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Auftakt zur Frauenwoche im Havelland

Schloss Ribbeck Auftakt zur Frauenwoche im Havelland

Im Schloss Ribbeck hat der Landkreis Havelland am Freitag seine Veranstaltungsreihe zur 26. Brandenburgischen Frauenwoche eröffnet. Martina Engel-Fürstberg, die als Trainerin für weibliche Führungskräfte arbeitet, sprach über das Thema „Jungfrau, Mutter, Hexe, altes Weib – Über Archetypen der Frau“.

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Martina Engel-Fürstberg hielt im Schloss Ribbeck zum Auftakt der Frauenwoche den Vortrag „Junge Frau, Mutter, Altes Weib“.

Quelle: Uwe Hoffmann

Ribbeck. „Was damals für meine Mutter noch funktionierte, passte nicht mehr für mich. Und was für mich wichtig war, funktioniert heute nicht mehr für meine Tochter“, sagt Martina Engel-Fürstberg über die verschiedenen Lebensentwürfe dreier Generationen. Die Wahl-Potsdamerin wuchs auf dem Land, im katholischen Bayern, auf. Martina Engel-Fürstberg, selbstständige Trainerin für weibliche Führungskräfte, hielt am Freitagabend ihren Vortrag „Jungfrau, Mutter, Hexe, altes Weib – Über Archetypen der Frau“. Der Landkreis Havelland lud zur offiziellen Auftaktveranstaltung der 26. Brandenburgischen Frauenwoche in den Großen Saal des Schlosses Ribbeck ein. Die steht in diesem Jahr, mit Veranstaltungen im gesamten Monat März, unter dem Motto „Frauengenerationen im Wechselspiel – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“.

„Wenn unterschiedliche Frauengenerationen aufeinander treffen, kann das befruchten und Neues hervorbringen, so dass alle davon profitieren“, sagt Bianca Lange, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Havelland. Manchmal könne das Aufeinandertreffen aber auch schwierig sein. Positive und kritische Aspekte würden nicht nur in persönlichen Kontakten, sondern auch durch Strukturen bestimmt. Dieser Themenschwerpunkt solle dazu beitragen, sich dem Motto in unterschiedlichster Weise zu nähern.

Das Märchen „Schneewittchen“ zeigt Beispiele für Frauenbilder

„Märchen transportieren gesellschaftliche Konflikte ganz gut“, nutzte Martina Engel-Fürstenberg das Märchen „Schneewittchen“ als Gleichnis für die verschiedenen Frauenbilder. Die junge schöne Königstocher steht in der Gesellschaft als Jungfrau, die überhöht wird. Die böse Stiefmutter steht für die alte Frau, deren Weisheit im Matriarchat viel mehr wertgeschätzt wurde. So ist es auch noch heute in wenigen Kulturen, beispielsweise bei den Aborigines in Australien und auf einigen Südseeinseln. Über 20 000 Jahre alte archäologische Funde von Statuetten, welche die Weiblichkeit und Fruchtbarkeit der „Urmutter“ als Göttin verehren, sind ein Zeichen des über viele Jahrtausende herrschenden Matriarchats – ohne erkennbare Herrschaftsstrukturen. „In den letzten 10 000 Jahren kam es durch massive klimatische Veränderungen zu gesellschaftlichen Umbrüchen“, so Martina Engel-Fürstberg. „Mit der Herdenhaltung entstand Eigentum und Machtstrukturen bildeten sich heraus. Die Stellung des Mannes wurde wichtiger und führte zum Patriarchat.“

Veranstaltungen der 26. Frauenwoche

8. März, 17.30 Uhr, Haveltor-Kino: Film mit Diskussion „Suffragette – Taten statt Worte“

8. März, 12.15 bis 15 Uhr, Havellandhalle: Handballturnier Schüler/innen der 1. bis 3. Klassen der Scholl-Grundschule

9. März, 10 bis 12 Uhr, Schopenhauerstraße 18c: Frauentagsfeier des Vereins LAB

9. März, 14 bis 17 Uhr, Begegnungsstätte „Fidelio“, Ebert-Ring 80: Frauentagsfeier der Volkssolidarität

10. März, 15 bis 18 Uhr, Pension „Tivoli“: Seniorentanz und Würdigung der Frauen anlässlich des Internationalen Frauentages

12. März, 9 bis 12 Uhr, Gasthaus „Retorte“, Premnitz: Frühstücks-Treffen für Frauen „Lass doch die Sonne in deinen Keller scheinen“

15. März, 16 bis 17.30 Uhr, Havellandhalle: Handballturnier zweier Mädchenmannschaften aus Rathenow und Milow sowie von Erzieherinnen und Müttern

Weitere Informationen auf der Internetseite der Stadt Rathenow und des Landkreises Havelland.

„Derzeit ändert sich die Rolle der Frau und Mutter in unserer Gesellschaft wieder. Frauen werden auch als Führungskräfte gebraucht“, so die Trainerin für weibliche Führungskräfte und Mutter dreier Kinder. Aber die Wirtschaft müsse mehr umdenken und die entsprechenden Bedingungen schaffen, damit Beruf und Familie vereinbar seien. Der demografische Wandel und die zu uns kommenden Flüchtlinge seien eine Chance. „Der Vortrag war interessant“, sagte Petra Herbrich, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rathenow, in den anschließenden Gesprächen. „Aus dieser Sicht habe ich das Thema noch nicht gesehen.“

Von Uwe Hoffmann

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