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Havelland Asyl-Thema treibt Rathenow auf die Straße
Lokales Havelland Asyl-Thema treibt Rathenow auf die Straße
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10:09 03.03.2016
Im ganzen Land halten Aktionsbündnisse dagegen, wenn asylkritische Kundgebungen angekündigt sind. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

In wenigen Tagen soll sich in der havelländischen Kreisstadt ein deutschlandweiter Protest formieren, angeführt vom asylkritischen Bürgerbündnis Deutschland. Dessen Organisator Nico Tews ruft „Patrioten“ auf, sich am 5. März um 14 Uhr auf dem Märkischen Platz in Rathenow zu versammeln. Am Wochenende demonstrierte Tews noch Seite an Seite mit NPD-Mann Michel Müller in Schönwalde-Glien gegen die „Masseneinwanderung in Deutschland“, am Samstag will er nun mit seinen Anhängern „durch Rathenow spazieren“.

Bisher zwei Gegenveranstaltungen angemeldet

Inzwischen wurden zwei Gegenveranstaltungen angemeldet. Das Aktionsbündnis „Unser Rathenow: Miteinander.Füreinander.“ wird ab 14 Uhr auf dem August-Bebel-Platz präsent sein. Einen weiteren Demonstrationszug hat die Premnitzer Stadtverordnete Claudia Sprengel (Die Linke) angemeldet. Dieser führt ab 12 Uhr vom Dunckerplatz am Bahnhof über die Schopenhauerstraße, den Körgraben und die Brandenburgerstraße bis zum Kreisverkehr Ecke Berliner Straße.

Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

„Weitere Versammlungsanmeldungen für den 5. März liegen uns nicht vor. Es gibt auch derzeit keine Erkenntnisse zu weiteren geplanten Aktionen. Die Kollegen der Polizeiinspektion Havelland haben einen entsprechenden Einsatz vorbereitet und werden schon einige Zeit vor Beginn der Versammlungen im Stadtgebiet präsent sein“, teilte Polizeikommissarin Sandra Pokorny am Montag mit. Genaue Informationen zum Einsatzablauf und der Anzahl der Einsatzkräfte werden aus polizeitaktischer Sicht nicht bekannt gegeben. Fest steht, es wird während des Demonstrationszuges wie bei den vergangenen Versammlungen vorübergehend zu Straßensperrungen und somit auch zu Verkehrseinschränkungen kommen.

Bürgerbündnis Deutschland erwartet 800 Teilnehmer

Ein Fernsehteam hat sich ebenfalls angekündigt, um aus der havelländischen Kreisstadt zu berichten. Zudem kursieren verschiedene Aufrufe in Form von Flyern und im Internet. So heißt es auf www.inforiot.de „Wir wollen am 5. März gemein­sam und mit viel­fäl­ti­gen Aktio­nen dem geplan­ten ras­sis­ti­schen Groß­auf­marsch ent­ge­gen­tre­ten.“ Auch das Aktionsbündnis Brandenburg ruft auf, „die Rathenower Zivilgesellschaft gegen die rassistische Demonstration“ zu unterstützen. „Es werden bis zu 800 Teilnehmer auf der Seite des Bürgerbündnisses Deutschland erwartet“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Konstantin Wecker kommt – später

Derweil wird das Aktionsbündnis „Unser Rathenow. Miteinander. Füreinander.“ nun auch prominent unterstützt. Liedermacher und Autor Konstantin Wecker wird sich mit einem Wortbeitrag an der Veranstaltung am Samstag beteiligen. „Mir graut vor einem Deutschland, in dem sich Terrorfurcht, Flüchtlingszustrom und die zunehmende Enttabuisierung rechter Diskurse zu einem explosiven Gemisch hochschaukeln“, so Wecker. Zwar kann er am Samstag nicht persönlich dabei sein, er hat aber bereits angekündigt, einen Auftritt in Rathenow im Sommer oder Herbst zu realisieren.

Juli Zeh hat klare Worte für besorgte Bürger

Auch die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh, die im Havelland lebt und sich immer wieder gesellschaftspolitisch engagiert, unterstützt das Aktionsbündnis. „Es ist eine Anmaßung, wenn Rechtsnationalisten sich „Bürgerbündnis“ nennen. Es ist eine Anmaßung, wenn ein solches „Bürgerbündnis“ so tut, als müsste Deutschland gegen eine Bedrohung von außen verteidigt werden“, macht Zeh deutlich.

Neben zahlreichen Gastrednern werden sich am Samstag auch diverse Bands auf dem August-Bebel-Platz mit Worten und Musik zu einem friedlichen und weltoffenen Miteinander in Rathenow und Deutschland bekennen.

Von Christin Schmidt

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