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Aufbruch in die Moderne

Villa am See Aufbruch in die Moderne

Wie die Werke der Künstler der Novembergruppe zu Schuhmann, Chopin und Eisler passen und welchen Zusammenhang man zwischen beiden Künsten herstellen kann, dass wollen Stefan und Ulrike Behrens in der Villa am See zeigen.

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Premnitz. Musik und Literatur gepaart mit bildender Kunst, so könnte man das Konzept der Villa am See in Premnitz kurz umreißen. Der Schatz an bedeutenden Bildern, Objekten und Skulpturen, den die ehemalige Direktorenvilla beherbergt, ist so groß, dass die Hausherren Ulrike und Stefan Behrens zu den verschiedenen Konzerten und Lesungen, zu denen sie regelmäßig einladen, stets thematisch passende Werke in ihrer Sammlung finden. Auch für den Klavierabend mit dem Pianisten Matthew Rubenstein am kommenden Samstag hat das Paar wieder rund 50 Werke ausgewählt. Allesamt Arbeiten der Novembergruppe, jener Künstlervereinigung, die sich 1918 in Berlin gründete und deren Namen eine Anlehnung an die vorangegangene Novemberrevolution ist.
Dazu gehörten italienische Futuristen ebenso wie bedeutende DADA-Künstler und wichtige Bauhaus-Mitglieder. Vor allem Werke von Künstlern, die in Brandenburg und Berlin tätig waren, will Stefan Behrens in der Ausstellung am Wochenende zeigen. Zusehen sind Arbeiten von Curt Ehrhardt, der in Ziesar geboren wurde, von dem gebürtigen Berliner Ernst Frisch sowie Werke zahlreicher Künstler, die es nach Berlin zog, darunter die Maler Arnold Topp (Kubismus und Expressionismus) und Rudolf Ausleger (Expressionismus), der Bildhauer und Filmregisseur William Wauer, der Maler und Grafiker Max Pechstein und viele mehr.

Das Neue und Moderne fordert uns

„Wir wollen Interesse für zeitgenössische Kunst und Musik entfalten“, beschreibt Stefan Behrens seine Mission. In der Musik fängt die Moderne bei Chopin und Schuhmann an und führt hin zu den selten gespielten Werken von Stefan Wolpe. Sowohl das Konzert als auch die Ausstellung sollen zeigen, wie sich die Künste in den letzten einhundert Jahren entwickelt haben. Vom natürlichen, recht gegenständlichen Werk hin zum Abstrakten. „In der Musik ist es wie in der bildenden Kunst, das Neue, auch wenn es schon hundert Jahre alt ist, ist immer noch so modern, so dicht und von so hoher Qualität, das es uns fordert. Wer sich darauf einlässt, erlebt die Weiterentwicklung von Schuhmann und Chopin“, sagt Stefan Behrens.

Er möchte dem Publikum die Angst vor Namen wie Hanns Eisler oder Stefan Wolpe nehmen. „Diese Werke sind ungewohnt, weil wir uns zu wenig damit beschäftigen. Die Frage ist, sind wir bereit unsere Ohren und Hörgewohnheiten, unsere Seele für die klassische Moderne zu öffnen?“, fragt Behrens. Für all jene, „deren Ohren noch nicht geistig verschmalzt und deren Seelenfenster noch einen Spalt offen steht, um Entwicklung, Wandel aufzunehmen“, verspricht Behrens ein fantastisches Konzert mit einem begnadeten Pianisten. Denn Rubenstein, so erklärt es Behrens, „durchlebt die von ihm gespielten Werke. Er findet die jeweilige innere Stimmung des Werkes, formuliert innig behutsam wo nötig und kraftvoll und brillant wo es gefordert wird.“

Info: Die Ausstellung der Novembergruppe ist am 7. November ab 18 Uhr zu sehen, das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Am 4. Dezember gibt es um 19 Uhr Literatur, Film und Musik. Der polnische Autor Andrzej Bart stellt seinen Roman „Knochenpalast“ vor. Mit einem Weihnachtskonzert klingt das Jahr am 19. Dezember in der Villa am See aus. Es musizieren das „Duo Con Colore und die Sopranistin Irina Küppers“.

Von Christin Schmidt

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