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Willkommens-AG wird in Brieselang gegründet

Bereit für die Asylbewerber Willkommens-AG wird in Brieselang gegründet

Der Landkreis Havelland wird auch in Brieselang Asylbewerber unterbringen. Dazu haben die Gemeindevertreter sich schon jetzt für eine Willkommens-Arbeitsgemeinschaft ausgesprochen, obwohl es noch keinen Standort für ein Flüchtlingsheim in der Gemeinde gibt.

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Wer als Flüchtling in den Landkreis Havelland kommt, soll sich willkommen fühlen.

Quelle: dpa

Brieselang. Nein, der Sportplatz in Bredow wird nicht bebaut. Nein, es gibt in Brieselang noch kein Objekt für ein Asylbewerberheim. „Weder der Landkreis noch die Gemeinde verfügen hier über ein Grundstück, das dafür groß genug ist“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn, der gleich zu Beginn der in Gemeindevertretersitzung mit einigen Gerüchten aufräumte.

Anlass war der Tagesordnungspunkt, der die Gründung einer Willkommens-Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „Asylbewerber und Flüchtlinge sind willkommen“ zum Inhalt hatte. Knapp 100 Zuschauer kamen vor allem zu diesem Thema in die Sitzung, die vorsorglich statt im engen Rathaussaal in der Sportlerklause angesetzt worden war. Draußen sorgte die Polizei – auch wegen der Vorfälle in Nauen in der Vergangenheit – für Präsenz, während aus dem Publikum Fragen zum Sicherheitskonzept, Bedenken sowie störende Zwischenrufe geäußert wurden. Aber es meldeten sich auch Bürger, die mitarbeiten wollen in der Arbeitsgemeinschaft.

Nach Brieselang gekommen war am Mittwochabend auch der Kreissozialdezernent Wolfgang Gall. Er machte deutlich, dass die Brieselanger keine Wahl haben: „Der Landkreis wird auch in der Landgemeinde Asylbewerber unterbringen. Wir gehen davon aus, dass wir hier ein Grundstück finden.“ Gall begrüßte es, dass sich die Brieselanger rechtzeitig um eine Willkommenskultur Gedanken machen, obwohl noch kein Standort feststeht: „Je mehr Zeit wir haben, umso mehr Gestaltungsmöglichkeiten gibt es.“ Es werde zwar auch eine Gemeinschaftsunterkunft sein, Container wolle man aber in Brieselang nicht aufstellen. Vielmehr soll in Abstimmung mit der Gemeinde ein Gebäude errichtet werden, das später eventuell sogar als Wohnraum für die Brieselanger genutzt werden kann. Eine Behauptung aus dem Publikum, dass durch den Zuzug von Asylbewerbern die Kriminalitätsrate steigt, konnte Gall bezüglich des Havellandes nicht bestätigen. Bürgermeister Garn sicherte zu, dass die Öffentlichkeit zeitnah informiert werde, sobald ein Standort gefunden ist.

Arbeitsgemeinschaft

In der Willkommens-Arbeitsgemeinschaft (WAG) sollen Fraktionen, Kirchen, soziale Träger, Vereine, Firmen und andere Institutionen mitarbeiten.

Dass Gremium soll den Kreis bei der Flächensuche für ein Heim begleiten.

Die WAG wird Bindeglied zwischen Asylbewerbern und den Bürgern sein und praktische Lebenshilfe für die Flüchtlinge geben. ak

 

Christian Achilles (BFB) begrüßte es, dass man sich rechtzeitig auf die Asylbewerber vorbereitet. „Der Antrag ist auch ein Statement der demokratisch gewählten Gemeindevertretung.“ Die stimmte letztlich bei nur zwei Nein-Stimmen für den Antrag. Außer vom NPD-Abgeordneten wurde er auch von Michaela Belter (IBB) abgelehnt, die generell ein Problem damit hat, wie Deutschland mit Asylbewerbern umgeht. Ralf Heimann (IBB) stimmte dem Antrag uneingeschränkt zu, kritisierte aber unter anderem die ungerechte Aufteilung der Asylbewerber im Landkreis. Kleine Orte wie Schönwalde bekommen 400, große wie Falkensee etwas über 200. Und Aileen Jütterschenke (SPD) hat weniger vor Asylbewerbern Angst als vielmehr vor deren Gegnern.

Kurz zuvor hatten diese im Saal ein Transparent aufgespannt: Wir sagen Nein zum Asylantenheim. Betroffenheit bei den meisten Gemeindevertretern, die dann ihre Debatte vor weniger Zuhörern begannen. Zuvor hatte ein Großteil des Publikums den Saal schon wieder verlassen. Wie viele von den vermeintlichen Gegnern aus Brieselang stammen, blieb unklar.

Von Andreas Kaatz

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