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Aus Geldnot wurde er zum Dieb – Bewährung

Nauen Aus Geldnot wurde er zum Dieb – Bewährung

Aus Geldnot wurde ein 23-Jähriger Mitglied in einer Diebesbande und stahl Gegenstände im Wert von mehreren tausend Euro. Das Amtsgericht Nauen (Havelland) verurteilte den Mann nun wegen sechsfachen Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Der Verurteilte fiel in der Verhandlung durch recht absurde Begründungen für seine Diebeszüge auf.

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Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe.

Quelle: dpa

Nauen. Weil er seine Mietschulden nicht bezahlen konnte, wurde ein heute 23-jähriger Berliner Mitglied einer Diebesbande, die Anfang 2015 in zahlreiche Geschäfte in Dahme-Spreewald, Sachsen und Falkensee einbrach und Gegenstände im Wert von mehreren tausend Euro stahl. Am Montag wurde der junge Mann vom Amtsgericht in Nauen wegen schweren Bandendiebstahls in sechs Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Die erste Tat, an der der damals 20-Jährige beteiligt war, war ein Einbruch in die Geschäftsräume eines Busunternehmens in Mittenwalde (Dahme-Spreewald) am 29. Januar. Dort stahl er gemeinsam mit drei Mittätern einen Laptop und eine Digitalkamera im Wert von rund 874 Euro. Noch in der selben Nacht fuhr die Gruppe weiter nach Luckau, wo sie in einen weiteren Firmensitz des Busunternehmens einbrach und ebenfalls Laptop und Kamera stahl.

Polizei beobachtet Täter beim Einbruch und schnappt zu

Etwa vier Wochen später machte sich der Angeklagte gemeinsam mit seinen Komplizen auf nach Sachsen, wo sie in mehreren Orten Handys, Werkzeuge, Laptops und eine Kaffeemaschine aus Geschäftsräumen stahlen. In der gleichen Nacht versuchten sie auch, einen Tresor zu entwenden. So konnten die Männer den Safe zunächst mit einer Sackkarre aus dem Gebäude schaffen, dieser kippte ihnen kurz darauf jedoch von der Sackkarre, so dass sie ihn in der Nähe einer Tankstelle liegenlassen mussten.

Die Diebestour der Bande konnte erst einige Wochen später in Falkensee beendet werden. Bei dem Versuch, in ein Solarium in der Spandauer Straße einzubrechen, wurden die Männer von Polizeibeamten beobachtet und schließlich festgenommen.

„Ich habe meist nur beim Tragen geholfen“

Gleich zu Beginn der Verhandlung räumte der Angeklagte die Taten ein. Das Gericht wollte nun vor allem wissen, welche Rolle der 23-Jährige innerhalb der Gruppe spielte. Gab es einen Anführer? Wie wurde das Diebesgut aufgeteilt? Gab es einen, der es verkaufte und das Geld dann an die anderen verteilte? Dazu sagte der Angeklagte: „Eigentlich hatten wir alle das gleiche Recht, auch damit niemand allein bestraft wird.“ Dennoch sei er eher ein Mitläufer gewesen, so die Auffassung des Richters. „Ich habe einmal versucht, ein Fenster aufzuhebeln, das hat aber nicht geklappt, danach habe ich meist nur beim Tragen geholfen.“, erklärte der 23-Jährige.

Für eine Mittäterschaft sprach auch die wenige Ausbeute, die der Angeklagte bekommen habe. Einen Laptop, zwei Kameras, ein Handy und eine Kaffeemaschine. Bis auf die beiden Kameras habe der junge Mann die anderen Sachen selbst genutzt. „Ich trinke gern Kaffee und habe die Maschine daher behalten“, so der Angeklagte. Die Kameras haber er hingegen in irgendeinem An- und Verkauf in Berlin-Wedding verkauft. 25 oder 30 Euro habe er dafür bekommen.

Mietschulden treiben Angeklagten zur Diebesbande

Seine Schulden, die entstanden, da sein Mitbewohner aus der gemeinsamen Wohnung auszog, konnte der Angeklagte davon aber nicht bezahlen. Dabei war dies doch der eigentlich Grund, warum der damals 20-Jährige Mitglied der Diebesbande wurde. Drei Monate musste er die Miete selbst zahlen, bevor er einen neuen Mitbewohner, der bereits Teil der Diebesbande war, kennenlernte.

„Ich habe schnell gemerkt, dass er ganz gut lebt, obwohl er eigentlich nicht arbeiten geht“, so der Angeklagte. Also schloss er sich der Gruppe schließlich an, ohne genau gewusst zu haben, womit sie ihr Geld verdienen. „Ich war damals ziemlich dumm. Ich hätte mir einfach schon einen Job suchen sollen, um die Schulden zu zahlen“, sagte er. Dass er nun seit längerer Zeit wieder in einem festen Arbeitsverhältnis als Garten- und Landschaftsbauer steht und nicht mehr straffällig geworden ist, waren für das Gericht auch Gründe, die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

Von Danilo Hafer

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