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Auf der Suche nach Geborgenheit

Rathenower Schriftstellerin veröffentlicht ihren ersten Roman Auf der Suche nach Geborgenheit

Zehn Jahre ist es her, das die Rathenowerin Rita König ihren Job in der Verwaltung an den Nagel hing um zu Schreiben. Am 1. Oktober erscheint ihr Romandebüt „Rot ist schön“, ein Durchbruch für die zierliche Frau, die mit Worten berühren will. Ihr Verlag lobt das Werk als sehr persönlich und bedeutungsschwer. Am 1. Oktober stellt sie es in Rathenow vor.

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Rita König verbringt viel Zeit in der Natur. Bei Spaziergängen lässt sie sich inspirieren. Block und Stift hat sie immer dabei, um die Ideen aus dem Kopf aufs Papier zu bringen.

Quelle: Foto: Ch. Schmidt

Rathenow. Die Wörter rot und schön haben im Russischen den gleichen Wort Stamm: krasnyy und krasivyy. Da liegt der Schluss nahe, dass rot schön ist, findet Rita König. Die Schriftstellerin mag rot und ist fasziniert von Menschen mit dunkelroten Haaren, heller Haut und Sommersprossen. So geht es auch Silke, die bei rothaarigen Liebhabern und Freundinnen Geborgenheit und Sicherheit sucht. Silke ist die Hauptprotagonistin in Rita Königs Romandebüt „Rot ist schön“, das am 1. Oktober erscheint.

Das große Thema ist die Suche nach einer Familie, denn die hat Silke mit 15 Jahren verloren. Die Idylle zerbricht als die Mutter den Bruder nimmt und zuerst in den Harz und später nach Holland zieht. Silke lässt sie beim Vater zurück. Zehn Jahre nach der Trennung begibt sich Silke auf die lange Bahnreise zur Mutter ohne sicher zu sein, ob sie an ihrem Ziel aussteigen wird.

Ein Durchbruch der zu Tränen rührt

„Rot ist schön“ ist für Rita König der Durchbruch. Zehn Jahre nachdem sie ihren Job als Sozialplanerin beim Landkreis kündigte, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, findet sie in Karlsruhe einen Verlag, der ihr Werk veröffentlichen möchte. Im Frühjahr 2014 hatte sie das gesamte Manuskript an den Verlag geschickt, ein halbes Jahr später flatterte eine E-Mail in ihr Postfach, man wolle ihren Roman veröffentlichen. „Als die Email ankam, habe ich es nicht geglaubt. Meine Erfahrungen zeigen,

dass per E-mail meistens Ablehnungen kommen. Ich habe sofort zum Telefon gegriffen und mir das Geschriebene bestätigen lassen. Und dann hab ich erst einmal geheult“, erinnert sich Rita König. Ihre wachen braunen Augen werden plötzlich glasig als sie an diesen Moment denkt.

Vor zehn Jahren hatte sie ihren sicheren Job als Sozialplanerin beim Landkreis gekündigt um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Mehrere Beiträge in Literaturzeitschriften und etwa zehn Kurzgeschichten in Anthologien hat sie seither veröffentlicht. 2007 begann sie die Geschichte von Silke aufzuschreiben, arbeitete parallel an anderen Werken und begab sich nach der Fertigstellung 2012 auf die Suche nach einem Verlag.

„Die DDR ist nur der Kolorit drumherum“

Das ausgerechnet ein Unternehmen im tiefsten Westen der Republik die Geschichte über eine ostdeutsche Frau auf der Suche nach einer heilen Welt, geschrieben von einer Autorin aus Brandenburg, veröffentlicht, lässt Rita König zufrieden schmunzeln. Zugleich macht sie deutlich, dass ihr Werk keineswegs politisch motiviert ist. Silkes Reise zur Mutter spielt in den 1990er Jahren. Dazu gehört eben auch der Rückblick in die Kindheit und Jugend, die sie aber keineswegs als etwas Besonders beschreibt. Es ist die Normalität, in diesem Umfeld ist Silke aufgewachsen, genau wie die Autorin selbst. „Die DDR ist nur der Kolorit drumherum“, so König.

Neben der Kindheit und Jugend im Sozialismus gibt es noch weitere Parallelen zwischen der Autorin und ihrer Protagonistin. Wie Rita König wächst auch Silke im Märkischen auf, nur zehn Jahre später. Auch die im Roman als sehr innig beschriebene Beziehung zwischen Vater und Tochter hat Bezüge zum Leben der Autorin, wie diese verrät. „Das Buch ist eine Hommage an meinen Vater.“ Beim Kleinen Buchverlag ist man jedenfalls begeistert vom Werk der Rathenowerin. „Ein souveränes, sehr persönliches und bedeutungsschweres Romandebüt“, so das Urteil.

Am 1. Oktober erscheint „Rot ist schön“ im Buchhandel. Am selben Tag wird Rita König um 19 Uhr im Torhaus auf dem Evangelischen Friedhof in Rathenow aus ihrem Buch vorlesen. Karten für die Lesung gibt es in Walther Specht Buchhandlung im City Center. Anschließend stellt sie ihr Buch beim Kleinkunstfestival in Brandenburg/Havel vor.

Ein Leben für die Literatur

Rita König wurde 1962 geboren. Sie wuchs im Havelland auf und studierte später Betriebswirtschaft.

Bis 2006 arbeitete sie als Sozialplanerin beim Landkreis, dann beschloss sie den Job an den Nagel zu hängen und sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren.

Seither hat sie Beiträge in Literaturzeitschriften veröffentlicht und diverse Kurzgeschichten in Anthologien.

Für ihre literarische Arbeit erhielt sie in den vergangenen Jahren mehr als zwanzig Aufenthaltsstipendien, zum Beispiel im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf oder das Stipendium des Brandenburgischen Kulturministeriums, das sie für die Recherche eines Romans nach Lettland führte.

Zuletzt wurden zwei Kurzgeschichten der Rathenower Autorin in der Anthologie „Kinder, die wir waren“ veröffentlicht.

2014 las Rita König im Rahmen der Frauenwoche aus ihrem noch unveröffentlichten Roman „Greta“ vor.

 

Von Christin Schmidt

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