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Auf ein Wort Vasen auf der Resterampe
Lokales Havelland Auf ein Wort Vasen auf der Resterampe
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14:20 26.05.2014
Quelle: dpa
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Als ich neulich mal in die Falkenseer Alt-Stadthalle blickte, stieß ich auf einen Tisch mit Dingen, die man so mitnehmen kann. Ein paar vergilbte Bücher und jede Menge Vasen. Kleine und größere, klopsige Keramik-Grausamkeiten, ungeschickte Antik-Nachahmungen. Eine Vasen-Resterampe. Sie erinnerte mich an einen Nachmittag in meiner Kindheit, als meine Mutter angesichts eines Blumenstraußes klagte, sie hätte nicht die passende Vase. „Du hast doch so viele“, spottete mein Vater und begann – ganz den Ingenieur rauskehrend – die Vasen in der Wohnung zu zählen. Von der robusten Bodenvase bis zum zarten Rauchglasgebilde reichte die Palette, wir stöberten immer neue Exemplare auf und bauten sie auf den Wohnzimmertisch auf. Der reichte nicht, am Ende waren es mehr als einhundert Vasen. Meine Mutter konnte dann sogar drüber lachen. Bis heute hat sie keine davon weggeschmissen und einige wären längst ein Fall für die Resterampe.

Von Marlies Schnaibel

Marlies.Schnaibel@MAZ-online.de

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