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Aus für Falkenseer Videothek

Folgen des schnellen Internets Aus für Falkenseer Videothek

Der Boom für die klassische Videothek ist schon länger vorbei. Die Kunden schauen heute digital. Auch die Videoworld in Falkensee konnte dem Online-Angebot nicht standhalten. Sie schloss unlängst ihre Pforten.

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Carsten Heine in der Videoworld – vor dem Ausverkauf

Quelle: Carsen Scheibe

Falkensee. Arnold Schwarzenegger, Tom Hanks und Jennifer Lawrence sind gern gesehene Gäste in jedem Wohnzimmer. Wenn ihre Filme laufen, kommen die Chips auf dem Tisch, macht man es sich auf dem Sofa gemütlich und stellt das Telefon ab. Carsten Heine als Betreiber von Videoworld Falkensee hat lange von der Lust der Falkenseer auf neue Hollywood-Filme profitiert: Seit 1996 gibt es seine Videothek in der Potsdamer Straße, ironischerweise schräg gegenüber vom ALA-Kino, wo die Frischware läuft. Auf 300 Quadratmetern Ladenfläche konnten die Filmfreunde über 7.000 Filme und Computerspiele ausborgen. So mancher Filmabend mit Freunden nahm hier seinen Anfang.

Das war einmal. Vor Ostern lud Carsten Heine zum großen Ausverkauf, inzwischen gibt es Videoworld Falkensee nicht mehr, auch wenn der Namenszug noch am flachen Gebäude klebt. Heine: „Bereits in den letzten Jahren ist die Nachfrage stetig gesunken, da half auch die Blu-Ray mit ihrer HD-Auslösung nichts. Auch unsere deutlich günstigeren Leihgebühren gegenüber den Online-Angeboten konnten den Trend nicht aufhalten. Die Kunden möchten nicht mehr ins Auto steigen, um sich bei uns im Geschäft einen Film zu leihen. Sie sind es inzwischen gewöhnt, die Filme digital zu laden. Ein Klick im Computer reicht aus, und schon kann der Videoabend beginnen.“

Einen deutlichen Aufwärtstrend bei den analogen Ausleihen konnte der Videoworld-Chef zuletzt vor ein paar Jahren verzeichnen: „Als die illegale Film-Download-Seite kino.to geschlossen wurde, da konnten wir auf einmal wieder Ausleihezahlen wie schon lange nicht mehr bestaunen. Da haben wir aber auch ganz deutlich gesehen, wie die zunehmende Verbreitung der Online-Medien an unserem Geschäftsmodell nagt“, so Heine.

Seit dieser Zeit ist es noch einmal einfacher geworden, Filme digital auszuleihen. Online-Händler Amazon schenkt seinen Kunden etwa im Rahmen der Prime-Mitgliedschaft den Zugriff auf einen großen Fundus an TV-Serien und Filmen. Andere Anbieter wie Netflix, Maxdome und Watchever ziehen nach. Für eine kleine Gebühr im Monat steht den Cineasten die ganze Welt Hollywoods offen.

Carsten Heine: „Die Filme werden online ausgeliehen und landen als digitale Kopie auf der Festplatte des Computers. Von hier aus gelangen sie dank moderner Technik leicht auf den Fernseher im Wohnzimmer. Von der Entscheidung, einen Film zu sehen, bis zum Anschauen vergehen so nur wenige Minuten. Seitdem es in Falkensee nun auch ein Breitbandnetz mit schnellem Internet gibt, flutschen die Gigabytes noch schneller durch die Leitung. Ich denke, der Ausbau des Netzes in Falkensee hat uns den endgültigen Todesstoß gegeben.“

Immerhin: Der Ausverkauf der DVDs und Blu-rays war ein gewaltiger Erfolg. Die Kunden standen Schlange und mussten endlos warten, um bis zur Kasse durchzudringen. Auf Facebook wurden Dutzende trauriger Kommentare gepostet. Carsten Heine: „Es tut gut, dass viele Kunden sehr traurig waren, dass wir schließen müssen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele treue Kunden hatten. Also haben wir ja anscheinend vieles richtig gemacht. Die Entwicklung ist aber leider nicht mehr aufzuhalten. Immer mehr Filmfreunde schauen digital, die analoge Videothek hat da keine Chance mehr.“

Von Carsten Scheibe

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