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Havelland Auf der Spur der Heuschrecken
Lokales Havelland Auf der Spur der Heuschrecken
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19:30 28.08.2016
Der Warzenbeißer gehört zu den größten Heuschrecken in Deutschland. Seine Zähne können blutige Wunden beißen. Quelle: Carsten Scheibe
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37 Heuschreckenraten fühlen sich auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände in der Döberitzer Heide heimisch, darunter der Warzenbeißer und die Blauflügelige Ödlandschrecke. Biologie-Lehrer Raimund Klatt aus Potsdam erkennt sie nach Gehör. Der 48-Jährige macht für die Sielmann-Stiftung auch Nicht-Schüler sehr gern mit seinem Lieblings-Fachgebiet vertraut: den Grashüpfern.

Die Anwesenden bei der Heuschreckenwanderung am Samstag lernen gleich: Grashüpfer sagt man nicht. In Deutschland gibt es etwa 80 bis 85 Heuschreckenarten. 65 kommen in Brandenburg vor, 37 Arten allein in der Döberitzer Heide. Klatt: „Wir unterscheiden in Langfühlerschrecken und Kurzfühlerschrecken. Bei den Langfühlerschrecken sind die Fühler so lang wie der ganze Körper. Diese Tiere hören mit den Vorderknien und zirpen, indem sie nur die Flügel aneinander reiben. Kurzfühlerschrecken haben kurze Fühler, ihre Ohren am Brustkörper und machen Geräusche, indem sie die Beine an den Flügeln entlangführen.“

Jede Art hat einen typischen Gesang

Beim geführten Wochenend-Spaziergang brennt die Sonne – 32,5 Grad. Gut so, sagt der Experte. Je wärmer es ist, umso aktiver sind die Heuschrecken. Beim Gang durch die Heide springen die Hüpfer auch tatsächlich bei jedem Schritt, aber Raimund Klatt schaut gar nicht hin: „Ich habe sehr gute Ohren, wie auch meine Schüler leider feststellen müssen, wenn ich jeden Kommentar auch aus der letzten Reihe noch hören kann.“ Er komme eigentlich von der Ornithologie, dort habe er gelernt, den Vögeln zuzuhören. Das sei bei den Heuschrecken nicht anders. „Jede Art hat einen ganz typischen Gesang. Oft bestimme ich die Anwesenheit einer Art nur durch den Gesang der Männchen und gar nicht mehr per Sichtkontakt“, so Klatt weiter.

Schnell findet er einen Warzenbeißer. Das ist eine sehr große und bullige Langfühlerschrecke, fast so dick und lang wie ein Daumen. Das grün-braune Insekt hat große Mandibeln, wie die Zähne auf „Insektisch“ heißen. „Der Warzenbeißer trägt seinen Namen zu Recht. Früher haben sich die Menschen gezielt von dem Tier in die Warzen beißen lassen. Dabei würgt das Insekt einen Magensaft aus, der die Warze verätzt“, so Klatt“

Ödlandschrecke tarnt sich gut

Ebenso interessant ist die Blauflügelige Ödlandschrecke, die auf sandigen Böden lebt. Würde sie nicht bei der Annäherung von Menschen auffliegen, wäre sie so gut getarnt, dass man sie auf dem Boden sitzend kaum erkennen könnte. Im Flug dagegen zeigt sie leuchtend blaue Unterflügel, die den Flug bestens markieren.

Der Experte hat schon das nächste Exemplar vor dem geistigen Auge: „Den Steppengrashüpfer haben wir leider schon lange nicht mehr gesehen. Wir müssen beobachten und aufpassen, ob der vor Ort nicht ausgestorben ist.“ Zurzeit arbeite er im Arbeitskreis Heuschrecken Berlin-Brandenburg an einem neuen Verbreitungsatlas und an einer neuen Roten Liste für die beiden Bundesländer – das sei längst überfällig.

Spaß macht dem Lehrer vor allem eins: Wenn normale Menschen wieder Interesse an der Natur bekunden und Ohren und Augen aufsperren. Raimund Klatt: „Vor allem Kinder sind sehr schnell zu begeistern. Habe ich aufmerksame Zuhörer, kann unsere Exkursion durch die Döberitzer Heide auch gern etwas länger dauern.“

Von Carsten Scheibe

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