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Havelland Auf der Suche nach dem Zentrum
Lokales Havelland Auf der Suche nach dem Zentrum
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07:15 23.09.2016
Ein Engel wird enthüllt: Die Seegefelder Kirche ist das älteste Geäude der Stadt und nicht nur ein geistiges Zentrum. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Wenn Ralf Bayer auf das Dach seines Hauses steigt, dann hat er das Zentrum von Falkensee gut im Blick. Die Wurzeln der Stadt liegen im Dorf Seegefeld. Von oben geht der Blick die Bahnhofstraße entlang, reicht vom Bahnhof bis zur Dorfkirche. Im Westen lugt die neue Stadthalle zwischen den Häusern hervor, im Osten wartet eine Grasfläche am Akazienhof auf ihre Bebauung.

Blick auf die Bahnhofstraße bis zur Seegefelder Kirche. Quelle: Marlies Schnaibel

Ralf Bayer führt hier eine Zahnarztpraxis, hat ein neues Wohn- und Geschäftshaus gebaut. Dafür hat er viel Lob, aber auch viel Gegenwind bekommen. „Der hässliche, große Kasten passt nicht hierher“, wurde er von einer Frau jüngst auf einem Podiumsgespräch angegangen. „Ich hab es so gebaut, weil es mir so gefällt“, sagte Bayer da nur ganz sachlich. So sachlich, klar und modern wie der Bau selbst ist. Und was die Größe betrifft, da verweist er gern auf das Nachbargebäude, das wurde vor mehr als einhundert Jahren gebaut und überragt mit seinem hoch aufstrebenden Dach alle Gebäude der Neuzeit.

Als das alte Haus, in dem sich heute ein Bestattungsinstitut, ein Italiener, ein China-Allerlei-Laden und das Begegnungszentrum der Linken befinden, gebaut wurde, musste ein kleines Bauernhaus weichen. Die Bahnhofstraße veränderte ständig ihr Gesicht. Und ihre Namen. Dorfstraße, Hauptstraße, Adolf-Hitler-Straße, Straße der Jugend. Alles schon da gewesen. Heute ist es die Bahnhofstraße und wenn man in Falkensee ein Zentrum sucht, dann wird man hier noch am ehesten fündig.

Viele wünschen sich ein belebtes Zentrum, aber der Weg dahin ist mühsam. Ein Blick auf die Geschäftslage zeigt das: Einzelhandel hat es hier schwer. Neue Geschäftsräume werden oft eher von Dienstleistern besetzt: Physiotherapie, Tagespflege, Arztpraxen, Notare. Zu den wenigen Läden, die es schon recht lange in der Straße gibt, zählt die Goldschmiede Kämling. Jacqueline Kämling übernahm das Geschäft von ihrem Vater Günter, der es 1976 in der Seegefelder Straße eingerichtet hatte. Eine Ur-Falkenseer Familie, ein Ururgroßonkel hatte in Seegefeld 1880 den ersten Krämerladen eröffnet, wo es von Wurst bis Petroleum und Kolonialwaren vieles gab. Aber die Kaufgewohnheiten haben sich grundlegend geändert, das weiß Jacqueline Kämling: „Viele Kunden kaufen in Berlin oder im Havelpark ein, manches Geschäft hat es in Falkensee schon gegeben, aber die Läden haben sich nicht halten können.“ Mit Service und einem Sortiment, das allen Altersklassen etwas bietet, hält sie das Traditionsgeschäft am Markt. Wenn sie sich etwas für die Bahnhofstraße wünschen würde, dann sagt die Geschäftsfrau: „Weniger Verkehr.“ Die Menschen kommen kaum über die Straße, die Autokolonnen reißen nicht ab.

Von der lauten Straße in einen ruhigen Hinterhof sind die „Biofreunde“ gezogen. Obwohl es derzeit dort auch nicht ruhig, sondern laut zugeht: Auf dem Gelände hinter der Löwen-Apotheke wird eine neuer Netto-Einkaufsmarkt gebaut. „Für uns ist das an sich gut, bringt es doch mehr Menschen in diesen Abschnitt des Falkenseer Zentrums“, sagt Christine Feix, die mit Vera Jesse den Laden führt. Die Veränderungen an der Bahnhofstraße beobachten sie genau, auch die Debatten über einen neuen Biomarkt. „Konkurrenz belebt das Geschäft, das gilt auch in Falkensee“, kommentiert Christine Feix die Diskussionen. Neue Angebote würden mehr Menschen in das Zentrum ziehen, das sei gut.

Wo fängt das Zentrum an, wo hört es auf? „Wenn ich die Stadtplaner höre, denke ich, das Zentrum hört für die vor unserer Tür auf“, sagt Gisela Dittmer, Pfarrerin der Seegefelder Kirche. Sie wirbt dafür, dass die Kirche und der nördliche Teil des Angers in die Planung mit einbezogen werden. Die Seegefelder Kirche ist das älteste Gebäude von Falkensee. Eines, das sich auch immer wieder gewandelt hat. Gerade erst wurde den beiden barocken Engeln, dem Engel der Versöhnung und dem Engel der Leidenschaft, ein neuer Platz zugewiesen. „Mit Versöhnung und Leidenschaft lässt sich vieles im Leben gestalten“, sagt Gisela Dittmer. Manchmal gehört auch Engelsgeduld dazu.

Von Marlies Schnaibel

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