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Auf dem Weinbergfriedhof wurde gegärtnert

Kirchengemeinde lud ein Auf dem Weinbergfriedhof wurde gegärtnert

Zu einem „Kulturgärtnern“ hatte die Evangelischen Kirchengemeinde Rathenow am Sonnabend erstmals eingeladen. Die Aktion soll dazu beitragen, dass auf dem historischen Weinbergfriedhof einige Gräber von bekannten Rathenowern erstmals seit langer Zeit wieder gepflegt werden. 20 Interessierte kamen.

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Petra Marschner (li.) und Petra Skilandat bei der Arbeit.
 

Quelle: foto: Uwe Hoffmann

Rathenow.  Die Führungen der Steinmetzmeisterin Christa Eißer über den historischen evangelischen Friedhof Rathenows ziehen immer wieder auch Gäste von außerhalb an und sind ein Gang durch die Geschichte der Stadt. In Vorbereitung der Landesgartenschau 2006 gründete die evangelische Gemeinde einen Verein zur Sanierung des 1759 gebauten Torhauses. In den letzten Jahren fanden sich immer wieder Menschen zusammen, die sich um die Wiederherstellung und Pflege von Gräbern historischer Persönlichkeiten kümmerten. Alte Grabsteine wurden saniert oder neu aufgestellt. So der Grabstein des Lehrers und Dichters Friedrich Wilhelm Eigendorf (1807 bis 1863), der 2014 durch eine Spende restauriert und wieder aufgestellt werden konnte.

Grab des Ehrenbürgers Maximilian Hobrecht auf Vordermann gebracht

Für den Samstagvormittag rief die Gemeinde erstmals zu einer Aktion auf, die fortgesetzt werden soll, dem „Kulturgärtnern“. Rund 20 Rathenower bewaffneten sich mit Rechen, Grubber und Pflanzschaufel. So stellte unter anderem Magdalena Buchholz mit Hilfe der achtjährigen Jette Born, Tochter des Friedhofsgärtners Karsten Born, das Grab Eigendorfs gärtnerisch her und bepflanzte es. Auch Barbara Czyborra half. „Schräg rüber pflege ich das Grab meines Mannes. Im Vorbeigehen ist mir hier das Grab Eigendorfs immer aufgefallen“, sagt die Rathenowerin. „Als ich den Aufruf zum Kulturgärtnern in der MAZ las, habe ich gleich spontan mitgemacht.“ Das Erhalten von alten Gräbern trieb auch Petra Marschner und Petra Skilandat an, sich zu beteiligen. Sie brachten das Grab des Politikers und Ehrenbürgers Maximilian Hobrecht (1827 bis 1899) auf Vordermann. „Wir haben selbst einen Garten zu Hause“, sagt Petra Marschner. „Wenn keiner was macht, passiert nichts.“

Unter den rund 20 Helferinnen und Helfern waren auch fünf Frauen der Handarbeitsgruppe, die sich jeden Dienstag zwischen 10 und 16 Uhr im Torhaus treffen. Dort häkeln, nähen und stricken sie unter anderem Mützchen und Socken für Neugeborene im Krankenhaus. Regelmäßig stiften die insgesamt 34 Damen von ihren eingenommenen Spenden. Zuerst für den Wiederaufbau des Turmes der Auferstehungskirche auf dem Weinberg, dann für den Erhalt von alten Gräbern auf dem Friedhof. „So kamen seit 2014 schon zirka 3 000 Euro zusammen“, erzählt Eleonore Müller. Im letzten Jahr konnte so ein neuer Gedenkstein für den in Rathenow 1945 gestorbenen impressionistischen Maler Ernst Kolbe errichtet werden. „Ich pflege selbst in der Nähe ein Grab. Da kann ich hier auch immer mit gießen“, sagt die handarbeitbegeisterte Uschi Gatzke, die vor dem Gedenkstein Astern und Bartnelken pflanzte. „Demnächst wird noch ein Rhododendron gepflanzt.“

Von Uwe Hofmann

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