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Havelland Auf der Suche nach den fehlenden Marken
Lokales Havelland Auf der Suche nach den fehlenden Marken
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00:32 22.10.2015
Wollten am Sonntag ihre Sammlung komplettieren: Klaus Rothe, Jörg Weidmann und Udo Huth (v.l.). Quelle: Andreas Kaatz
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Falkensee

Ohne Pinzette ging am Sonntag im Kulturhaus „Johannes R. Becher“ gar nichts. Denn die Schätzchen, die dort den Besitzer wechselten, waren empfindlich, durften auf keinen Fall Schaden nehmen. Die Rede ist von Briefmarken. Der Falkenseer Briefmarkensammlerverein 51 e.V. hatte zum Philatelie-Großtausch geladen. Nicht nur Falkenseer, auch Berliner oder Potsdamer kamen mit ihren Alben dorthin.

„Jeder versucht heute, fehlende Marken für seine Sammlung zu finden“, sagte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Klöpfer. So auch Mitglied Jörg Weidmann. Er schaute unter anderem, ob er seine Dienstmarken für Ämter aus den Jahren 1927/28 komplett bekommt. „Ich bin erst seit vier Jahren im Verein organisiert“, sagte er. Davor hatte er auch schon sehr lange gesammelt, war vor einiger Zeit aus Berlin nach Falkensee gezogen. „Ich habe Briefmarken aus aller Welt. Darüber habe ich damals die Welt kennengelernt“, berichtet er von seinen Anfängen, als das Reisen nicht möglich oder aber zu teuer war. Jetzt sammelt er vor allem Deutschland und dessen Vorgängergebiete.

Aber nicht nur bei einem Termin wie diesem versuchen die Philatelisten, ihre Sammlungen zu vervollständigen. Zudem wird sich im Bekanntenkreis ausgetauscht oder aber bei den 14-tägigen Treffen der Falkenseer Briefmarkenfreunde. Und dabei geht es nicht nur um perfekte Postwertzeichen und gut lesbare Stempel, auch um anerkannte Fehldrucke. Wenn etwa Buchstaben nicht ganz vollständig oder aber Wasserzeichen mangelhaft sind, dann kann der Wert solcher Marken schon mal um das Zigfache steigen.

Rund 15 Mitglieder hat der Falkenseer Briefmarkensammlerverein momentan. „Zu DDR-Zeiten waren es mehr als 80“, weiß Wolfgang Klöpfer zu berichten. Allerdings seien darunter viele passive Mitglieder gewesen. Schließlich hatte es sich damals gut gemacht, wenn man nachweisen konnte, dass man sich gesellschaftlich betätigt – und sei es im Briefmarkenverein. Nach der Wende ging die Zahl deutlich zurück. Doch die, die geblieben sind, haben auch tatsächlich gesammelt. Um die Zukunft macht sich Klöpfer aber ein bisschen Sorgen, weil kein Nachwuchs kommt. Die meisten Mitglieder sind jetzt mehr als 70 Jahre alt, der jüngste 55. „Die Jugendlichen haben einfach kein Interesse mehr daran“, bedauert er. Und auch Frauen sind eher eine Seltenheit bei den Philatelisten, derzeit gibt es keine im Verein.

Dabei kann nicht nur Klöpfer bestätigen, dass dieses Hobby bildet und Spaß macht, sondern auch Dieter Bronisch. Der 69-Jährige begeisterte sich schon als Schulkind dafür. „Wir haben in den Pausen Briefmarken getauscht“, erinnert er sich. Neben diversen Ländersammlungen hat er sein ganz persönliches Spezialgebiet gefunden: die „Freie Stadt Danzig“ (1920-1939). Nur 406 Marken einschließlich Nachporto und Dienstmarken sind erschienen, und doch lässt ihn Danzig nicht mehr los. „Ich habe mich auch mit der Geschichte befasst, das ist schon spannend“, sagte er. Mittlerweile war er mit gleichgesinnten Briefmarkenfreunden schon mehrfach im heutigen Gdansk und hat Postgebäude besichtigt. „Es macht mir richtig Spaß“, sagte er.

Mit ihrem Album aus früheren Tagen kam auch Corinna Langer am Sonntag ins Kulturhaus: „Ich habe etwa 15 Jahre lang bis Ende der 80er-Jahre gesammelt. Heute wollte ich nur mal sehen, ob ich noch jemanden mit meinen Marken erfreuen kann oder ob auch eine ganz Wertvolle darunter ist.“

Von Andreas Kaatz

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