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Havelland Augenspaziergang mit Sehbehinderten
Lokales Havelland Augenspaziergang mit Sehbehinderten
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02:15 17.06.2017
Auf den Daumen schauen, aber auf das Umfeld achten – Anja Bergmann in der Mitte. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Anja Bergmann hat nichts dem Zufall überlassen. Sie hat sie sich mit Mitgliedern des Regionalverbandes Westhavelland vom Blinden- und Sehbehindertenverband zu einem Augenspaziergang mit Sehtraining im Rathenower Optikpark verabredet. Als Ganzheitliche Sehtrainerin will sie möglichst vielen Menschen vermitteln, wie sie auf einfache Art ihren Augen etwas Gutes tun können. Entspannung und Flexibilität sind dafür die Zauberworte.

Um die Flexibilität des Gesichtssinnes zu trainieren, stellt Anja Bergmann ihren Mitspaziergängern diese Aufgabe: Auf den eigenen Daumennagel schauen und langsam vorwärts schreiten. Das Pflaster ist eben, es kann nichts passieren. Und während sich das Auge auf den Daumen heftet, soll das gesamte Drumherum bestmöglich wahrgenommen werden. Damit der eigene dicke Finger interessant genug bleibt, hat Anja Bergmann den Nagel mit einem farbigen Smiley beklebt und selbst dieses Detail nicht dem Zufall überlassen. Die Spaziergänger stellen fest, dass sie gar nicht so wenig wahrnehmen können, selbst wenn sie den Daumen fest im Auge behalten.

Nicht alle Teilnehmer hier können alle Übungen mitmachen

„Selbstverständlich können in diesem Fall nicht alle Teilnehmer alle Übungen mitmachen“, erklärt Anja Bergmann. Aber die Sehbehinderten könnten gut allein entscheiden. Sie sei auch schon auf einer Zusammenkunft der Betreuungsgruppe zu Gast gewesen. Nun sei der Wunsch an sie herangetragen worden, mal einen Augenspaziergang zu machen. Bereits seit 2013 bietet Anja Bergmann im Zusammenwirken mit der Geschäftsführung des Optikparks solche kleinen Wanderungen an. Einmal im Monat an einem Sonnabend oder Sonntag kann zu unterschiedlichen Zeiten augengewandert werden.

Den Optikpark hat Anja Bergmann sich wegen der vielfältigen Bepflanzung ausgesucht. „Wie Oma schon früher sagte: Grün ist gut für die Augen“, erklärt sie. Ihre Begleiter sollten durchaus die Natur bewusst genießen und sich dabei entspannen. Der nächste Halt ist einigen Lockerungsübungen für den ganzen Körper gewidmet. Den Stress des Tages könnte man am Abend mit den Händen von sich abstreifen, macht Anja Bergmann es vor. Morgens könne man sich mit einem leichten Beklopfen der Körperteile langsam mobilisieren. Dann schwingen alle ihre Arme in Form einer liegenden Acht, weil das so schön harmonisch ist.

Die Arme in einer liegenden Acht zu schwingen, kann zur Entspannung des ganzen Körpers beitragen. Quelle: Bernd Geske

Als kleines Geschenk gibt Anja Bergmann die Anleitung für eine einfache Übung zur Regenerierung der Netzhaut mit: Die Augen mit den hohlen Händen abdecken und sich mit Hilfe der eigenen Fantasie entspannende Bilder vorstellen. Dieser Vorgang, Palmieren genannt, kann bis zum Meditieren voran getrieben werden.

„Immer mehr werden unsere Augen in die Zweidimensionalität gezwungen, zum Beispiel durch die Bildschirmarbeit“, erklärt Anja Bergmann, „dabei sind sie doch für das dreidimensionale Sehen geschaffen.“ So könne es geschehen, dass immer mehr Menschen Probleme mit ihren Augen bekommen. Einfache Entspannungsübungen, regelmäßig ausgeführt, könnten da schon zur Besserung beitragen. Mal die Augen zu Baumkronen gegenüber schweifen lassen oder Dachziegel betrachten, rät die Sehtrainerin und zitiert den alten Spruch: „In die Ferne seh’ ich gerne.“

Von Bernd Geske

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