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Aufwind für das Stadtbild

Den KWR-Wohnblock in der Berliner Straße 8/9 wird bald ein modernes Kunstwerk schmücken Aufwind für das Stadtbild

Das Stadtbild Rathenows hat sich in den letzten Jahren zweifellos zum Besseren gewandelt. Leer stehende Gebäude wurden abgerissen. Straßen und Plätze in Wohnvierteln wurden durch Neugestaltung aufgewertet.

RATHENOw/ZollchoW. . Mit Mitteln des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ wurden Häuserblöcke saniert und umgebaut, die Wohnqualität hat sich verbessert. Und nicht zuletzt wurde durch den millionenschweren Umbau des Rathenower Zentrums die Aufenthaltsqualität gesteigert.

Seit dem vergangenen Jahr wird der Wohnblock Berliner Straße 8/9 durch die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) saniert. Ab Mitte Juni, so ist es geplant, wird die Frontseite ein neu geschaffenes modernes Kunstwerk zieren.

„Erst als die Planung abgeschlossen und die Gesamtansicht auf dem Papier sichtbar war, reifte in mir die Idee, in die Umgestaltung und Sanierung des Wohnblocks ein Kunstwerk einzubeziehen“, erinnert sich KWR-Geschäftsführer Hartmut Fellenberg. „Es reicht nicht alte Häuser umzubauen. Die Platte wird Platte bleiben. Wir wollten aber neue Akzente setzen.“ Bereits während der Kunstinstallation „Rathenow aus Licht“, die am 30. November des vergangenen Jahres stattfand, war der Häuserblock ein akzentsetzender Teil des Konzeptes des Berliner Lichtkünstlers Peter Michael Metzler.

Das soll nun dauerhaft so sein. Vier Entwürfe schlug der Künstler Gerhard Göschel vom Galm bei Zollchow für die „Kunst am Bau“ vor. „Das Erfreuliche war, dass der Architekt des Umbaus, Bürgermeister Ronald Seeger in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der KWR, und Hartmut Fellenberg zu verschiedenen Terminen bei mir waren“, so Göschel. „Und alle entschieden sich, nachdem ich ihnen mehrere Varianten präsentiert hatte, für denselben Entwurf“.

Für Gerhard Göschel ist Kunst am Bau kein Neuland. Schon des Öfteren hat er Kunstwerke geschaffen, die in ein Spannungsverhältnis treten zu öffentlichen Gebäuden: So beispielsweise in Karlsruhe (1999) oder in Potsdam (Oberlinhaus, 2004).

Ein Kennzeichen von Göschels zeitgenössischer moderner Kunst sind die leicht wirkenden geometrischen Installationen aus gebogenem Edelstahl, auch aus Holz. So ist auch das Kunstwerk für den Wohnblock in Rathenow eine Installation aus Edelstahl. Göschel begann vor rund einem Jahr mit der Arbeit an dem Werk. Er bog meterlange Edelstahlbänder zu Spiralen. „Während der Arbeit stellte ich fest, dass das Material für die neun Meter lange Mittelachse, welche die Spiralen halten muss, zu weich ist“, sagte Gerhard Göschel. So begann er erneut – dieses Mal mit Federstahl aus Edelstahl. Um das Material zu „bändigen“, hat Göschel ein spezielles Werkzeug hergestellt. Damit konnte er die Stahlbänder über eineinhalb Mal um die eigene Achse zu einer Spirale drehen und fixieren.

„Das Kunstwerk soll Blicke auf sich ziehen und zum Nachdenken anregen“, sagte Hartmut Fellenberg, als er Göschels Atelier am Tag des offenen Ateliers besuchte. „Es gibt zu viel Einförmigkeit, wenn man durch die Stadt geht. Da ist wenig, was einen innehalten oder gar aufschauen lässt.“

Für Mitte Juni ist der Transport des Kunstwerks mit Überlänge vom Galm in die Kreisstadt geplant. Es soll an der linken Außenseite (vom Märkischen Platz aus gesehen) des Wohnblocks Berliner Straße 8/9 angebracht werden. Die Spiralkunst, Titel „Aufwind“, schwebt dann, längs angebracht, vier Zentimeter vor der Hauswand des Gebäudes, rund neun Meter lang.

Dass über die Kunstinstallation gesprochen werden wird, das ist ziemlich sicher. „Jede Reaktion – egal ob positiv oder negativ – ist mir lieber als Gleichgültigkeit“, sagt Hartmut Fellenberg. Denn davon gebe es wahrlich schon genug.

„Kunst ist für mich die Auseinandersetzung mit den Werten des Lebens, nicht die Dekoration einer seelenlosen Gesellschaft“, fügt Gerhard Göschel hinzu. „Meine Arbeit hat etwas mit Inhalten zu tun, mit Ahnungen und Visionen.“ (Von Uwe Hoffmann)

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