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Auferstehungskirche bekommt ein neues Dach

Rathenow Auferstehungskirche bekommt ein neues Dach

An der Auferstehungskirche auf dem historischen Rathenower Weinbergfriedhof hat am Montagmorgen die Dacherneuerung begonnen. Insgesamt wird das Vorhaben mehr als 100 000 Euro kosten. Wenn das Wetter mitspielt, können die Arbeiten noch vor dem Weihnachtsfest abgeschlossen werden.

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An der Auferstehungskirche hat am Montag die Dacherneuerung begonnen.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Am Montagmorgen hat die Dacherneuerung der Auferstehungskirche auf dem Rathenower Weinbergfriedhof begonnen. Damit ist nun innerhalb von kurzer Zeit schon das zweite Bauprojekt an dieser Kirche Wirklichkeit geworden. Am 24. März 2015 war der Wiederaufbau der Turmes unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit dem Aufsetzen einer neuen Spitze vollendet worden. Schon damals hätten ihn Fachleute gefragt, hat Pfarrer Andreas Buchholz erzählt, ob nicht besser erst das Dach hätte saniert werden sollen. Früher als ihm lieb war, hat sich nun das zweite Bauprojekt gewissermaßen von selbst auf die Tagesordnung gesetzt.

Im Frühjahr hatte der Schornsteinfeger überraschend die Evangelische Kirchengemeine beauflagt, die Heizung der Auferstehungskirche zu erneuern. Dazu gehört unabdingbar auch ein neuer Schornstein und der wiederum war so eng mit dem Dach verbunden, dass dessen Erneuerung auch dringend angesagt war.

Pfarrer Andreas Buchholz: „Wir hätten gerne etwas eher angefangen“

„Wir hätten gerne etwas eher angefangen“, hat Pfarrer Andreas Buchholz zum Baubeginn gesagt. Doch die Vorbereitungsphase sei nicht einfach gewesen. Er meinte vor allen Dingen die Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. Das ganze Dach sei in seiner Vielgestaltigkeit eine anspruchsvolle Konstruktion, deshalb habe die Kirchengemeinde mit dem Denkmalschutz eine größere Anzahl von Details abstimmen müssen. Zu klären waren Fragen wie: Welches Material darf verwendet werden? Welche Veränderungen hat es nach 1945 am Dach gegeben? Können die Blechkehlen wieder genauso eingesetzt werden wie sie jetzt sind? Es war zudem vermutet worden, dass der Dachstuhl zu einem größeren Problem werden könnte, wenn er umfangreich geschädigt gewesen wäre. Das hat sich aber als nicht so gravierend heraus gestellt.

Die Finanzierung des Vorhabens ist grundsätzlich gesichert. Man geht bislang von einer Bausumme über 100 000 Euro aus. Wie Pfarrer Buchholz mitteilt, ist eine Drittel-Teilung vereinbart worden. Ein Drittel der Gesamtsumme übernimmt der Kirchenkreis Nauen-Rathenow, ein Drittel wird bezahlt aus der Friedhofskasse und nicht zuletzt bringt der Verein Memento, der sich der Erhaltung des historischen Weinbergfriedhofs verschrieben hat, das letzte Drittel auf. „Es fehlen noch Spenden“, teilte Pfarrer Buchholz eine vorhersehbare Tatsache mit und ergänzte: „Jeder Euro hilft.“

Dachdeckermeister Jürgen Makus hat gesagt, dass der Auftrag noch vor dem Weihnachtsfest abgeschlossen werden kann, wenn das Wetter die Arbeitsmöglichkeiten nicht zu sehr einschränkt. Von morgens bis abends werde gebaut, so lange das Tageslicht reicht. Jetzt zu Beginn werden zunächst alle Dachziegel herunter genommen. Sie können nicht wieder verwendet werden, weil sie in einem so schlechten Zustand sind, dass sie nur noch entsorgt werden können. Anschließend werde eine Unterspannbahn ausgelegt und darauf werde die neue Traglattung aufgebracht. Ein Schornstein muss neu gemauert werden, die Dachklempner sorgen für Rinnen und Fallrohre.

Gebaut in der Zeit von 1914 bis 1917

Die Auferstehungskirche auf dem historischen Rathenower Weinbergfriedhof ist als Friedhofskapelle in der Zeit von 1914 bis 1917 gebaut worden.

Die Pläne stammen vom Berliner Curt Steinberg, der Architekt und Leiter des Kirchlichen Bauamtes war.

Eine Orgel erhielt die Kapelle im Jahr 1938 von der bekannten Potsdamer Firma Schuke.

Spenden können eingezahlt werden auf das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde (IBAN: DE72 1605 0000 3861 0088 90) oder des Vereins Memento (IBAN: DE45 1609 1994 0001 1078 28). Das Stichwort lautet in beiden Fällen: Dach Auferstehungskirche.

Von 2013 bis 2015 war die Spitze des Turmes der Auferstehungskirche erneuert worden.

Zerstört wurde sie bei den Kämpfen des Zweiten Weltkrieges im April 1945.

Die Wiedererrichtung der Spitze begann 2013 mit einem 1. Bauabschnitt. Dabei wurde der Turmstumpf mit einer Betondecke so ertüchtigt, dass er wieder eine Spitze tragen konnte.

Der 2. Bauabschnitt wurde mit dem Aufsetzen einer neuen Spitze im März 2015 vollendet.

Dachdeckermeister Jürgen Makus hebt hervor, dass der Auftrag zur Dacherneuerung in Rathenow geblieben ist.

Vom Grundsatz her wird das Dach mit Ziegeln wieder genauso gedeckt, wie es 1917 im Original gewesen ist. „Das ist ein sehr schönes Dach, etwas Besonderes“, hat Jürgen Makus gelobt. Weil vieles sehr aufwendig geformet sei, habe es ein hohes handwerkliches Anspruchsniveau. Es gebe viele Grate, Kehlen und Rundungen. Sehr, sehr viele der verwendeten Ziegel müssen deshalb geschnitten werden, sagt der Meister. Sie würden außerdem verschraubt und verdrahtet, damit sie auch bei Sturm fest liegen bleiben.

Beim Dach der Auferstehungskirche gab es bislang die Besonderheit, dass man dort Dachziegel aus vier verschiedenen Zeitabschnitten erkennen konnte. Die ältesten waren aus der Bauzeit von 1914 bis 1917. Es folgten welche der ersten Reparaturen nach der Beschädigung im April 1945. Zu DDR-Zeiten war dann mit Betonformsteinen gearbeitet worden und nicht zuletzt waren auch relativ neue Ziegel aus den letzten Jahren zu entdecken.

Von Bernd Geske

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