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Auf der Suche nach dem Falken

Falkensee Auf der Suche nach dem Falken

Wie viele Falke steckt in Falkensee? Der Frage gehen wir heute in der MAZ-Serie „Zu Hause in...“ nach. Dabei findet sich der Wappenvogel der Stadt an manchen Orten, in manchem Firmennamen und ausgestopft im Museum der Stadt.

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Riesenfalke: Amanda (li., 10 J.) und Daniela (12 J.) vom HSV Falkensee 04 der D-Jugend mit dem Falken-Maskottchen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Manchmal müssen die Handballer von HSV Falkensee Federn lassen. Manchmal sind sie aber auch die Überflieger. Wie auch immer, das Maskottchen ist gut gelaunt dabei. Das gelb-braune Stofftier mit dem lachenden Hakenschnabel soll einen Falken darstellen. Es ist ein Bekenntnis zur Stadt Falkensee.

Falken am See und bei Seeburg

Es ist nicht das einzige Bekenntnis zu dem Ort, der den Falken in seinem Namen trägt. „Wir sind alte Falkenseer“, sagt Jens Hansen, da war es für ihn keine Frage, seine Firma „Falken Automobil GmbH“ zu nennen. Seit 22 Jahren ist er mit seiner Firma in Falkensee am Markt. Handel, Service und Werkstatt finden hier unter den Schwingen des hier adlerhaft wirkenden Falkens statt. Und Falken als Vögel hat der Ur-Falkenseer Jens Hansen schon manches Mal ausgemacht, erzählt er: am Falkenhagener See oder an der Straße nach Seeburg etwa.

Falke als Marke aus Falkensee – einst für Seitenwagen von Motorrädern

Falke als Marke aus Falkensee – einst für Seitenwagen von Motorrädern

Quelle: Marlies Schnaibel

„Falken bauen keine Nester, sie brauchen ein fremdes Nest oder eine Stelle in einem Haus“, erklärt Horst Schreiber. Falkensees erfahrener Hobbyornithologe hat die heimische Vogelwelt über Jahrzehnte beobachtet, die Schwäne waren sein Steckenpferd, tausende Vögel hat er beringt. Jetzt mit über 80 Jahren natürlich nicht mehr. Aber mit Vögeln kennt er sich immer noch sehr gut aus. „Zuletzt habe ich Falken in der Finkenkruger Straße gesehen“, erzählt er, „da wo einst der Schlachthof stand, hinter der Tankstelle, stehen noch verlassene Gebäude, da findet der Vogel Nistmöglichkeiten.“

Seitenwagen aus Falkensee

Wer sich dort nicht auf die Lauer legen will, um einmal einen Falkenseer Falken zu sehen, der kann sich im Museum der Stadt schlau machen. Dort ist ein ausgestopftes Exemplar zu sehen. Es ist nicht der einzige Falke im Museum. Auf Briefmarken, die im September 1945 in Falkensee herausgegeben worden sind, ist der Falke beim Sturz in den See zu sehen. Die Abbildung wurde wahrscheinlich dem damaligen Gemeindesiegel abgeschaut. Grafisch mag das fragwürdig umgesetzt sein, denn die Museumsmitarbeiter hatten viel Freude bei der Vermutung einer Besucherin, darauf sei eine Brieftaube abgebildet.

Mehr Falke als Taube ist da schon das Blechschild, das einst für ein Produkt aus Falkensee warb. „Falke“ hieß in den Fünfziger Jahren ein Motorradbeiwagen aus dem VEB MBF, dem Volkseigenen Betrieb Metallbearbeitung Falkensee. Das war ein relativ leichtes und preiswertes, aber eben auch nicht besonders robustes Produkt. Vielleicht war auch die sozialistische Zentralisierung Schuld. Jedenfalls war dem Falkenseer Fahrzeugbau kein Höhenflug beschieden. Mit „Falke“ war es nach recht kurzer Zeit vorbei.

Das eint ihn auch mit so mancher Unternehmung aus der Neuzeit. Die Falken kamen und gingen. Die Falken-Apotheke gibt es nicht mehr, nur noch ein Schild wurde beim Firmenwechsel übersehen und verrottet jetzt langsam an der Ruppiner Straße. Falken-Bau, Falken-Finanz, Falken-Schuhe, Falken-Gold- und Silberschmuck – sie hatte es mal eine Zeit ins Handelsregister geschafft.

Die weltweit agierende Falken Trade GmbH hatte auch in Falkensee eine Niederlassung, aber auch da heißt es inzwischen „Kein Anschluss unter dieser Nummer“. Es wird wohl woanders mit Rohstoffen der Lebensmittelindustrie gehandelt.

Immerhin: Der Falkenmarkt im Nordosten der Stadt trägt weiterhin seinen Namen und hat schon manche Veränderung auf dem Gelände des Einkaufs- und Gewerbeparks erlebt. Mit einem gewissen Ernst schaut der Vogel auf das Geschen um ihn herum, am Donnerstag durfte er schon mal staunen, wie die Bauarbeiten am Kreisverkehr ganz schnell zum Megastau führten. Wer sich durch den erfolgreich hindurchgekämpft hat und das Spandauer Ufer erreicht hat, kommt am angeblich besten Döner von Berlin vorbei – den gibt es beim Falken-Grill.

Von Marlies Schnaibel

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