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Auf Du und Du mit Hahn und Ente

Ribbeck Auf Du und Du mit Hahn und Ente

Auf dem Marienhof in Ribbeck können Kinder noch Kinder sein. Ein Barfußpfad und unzählige große und kleine Tiere laden dazu ein, Natur noch einmal völlig neu zu erleben. In den Sommerferien stehen für Betreiberin Steffi Focke die Feriencamps auf dem Plan. Einige Plätze sind noch frei.

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Mutige Mädchen voran: Die Klasse 3 B der Grimm-Grundschule aus Brandenburg erkundet den Barfußpfad.

Quelle: Fotos: Ralf Stork (3)

Ribbeck. Mittagszeit auf dem Marienhof in Ribbeck. Während die Kinder sich Spiralnudeln mit Wurstgulasch schmecken lassen, laufen ein paar Hühner und Hähne zwischen den Reihen hin und her und gucken, ob vielleicht nicht auch ein Brocken für sie abfällt.

Hier kommen sich Tier und Mensch so nah, dass es manchem fast schon zu viel wird: „Der tut doch nichts, der guckt nur, ob er was zu Fressen finden kann“, beruhigt eine Erzieherin ihre Schützlinge, die vor dem Hahn, der sie mit schiefem Kopf beäugt, erst mal ein Stück zurückweichen. Langsam legt sich die Anspannung wieder. Manches Kind lässt sogar mit Absicht eine Nudel fallen und freut sich, wenn das Federvieh danach pickt. Annäherung geglückt.

„Im Sachkundeunterricht nehmen wir gerade die Tiere auf dem Bauernhof durch“, sagt Birgit Kochert, die mit ihrer dritten Klasse und einer Parallelklasse für eine Tagestour aus Brandenburg angereist ist. Die Lehrerin ist sehr zufrieden mit dem Ausflugsziel: „Das Gelände ist großartig. Die meisten unserer Kinder kommen aus Neubauvierteln. Für die ist der Kontakt zu den Tieren etwas ganz Besonderes.“ Auch nicht zu verachten: Alle können rumtoben, wo und wie sie wollen. Es gibt keine Nachbarn, die sich über Lärm beschweren könnten und gefährlichen Straßenverkehr auch nicht.

Nach dem Essen spielen die Kinder noch ein bisschen auf dem Spielplatz oder zupfen saftiges Gras um es an Kaninchen und Gänse zu verfüttern. Was denn das Tollste an dem Ausflug sei? Da sind sich fast alle Kinder einig: die Tiere. Jerome findet alle Tiere gleich gut, genau wie Jessica und Lennox. Emily haben die Hasen besonders gefallen und Cora und Summer schwärmen fürs Pony-Reiten. „Also ich fand die Traktorfahrt am coolsten“, sagt Zoe, während Pascal sich am meisten über den Spielplatz gefreut hat.

Zum Abschluss laufen die Schüler noch über den Barfußpfad. Noch eine neue Erfahrung, denn wann laufen Stadtkinder, wann laufen wir Menschen überhaupt, mal barfuß durch Sand oder hohes Gras, über Tannenzapfen, Holzbohlen oder spitze Steine.

Der Ribbecker Barfußpfad zieht sich mit seinen Stationen viele hundert Meter den Feldweg entlang und ist eine ziemlich pfiffige Erfindung. Ohne diesen Parcours würden die Schüler nie im Leben eine so weite Strecke freiwillig durch die Feldflur laufen.

Während die letzen Kinder ihre Füße waschen und in den Bus einsteigen, der sie zurück nach Brandenburg fährt, steht Steffi Focke hinterm Tresen des kleinen Kiosks und verkauft Eis. Vorher hat sie das Essen gekocht und verteilt und sich nebenher um die anderen Gäste auf dem Hof gekümmert: Neben den zwei Klassen aus Brandenburg macht eine deutsch-französische Kita-Gruppe aus Berlin Kreuzberg hier gleich für vier Tage Station. Auch Familien können sich in verschiedenen Zimmern oder einer Ferienwohnung einmieten. Hinzu kommen die individuellen Tagesgäste: Radfahrer oder junge Familien, die einfach mal für ein paar Stunden ins Grüne wollen.

Steffi Focke hatte den Marienhof 1996 gekauft. Eigentlich suchte sie damals nur einen Platz für ihr Pferd. Als dann ihr damaliger Job wegfiel, entschloss sie sich dazu, den Hof zum Kinderbauernhof auszubauen. Mehr als 300 Tiere sind auf dem Marienhof zu Hause: Pferde, Ponys und ein paar Kühe. Schweine, Esel, Schafe, Ziegen, Gänse, Enten und jede Menge Hühner, die alle auch noch täglich versorgt werden wollen. Im Winter ist es halbwegs ruhig, im Sommer herrscht dagegen fast täglich Hochbetrieb. Da scheint der Arbeitstag kein Ende zu finden. Als nächstes stehen im Ribbecker Marienhof die Feriencamps an: Schulkinder können in den Sommerferien für eine Woche zum Reiten oder zum Tiere betreuen auf dem Marienhof wohnen. Einige Plätze sind noch frei.

Vielleicht hat Steffi Focke ja Glück und findet bis dahin noch ein oder zwei Arbeitskräfte, die ihr in der Küche und bei der Hauswirtschaft helfen können. „Wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach Mitarbeitern“, sagt Focke. Mit ein paar helfenden Händen mehr hätte sie selbst auch wieder wenigstens etwas Zeit, ihren schönen Bauernhof richtig zu genießen.

Von Ralf Stork

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