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Amadeus ist der Hahn der ersten Stunde

Auf dem Straußenhof in Großderschau wird gefeiert Amadeus ist der Hahn der ersten Stunde

Amadeus streckt den Hals und schüttelt sein Federkleid. Der Straußenhahn fühlt sich sichtlich wohl in seinem Gehege. Verlässlich beglückt er auch heute seine Hennen, die tüchtig Eier legen und damit für Nachwuchs sorgen auf dem vor zehn Jahren gegründeten Straußenhof in Großderschau.

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Enrico Dams bei den großen Vögeln. Der Großderschauer Straußenhof feiert am Wochenende das zehnjährige Bestehen.

Quelle: N. Stein

Großderschau. Amadeus war schon auf dem Hof als Alfred Thormann und Hand- Joachim Menzel im September 2004 zum ersten Mal das Tor in der Kleinderschauer Straße für Besucher öffneten. Zwei Hennen hatte der Straußenhahn damals an seiner Seite. Weil Amadeus ein guter Hahn ist, darf er sich seit einigen Jahren sogar um drei Hennen kümmern. Und er kann es wahrscheinlich noch eine ganze Weile tun. „Strauße können über 40 Jahre alt werden“, erklären Enrico Dams und seine Lebensgefährtin Nicole Drewes, die den Straußenhof vor drei Jahren von den Gründern übernommen haben.

Mit Amadeus und zwei Hennen fing also alles an, auf dem touristisch orientierten Straußenhof. Schon am Eröffnungstag vor zehn Jahren, als in der Nachbarschaft der Heimatverein Großderschau auf dem Kolonistenhof ein Erntefest feierte, konnten dessen Gäste die Strauße besuchen. So ist es geblieben. Führungen zu den Gehegen gehören auch heute für Besucher zu den nachhaltigsten Erlebnissen auf dem Hof, zu dem sieben Hektar Wiese gehören, wo derzeit 90 große Strauße und 65 Küken für tierisches Leben sorgen. In einem Brutapparat liegen noch 50 Eier aus denen demnächst Küken schlüpfen werden.

Früher wurde Hopfen angebaut

Früher haben die Menschen auf dem Hof, wo jetzt der Straußenhof ist, Hopfen angebaut. Der Hopfen wurde auf dem Dachboden getrocknet und dann weiter verarbeitet. Die kleinen quadratischen Fenster unterhalb der Dachrinne, die jetzt zugemauert sind, deuten noch darauf hin.
Im Jahr 1938 brannte der alte Hof nieder und wurde so, wie man ihn heute kennt,aufgebaut.
Seit 2004 gab es wieder Neu-Kolonisten auf dem Hof. Der ehemalige Hopfenhof ist zum Straußenhof geworden. Bei der Namensgebung haben sich die Neu-Kolonisten bewusst für „Straußenhof“ anstatt „Straußenfarm“ entschieden, weil sie die ländlich, bäuerliche Tradition des „Rhinower Ländchens“ aufgreifen wollten.
Im Oktober 2011 wurde die Leitung des Straußenhofes an die aktuellen Besitzer übergeben.
Dem Brauchtum folgend, sind neben den Straußen, seltene und bedrohte Haustierrassen auf dem Hof beheimatet: Skuddenschafe, Meißner Widder Kaninchen und Vorwerkhühner.

Eingerichtet, ausgebaut und mit Angeboten erweitert wurden in den zehn Jahren Gaststätte, Hofladen und Mehrzweckraum. Neuste Anschaffung ist ein Verkaufswagen zur Vermarktung von Straußenprodukten auf Märkten in Berlin und anderen Städten.
Präsentationen und Schaukochen auf der Grünen Woche in Berlin sowie weiteren Messen und Veranstaltungen nutzen Enrico Dams und Nicole Drewes, um für das Westhavelland als touristisches Ausflugsziel zu werben. Auch an Veranstaltungen auf dem Kolonistenhof und in der Region beteiligen sie sich. Um Anregungen und Tipps für ein besseres Gaststättenangebot zu bekommen, holte das Team im Januar 2012 den Fernsehkoch Frank Rosin auf den Straußenhof nach Großderschau. Die Sendung mit ihm wurde inzwischen auch schon als Wiederholung gezeigt. „Es hat etwas gebracht“, sagen Enrico Dams und Nicole Drewes und haben Frank Rosin eingeladen, am Samstag zur Jubiläumsfeier auf den Straußenhof zu kommen. Der Fernsehkoch hat noch nicht zugesagt, aber auch nicht abgesagt. „Wir lassen uns überraschen“, meint Enrico Dams.

Gefeiert wird am 30. August ab 10 Uhr mit einem bunten Programm. Dabei sind unter anderem das Schalmeienorchester „Rathenower Optis“, die Band der Rathenower Werkstätten, die Kita „Knirpsenstadt“ aus Rhinow und die Saxofonistin und Sängerin Marcellina. Es gibt einen Markt, Kinderschminken, Hüpfburg und Tombola. Und natürlich können die Strauße besichtigt werden. Amadeus freut sich schon auf die Jubiläumsgäste.

Von Norbert Stein

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