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Auch Finkenkrug hat einen Daniel Düsentrieb

Falkensee Auch Finkenkrug hat einen Daniel Düsentrieb

Hans-Gerd Gossen hat ein Pumpspeicherkraftwerk fürs Flachland entworfen und in München zum Patent angemeldet. Der 88-jährige Architekt aus Falkensee im Havelland ist eine spannende Person – er hat sich im Laufe der letzten Jahre schon mehrere Patente für seine Erfindungen gesichert.

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Erklärt komplizierte Sachen gern mit einfachen Mitteln: .Hans-Gerd Gossen.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Für die schwarze Katze ist es eine Schale mit Wasser, an der sie mal kurz schnuppert. Für Hans-Gerd Gossen ist es ein Modell, um seine neueste Erfindung zu erklären: sein Pumpspeicherkraftwerk für das Flachland.

Hans-Gerd Gossen nennt sich Erfinder. In Berlin aufgewachsen, studierte er hier Architektur an der TU, ging in den Süden Deutschlands, baute in Hessen und kam nach Berlin zurück. Nach der Wende baute er, der sein Leben lang Schulen, Krankenhäuser, Einkaufszentren und Wohnhäuser gebaut hatte, noch einmal für sich selbst. In Finkenkrug fühlt er sich wohl, die Umgebung lockt den 88-Jährigen täglich zum Spaziergang. Auch wenn das manchmal schwer fällt. Aber Hans-Gerd Gossen will beweglich bleiben, sein Geist ist es ohnehin.

„Seit ich in Falkensee lebe, klettere ich nicht mehr auf Baugerüste“, sagt er. Im Wohnzimmer erinnern Zeichnungen an die Studienzeit, an die er gern zurückdenkt. Aber seine heutigen Freuden sind die des Erfindens. „Dabei war ich schon immer Erfinder“, meint er. Als 12-jähriger Junge erlebte er den Untergang des Schlachtschiffes „Bismarck“, das hat ihn sehr beschäftigt, er entwarf kleine Aussetzboote für Torpedos und zwei Mann Besatzung. Später sollte er ganz zivile Dinge erfinden. Als junger Mann hatte er am Institut für Krankenhausbau gearbeitet, wurde so etwas wie ein Krankenhaus-Fachmann. „Wir entwickelten eine ganz neue Art von Bettenhaus“, erzählt er, dafür wurden die Wege des Personals gemessen. „Und dann haben wir kurze Wege für die Schwestern erfunden.“

So hat er als Architekt nicht nur schöne, moderne Fassaden entworfen, sondern war auch der Mann, der innere Beziehnungen in einem Bauwerk gestaltet und Probleme löst. Er war dabei, als vor mehr als 50 Jahren bei Frankfurt/Main Deutschlands erstes Einkaufszentrum gebaut wurde. Er war dabei, als in Wiesbaden ein neues Parkhaus gefragt war. „Eines, wo die Leute keine Angst hatten“, erklärt Hans-Gerd Gossen das damalige Problem. Er fand eine Lösung: Von jedem Parkplatz aus konnte man den Ausgang sehen.

Wahrscheinlich sind es genau diese Situationen, die ihn beflügeln: Lösungen für Probleme suchen. Sein Pumpspeicherkraftwerk ist so eines. Solche Kraftwerke sind ja normalerweise an geologische Besonderheiten gebunden, an einen Höhenunterschied. Bei Gossen jedoch funktionieren sie auch im Flachland. Deshalb das kleine Modell mit der Schale und dem Glas: Bei seinem Kraftwerk braucht es ein flaches Becken und ein zylindrisch hohes Becken. „Ich liebe einfache, klare Lösungen“, sagt Hans-Gerd Gossen.

In dem hohen Behälter wird das Wasser gespeichert, wird durch Energie – gewonnen aus Solar- oder Windanlagen – hochgepumpt und treibt dann aus dem Turm heraus zwölf Turbinen an. Als Vorteil seiner Anlage sieht Hans-Gerd Gossen die Tatsache, dass sie überall stehen kann und dass sie Energie zu jeder Zeit verfügbar macht. Er hat genaue Pläne gemacht – vom Fundament bis zum Stahlhochbau. Auch für die Art des Bauens fand er eine besondere Lösung: zwei kleine Krananlagen bauen Etage für Etage und setzen sich selbst nach oben.

Beim Deutschen Patent- und Markenamt in München hat er das Pumpspeicherkraftwerk angemeldet. Dort kennt man ihn schon. Erst im vergangenen Jahr hat er von dort ein Patent für seine Windenergieanlage mit vertikalen Rotoren bestätigt bekommen. Auch die hatte er in seinem Finkenkruger Haus entwickelt. Man merkt dem hochgewachsnen, schlanken Mann an, wie gern er über diese Dinge spricht und sich darüber austauscht. Vielleicht finden sich auch in Falkensee Gleichgesinnte, hofft er.

Von Marlies Schnaibel

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