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Havelland Aufregungen auf den zweiten Blick
Lokales Havelland Aufregungen auf den zweiten Blick
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00:19 06.08.2017
Auch so: Havelland, wie der Schönwalder Fotograf es sieht. Quelle: Ingo Kuzia
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Schönwalde-Glien

Er gibt dem Havelland eine eigene Struktur. Der Fotograf Ingo Kuzia sucht die unspektakulären Momente und hält sie fest. Er vereinzelt Blickwinkel und manifestiert die sonst flüchtige Wahrnehmung. In seiner neuen Ausstellung „Stadt- und Landschaften“ lässt er Berlin und Brandenburg aufeinandertreffen.

Zu sehen sind die Bilder im Berliner Café „Reet“ in der Nähe vom Charlottenburger Schloss. „Mein Kiez“, sagt Ingo Kuzia, der hier geboren und aufgewachsen ist und der seit 15 Jahren im havelländischen Schönwalde lebt. „Ich bin dort angekommen“, sagt er über das Havelland. Auch, wie er gesteht, weil ihn das Havelland überrascht hat. Mit einem Künstlerfreund hat er die Region erkundet, hatte im Buga-Jahr Schlossparks fotografiert: Senzke, Wagenitz, Nennhausen. „Ich war überrascht, welche Juwelen es im Havelland gibt, und wie wenig sie doch bekannt sind“, sagt er. In der jetzigen Ausstellung sind einige dieser Aufnahmen zu sehen.

Aber Kuzia hat nicht nur Schlossparks fotografiert und das mit den „Juwelen“ sieht er weitgefasst. Er entdeckt das Sehenswerte, Schöne, Dramatische, Sentimentale, Gelassene, Komische an vielen Stellen. Immer interessiert ihn die Struktur des Vorgefundenen. Das sind dann formal anscheinend einfache Dinge. Etwa ein Weg aus alten Betonplatten. Wie eine Startbahn in einen Himmel, der alles verspricht, mutet dieser Weg an. Gefunden bei Kremmen.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt die Tankstelle: Sie steht einsam in der Landschaft, das weit ausladende Dach zeigt die Spuren des Verfalls, hier tankt keiner mehr, hier spendet keiner Trost. Gefühl und Erinnerung gehen beim Betrachter hier zurück. Gefunden bei Nennhausen.

Die Motive

findet der Fotograf bei Streifzügen durchs Land. Er sieht hin. Er sieht etwas, das sich in ihm festhakt, dieses Gespür „Da ist was.“ Und er schaut so lange hin, bis er sein Motiv erkennt und abdrückt.

In der aktuellen Ausstellung lässt Ingo Kuzia die Aufnahmen aus dem Havelland auf Upper West treffen: Großstadthäuser hat er fotografiert. Monumentale Fassaden von Hotels am Kudamm und Industriebauten in Spandau. Der Zweck des Gebäudes tritt dabei in den Hintergrund. Farblich fast auf Schwarz-weiß reduziert lässt der Fotograf die Strukturen wirken: Wie ein alles bestimmendes Raster gliedern die Fenster die Fronten; eine Außentreppe wird durch ihr eigenes Schattenbild zum Star
eines Fotos. Berlin will mit Hochhäusern imponieren, das Havelland zeigt sich gelassener. Spannend kann beides sein.

So fängt Ingo Kuzia mit seinen „Stadt- und Landschaften“ viel von dem Reiz der Doppelregion Metropole-Umland ein. Eine gute Gegend zum Leben und Arbeiten, findet Ingo Kuzia. Dabei hat der Mann die Welt gesehen, in spektakulären Momenten. Studiert hatte er an der FU Berlin Geografie, Germanistik und Publizistik, als freier Sportfotograf war er seit 1982 für führende Zeitschriften und Zeitungen unterwegs, berichtete von Europa- und Weltmeisterschaften. Das waren Aufregungen auf den ersten Blick. Längst ist Kuzia bei den Aufregungen auf den zweiten Blick gelandet. Seine Fotografien sind welche, wo man mehr als einmal hinschaut.

Das will er auch mit seinen jüngsten Bildern erreichen, die er für eine Ausstellung im Falkenseer Museum anfertigte. Dort sind ab 1. September Arbeiten von fünf Künstlern zum Thema Reformation zu sehen. Lange hat Kuzia überlegt, wie er sich dem Thema nähert. Er wählte einen technisch bestimmten Weg. „Ich ging formal daran, ich reformiere Bilder der Reformation“, sagt er. In Wittenberg hat er sozusagen die heiligen Stätten der Reformation fotografiert – mit einer Camera Obscura.

Von Marlies Schnaibel

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