt aber das oben genannte Gutachten vor. Dessen Inhalt hat den Preis so sehr gedrückt, dass vor zehn Jahren bei einer geplanten Versteigerung durch den Insolvenzverwalter als Einstiegsgebot nur 175 000 Euro verlangt worden sind. Auch für diese Summe hatte sich aber nie ein Käufer gefunden.

Von Bernd Geske

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