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Auch im Handwerk werden Azubis gesucht

Falkensee Auch im Handwerk werden Azubis gesucht

Bei der 13. Praktikums- und Ausbildungsmesse in Falkensee werden neben vielen anderen Berufszweigen auch wieder Handwerksbetriebe aus dem Havelland zu finden sein. Teilweise gibt es Vorführungen, aber die Achtklässler können sich an einigen Ständen auch mal selbst versuchen.

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Benedikt Hoffmann (19) aus Falkensee ist im zweiten Lehrjahr. Er macht eine Ausbildung zum Metallbauer in der Schlosserei Ziesecke, die ihren Sitz in Falkensee hat.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. „Es gab noch nie so viele Möglichkeiten, sich über Berufe zu informieren“, freut sich Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke. Und die nächste Gelegenheit steht schon am kommenden Donnerstag an: Die Stadt Falkensee veranstaltet erneut die Praktikums- und Ausbildungsmesse, die erstmals in der neuen Stadthalle stattfinden wird. Von 9 bis 15 Uhr können Schüler der 8. Klassen und ihre Eltern sich an mehr als 60 Ständen ein Bild von den unterschiedlichsten Berufen machen – von der Industrie über Behörden bis hin zur Polizei.

Mit dabei sind auch wieder Handwerksbetriebe aus dem Havelland, darunter Bäcker, Fleischer, Tischler, Sanitär, Elektriker und Metallbauer. „Man bekommt dort einen Einblick in das, was in den Firmen passiert, und hat Gelegenheit, sich mit den Leuten zu unterhalten“, wirbt der Kreishandwerksmeister um rege Beteiligung. Mit seiner Falkenseer Firma will er an dem Tag den Metallbau repräsentieren, stellvertretend für die Metallbaubetriebe im Landkreis. „Bei uns wird es an einer transportablen Werkbank praktische Vorführungen mit Edelstahl geben. Wer möchte, kann auch mal eine Bohrmaschine in die Hand nehmen und ein Loch bohren“, lädt er ein und meint zudem: „Unsere Firma gehört zu denen, die sogar noch aktuell für das gerade begonnene Lehrjahr einen Lehrling suchen im Metallbau, Fachrichtung Konstruktionstechnik.“ Vielleicht gibt es ja einen Interessenten.

Laut Ziesecke liege der Landkreis Havelland, was die Lehrlingszahlen angeht, generell im Trend des Kammerbezirkes Potsdam. In diesem Jahr haben 106 Jugendliche im Havelland eine Lehre im Handwerk begonnen, im vergangenen Jahr waren es 113.

„Der Bedarf ist höher. Die Betriebe suchen Azubis, aber nicht um jeden Preis“, sagt Ziesecke. Viele Lehrstellen blieben zuletzt mangels Bewerbern unbesetzt. Zudem gab es auch immer wieder Klagen von Betrieben, dass die Leistungen von Azubis in Mathematik oder Deutsch ungenügend seien. In seltenen Fällen müsse man sich auch trennen, denn die Anforderungen in den Berufen wachsen immer mehr. Ansonsten aber sind für Ziesecke grundsätzlich die Zensuren nicht das alles Entscheidende. „Das ist nur das eine. Wenn die Jugendlichen die Absicht und den Willen haben, einen Beruf zu erlernen, sich an die Regeln halten wie etwa Pünktlichkeit, sind sie oft besser als einer, der Abitur hat“, sagt er. Aber auch bei denen, die studieren wollen, spreche nichts dagegen, erst einmal eine Berufsausbildung zu machen. „Auch die Hochschulen sind für solche Bewerber empfänglicher“, meint Ziesecke.

Er ruft zudem die Eltern auf, ihre Kinder zur Messe am Donnerstag zu begleiten. „Die Jugendlichen müssen an die Hand genommen werden.“ Viele wüssten in dem Alter noch gar nicht so recht, was sie werden wollen, könnten die Tragweite ihrer Entscheidung nicht absehen – und das trotz begleitender Maßnahmen wie beispielsweise Berufswahlpässe oder Praktika. Die Eltern sollten ihre Kinder bei der Berufswahl beraten, denn sie kennen sie am besten, meint der Kreishandwerksmeister, für den damals seine Eltern die Schlosserlehre vorbestimmt haben, wie er sagt.

Michael Ziesecke würde sich wünschen, dass die „große“ Politik, sprich die Landespolitik, sich viel mehr fürs Handwerk einsetzt. Da passiere noch zu wenig – im Gegensatz zum Landkreis Havelland. „Hier arbeiten wir sehr gut mit den Politikern zusammen, das klappt. Unserem Landrat müssen wir nicht sagen, was Handwerk ist“, so der Kreishandwerksmeister. Für ihn steht fest: „Noch nie standen die Tore für die Jugendlichen so weit offen, das ist eine Riesenchance“, ermuntert er die Mädchen und Jungen, gemeinsam mit ihren Eltern in die Stadthalle zu kommen.

Von Andreas Kaatz

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