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Havelland Auf den Spuren der Fledermäuse
Lokales Havelland Auf den Spuren der Fledermäuse
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14:00 30.09.2018
Diese Fledermaus in einem Schacht ist sogar beringt. Das bedeutet, dass sie den Tierschützern schon mal in die Finger gekommen ist. Quelle: Carsten Scheibe
Spandau

 Die Fledermaus hat es im Winter gern gleichmäßig kühl und feucht. Das fliegende Säugetier geht bis in den April hinein in den Winterschlaf. Dabei werden alle Körperfunktionen so weit heruntergefahren, dass der Körper der Tiere kaum noch Stoffwechsel zeigt und am Ende sogar die Umgebungstemperatur annimmt. Bei etwa 3 Grad Celsius kommt die Fledermaus so mit den angefressenen Fettreserven gut über den Winter.

Bei einer Europäischen Fledermausnacht, wie Freitagabend, hat jeder einmal die Möglichkeit, mit in die unterirdischen Kellergewölbe der Zitadelle hinabzusteigen, um etwa nach dem großen Mausohr oder der Breitflügelfledermaus Ausschau zu halten.

Alle Kriterien einer Höhle sind erfüllt

Robert Henning, stellvertretender Vorsitzender vom Berliner Verein Artenschutz Team BAT weiß: „Die Zitadelle bietet mit ihren meterdicken Mauern, den ungenutzten Kellerräumen und den vielen Einflugmöglichkeiten alle Kriterien einer Höhle. Da sind die Tiere echte Kulturfolger. Im Winter sind etwa 600 Fledermäuse für uns sichtbar, die hier überwintern. Die tatsächlich vorhandene Zahl könnte fünf bis 25 Mal so hoch sein. Wir rechnen insgesamt mit 25 000 Fledermäusen in unserer Nachbarschaft.“

Auch Wasserfledermäuse auf der Zitadelle

In Deutschland zählen alle Fledermäuse zu den Fleischfressern. Sie ernähren sich von Insekten, die sie im Flug dank einer für uns unhörbaren Echo-Peilung aufspüren und geschickt aus der Luft picken. Robert Henning, der den Tieren auch mit einem Fledermausdetektor nachspürt, der Frequenzen von 45 Kilohertz hörbar macht, sagt: „Es gibt viele verschiedene Fledermausarten. Besonders verbreitet in Berlin sind die Breitflügel- und die Zwergfledermaus. Auf der Zitadelle finden wir auch die Wasserfledermaus vor. Sie hat sehr große Füße, weil diese Tiere ganz dicht über die Wasseroberfläche fliegen und mit den Füßen alle Insekten wie mit einer Harke aufsammeln, die sich hier aufhalten.“

Nächste Führungen noch im Oktober

Im Licht mitgebrachter Taschenlampen waren Freitagabend tatsächlich fliegende und in Schächten sitzende Tiere zu entdecken. „Jetzt ist Paarungszeit. In den Schächten findet man oft ein Männchen und mehrere Weibchen vor. Die Weibchen können den Samen den Winter über vorhalten und beginnen die Schwangerschaft erst im Frühjahr. Die Schwangerschaft dauert zwei Monate. In der Regel bekommt jede Fledermaus nur ein Baby, Zwillinge sind selten“, so Robert Henning.

Der Verein BAT hat sein Domizil auf der Zitadelle. Er kümmert sich um die Tiere vor Ort, macht Zählungen und setzt sich für den Schutz der Fledermäuse ein. Immer wieder dürfen auch Schulklassen und Kitas zu Besuch kommen – gern auch in die eigenen Räume, in denen sogar eine Kolonie fruchtfressender Flughunde aus nächster Nähe bestaunt werden darf. In diesem Jahr gibt es noch einige wenige Führungen: am 13., 19. und 20. Oktober ab 18.30 Uhr und am 26. und 27. Oktober ab 18 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich unter der Nummer 030/36 75 00 61.

Von Carsten Scheibe

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