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Havelland Auf der Suche nach Blindgängern
Lokales Havelland Auf der Suche nach Blindgängern
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00:18 03.06.2017
Mit einer Sonde wird in fünf Meter Tiefe geprüft, ob im Boden Unregelmäßigkeiten auftauchen (v.l.): Heino Scheunert, Olaf Gollnow und Mike Schwitzke. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Sie sehen aus wie Maulwurfshügel: Mehrere Erdhaufen in einer Reihe, aus denen sechs Meter lange Kunststoffrohre ein kurzes Stück herausragen. Es sind so genannte Pegel. Olaf Gollnow und seine Kollegen von der Firma Dynasafe lassen in den Röhren eine Sonde herunter, um mögliche Bombenblindgänger aufzuspüren. Rund 1700 Mal haben sie dies seit Anfang des Jahres auf dem Gelände des alten Gaswerkes an der Graf-Arco-Straße schon gemacht.

„In zwei Fällen wurden Anomalien im Boden festgestellt“, sagt Mike Schwitzke, der fürs Havelland zuständige Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburg. Ob es sich bei den Unregelmäßigkeiten im Erdreich um Blindgänger oder einfach nur um Eisenträger handelt, ist aber noch nicht klar. Erst wenn alle Bohrungen erfolgt sind, gehen sie den Unregelmäßigkeiten auf den Grund. Dass etwas gefunden wird, ist nicht unwahrscheinlich. Schließlich gehört das alte Gaswerkgelände zum Umfeld des Bahnhofs, der am 20. April 1945 von den Alliierten bombardiert worden ist. So gab es in der Vergangenheit in der Umgebung auch schon mehrere Zufallsfunde von Blindgängern. „Die Auswertung der Luftbilder hat ergeben, dass sich auf dem Gaswerk-Gelände acht Bombentrichter befinden. Deshalb haben wir entschieden, das Areal vollflächig untersuchen zu lassen“, sagt Schwitzke. Falls man dabei etwas entdeckt, wird die Bombe entweder vor Ort entschärft oder abtransportiert.

Eigentümer des Geländes ist die Stadt Nauen. Sie will das ehemalige Gaswerk in Zukunft als Gewerbegebiet vermarkten. Das geht aber nur, wenn es frei von Kampfmitteln ist. In der Vergangenheit waren Kaufinteressenten wegen des Kostenrisikos schnell wieder abgesprungen. Doch bevor nicht ein Investor gefunden ist, wird die Kampfmittelräummaßnahme nicht abgeschlossen werden können. „Wir benötigen Baufreiheit. Das heißt, dass die nach dem Krieg errichteten Gebäude abgerissen werden müssen“, sagt Schwitzke. Das gleiche gelte unter anderem für die zu DDR-Zeiten angelegten Betonplatten. Bekannt ist, dass sich zumindest unter einem Gebäude ein Bombentrichter befindet. Inwieweit die denkmalgeschützten Klinkergebäude auf Blindgänger untersucht werden müssen, ist noch zu prüfen. „Beim Gasometer beispielsweise können wir nicht ausschließen, dass eine Bombe durchs Dach gegangen ist und im Boden steckt.“

Somit können die Kampfmittelräumer erst einmal nur etwa die Hälfte des Geländes untersuchen, nämlich die unversiegelten Freiflächen. Aber auch damit haben sie noch gut zu tun. „Wir müssen weitere 2900 Bohrungen vornehmen und brauchen dafür etwa zwei Monate“, sagt Olaf Gollnow. Dynasafe teilt dazu die Fläche in Bohrfelder ein und geht mit dem Bohrer an genau festgelegten Punkten in die Erde. Zuvor jedoch müssen die Mitarbeiter per Handschachtung herausfinden, wo Leitungen im Boden verlaufen, um diese nicht zu beschädigen.

Im Zuge des vom Kampfmittelbeseitigungsdienst festgelegten Rasters werden auch die Bombentrichter untersucht. „Die Wahrscheinlichkeit, dass darin Altlasten aus dem Krieg sind, ist sehr hoch“, so Schwitzke. Das hat sich auch kürzlich beim Bau des erweiterten Pendlerparkplatzes am Bahnhof Nauen gezeigt, als Flak-Munition zum Vorschein kam. In Potsdam fand Schwitzke in Trichtern auch schon entschärfte Bomben, die man dort nach dem Krieg einfach zurückgelassen hat.

Von Andreas Kaatz

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