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Asylgegner kündigen nächste Versammlung an

Neuauflage am kommenden Dienstag Asylgegner kündigen nächste Versammlung an

Nachdem die Versammlungen eines Bürgerbündnisses gegen Asylmissbrauch, das eindeutige Pegida-Züge trägt und des Rathenower Aktionsbündnisses für Toleranz am Dienstag friedlich zu Ende gingen, wird es kommende Woche eine Neuauflage geben. Sogar die Schauplätze werden dieselben sein.

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Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Menschen, die rund um den Märkischen Platz leben, müssen sich in der kommenden Woche auf einen weiteren unruhigen Abend einstellen. Das Havelland teilte am Mittwoch mit dem Attribut „aufgeregt“ auf seiner Facebookseite mit: „Teilen! Teilen! Teilen! Der friedliche Bürgerprotest in Rathenow geht weiter.“ Die Protestversammlung gegen „Asylmissbrauch“ und gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ ist am Dienstag, 3. November um 18.30 Uhr auf dem Märkischen Platz.

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Das hat am Mittwoch auch die Polizei bestätigt. Axel, Schugardt, Sprecher des Polizeidirektion West in Brandenburg an der Havel ,sagte, dass es eine Anmeldung für eine Versammlung auf dem Märkischen Platz in Rathenow gebe. „Wir werden uns entsprechend darauf vorbereiten.“ Mit wie vielen Polizeibeamten die Direktion für Ordnung sorgen will, verriet der Sprecher nicht. Er sagte auch nichts zur Mannschaftsstärke der Polizei am vergangenen Dienstag auf und um den Märkischen Platz.

Polizei bleibt wortkarg

Das Aktionsbündnis „Tolerantes Rathenow“, das am Dienstag unter dem Motto „Herz statt Hetze“ zu einer Gegenversammlung auf dem Bebel-Platz aufgerufen hatte, wird in der kommenden Woche ebenfalls vor Ort sein. Wo genau, in welcher Form und zu welcher Zeit, wird am Donnerstag in einer Besprechung mit Protagonisten des Aktionsbündnisses festgelegt. Sobald klar ist, was man vor hat, wird die Öffentlichkeit informiert, sagte am Dienstag Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU).

Seeger zeigte sich in der Rückschau hochzufrieden mit der Versammlung auf dem Bebel-Platz. „Wir haben wirklich das Motto vorgelebt.“ Die Menschen hatten sich dem Slogan „Herz statt Hetze“ verschrieben. Besonderen Anklang fand ein Theaterstück des Kinder- und Jugendparlaments in Rathenow, die Kirchengemeinde steuerte Musikstücke bei, in vielen Reden machten Bürger und Politiker deutlich, dass Flüchtlinge in Rathenow willkommen sind.

Wie bei Pegida

Der Entrüstungssturm über die Berichterstattung in der Märkischen Allgemeinen Zeitung zu den Versammlungen am vergangenen Dienstag ist riesig. Hier einige Beispiele, die wir auf der Facebookseite „Bürgerbündnis Havelland“ gefunden haben.

Erik Ulm: „Lächerlich, diese Aussage (Anm. der Redaktion: es geht um die Teilnehmerzahlen). Anzeigen wegen übler Nachrede und Verleumdung,. Wir sind das Volk! Erhebt euch aus der Asche! WIDERSTAND JETZT ERST RECHT!

Constanze Gliege: „Die 100, die beim Bürgerbündnis mindestens in ihrer Rechnung fehlen, hat man bei den anderen dazu gerechnet. Ist bestimmt aus Versehen passiert. Mit Rechnen hat man es hier nicht so. Siehe Buga.“

Bör Ner: „So, wie große Unternehmen ihren Mitarbeitern bei Teilnahme mit Kündigung gedroht haben so wäre jeder Journalist, der die Wahrheit schreibt, auch seinen Job los also vergebt diesen armen Menschen.“

Ganz anders sah das auf dem Märkischen Platz aus. „Da konnte man ja Angst bekommen“, sagte Seeger am Dienstag. Zu Recht: Christian Kaiser, der mit seinem Namen für das Bürgerbündnis steht, das eindeutige Parallelen zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung aufweist,, hatte sich in seiner Rede auch an Bürgermeister Seeger abgearbeitet, weil sich der für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen ausgesprochen hatte. Ronald Seeger ist sicher, dass die Rathenower weiter „Herz statt Hetze“ beweisen. Wie der Gegenprotest am kommenden Dienstag gegen das Bürgerbündnis aussieht, konnte er nicht sagen. Aber man wird den Rathenower Pegida-Ableger nicht ohne Widerspruch in der Stadt auftreten lassen.

Platzverweise ausgesprochen

Für die Polizei ist die Bilanz vom Dienstag kurz und bündig: „Beide Gruppen verhielten sich friedlich, es gab keine Zusammenstöße.“ Das bestätigte Axel Schugardt. Passanten berichten allerdings davon, dass sich nach dem Ende der beiden Versammlungen einige Personen aus beiden Lagern gegenüberstanden, die Polizei war dazwischen.

Später sollen auch Platzverweise ausgesprochen worden sein. Zu den Zahlen für die beiden Versammlungen gab es von der Polizei keine Hinweise. Beobachter schätzten die Teilnehmer auf dem Märkischen Platz auf rund 400. Auf dem Bebel-Platz waren es etwa 300, auf jeden Fall nicht ganz so viele wie auf dem Märkischen Platz. Thilo Wind, der das Rathenower Aktionsbündnis für Toleranz schon von Beginn an begleitet, bezeichnete die Versammlung am vergangenen Dienstag auf dem Bebel-Platz mit „sehr gut“. Und: „Auf dem Märkischen Platz waren mehr Teilnehmer, das war nicht gut.“

Von Joachim Wilisch

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