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Baden als Mutprobe

Auf ein Wort von Marlies Schnaibel Baden als Mutprobe

Auf ein Wort - Die MAZ über Interessantes, Kurioses, Witziges aus dem Alltag. Heute: Marlies Schnaibel über das möglichst frühe Anbaden, pubertäres Imponiergehabe, die eiskalte Ostsee und ein ordentliches Foto.

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Quelle: dpa

Nun also auch Ketzin. Offizielles Anbaden im Strandbad. Das müssen sie ohne mich machen. Die Zeiten, da ich mich an gruppendynamischen Aktionen im Möglichst-Früh-Anbaden beteiligte, sind vorbei. Als Schüler haben wir einen wahren Wettkampf daraus gemacht, mindestens am 1. Mai haben wir uns in den schönen, tiefen, klaren See meiner Heimatstadt geschmissen. Das hatte keinen sportlichen oder gesundheitspolitischen Sinn, das war ausschließlich pubertäres Imponiergehabe. Später bin ich noch einmal im April in die Ostsee gestiegen, habe zwischen Eisbergen gebadet – aber das war auch kein richtiges Baden, sondern notgedrungen passiert, um ein ordentliches Foto für die Zeitung hinzugekommen. Mein Kollege hatte einen Fotoapparat dabei, ich machte den Eisbader. „Was Leute nicht alles tun, um in die Zeitung zu kommen!?“, wurde ich nachher in der Redaktion (immerhin respektvoll) bespöttelt. Aber: Baden gehe ich seitdem nur noch, wenn es richtig warm ist.

Von Marlies Schnaibel

Marlies.Schnaibel@MAZ-online.de

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