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Havelland Ausbildung trotz Autounfall gemeistert
Lokales Havelland Ausbildung trotz Autounfall gemeistert
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18:24 15.12.2015
Romana Tominski (m.) mit ihren Töchtern Leonie (l.) und Angelie. Quelle: Josephine Mühln
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Rathenow

Der Autounfall im Januar war ein Schock für die kleine Familie. „Ich hatte Angst, dass du nicht wieder nach Hause kommst“, sagt Tochter Leonie. „Aber ich hab euch doch versprochen, dass ich euch nicht alleine lasse“, entgegnet ihre Mutter. Romana Tominski wurde überfahren, als sie ihre Töchter gerade vom Hort abholen wollte.

„Ich war auf dem Fahrrad unterwegs, wurde angefahren und bin gestürzt“, erinnert sich die junge Mutter. „Als ich auf dem Boden lag, ist das Auto noch mal über meine Beine gefahren.“ Ein Passant habe ihr geholfen und einen Krankenwagen alarmiert. Am linken Fuß trägt Romana noch immer eine Schiene, weil der Fuß eine Schiefstellung hat - „es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis das komplett verheilt ist“, sagt sie.

Abschlussprüfungen wegen des Unfalls fast verpasst

Bis Mai war Romana anschließend krank geschrieben – dabei sollten genau in dieser Zeit auch ihre Abschlussprüfungen für die Erzieherausbildung stattfinden. „Ich hatte schon nicht mehr geglaubt, dass ich daran teilnehmen kann“, sagt die 28-Jährige. Aber sie hat sich durchgebissen und die Prüfungen mit Bravour bestanden.

Romana und ihre Töchter sind in der Großen Milower Straße in Rathenow zu Hause. Die 9-jährige Leonie und ihre 8-jährige Schwester Angelie besuchen die nahe gelegene Grundschule Am Weinberg. Mathe, Deutsch und Schwimmen seien ihre Lieblingsfächer, verrät Leonie. Ihre Schwester mag „eigentlich alles“. Was sie werden wollen, wenn beide groß sind, wissen die aufgeweckten Mädchen auch schon ganz genau: Leonie hat es der Reitsport angetan und ihre Schwester möchte als Tierpflegerin arbeiten.

Die MAZ-Aktion „Sterntaler“

Die MAZ sammelt wieder Spenden für das Weihnachtsfest, um Wünsche für in Not geratene und von Armut bedrohte Familien in der Region Rathenow, Brandenburg an der Havel und Bad Belzig erfüllen zu können.

Bitte überweisen Sie Spenden auf das Konto, das bei der Brandenburger Bank eingerichtet worden ist mit der IBAN DE77160620730100070700. Kennwort: MAZ Sterntaler. Das Konto wird vom DRK-Kreisverband Brandenburg verwaltet.

Wer eine Spendenquittung benötigt, gibt auf der Überweisung Name und Anschrift an. Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Sachspenden entgegennehmen oder vermitteln.

Zu ihrem Vater haben die Mädchen schon seit gut fünf Jahren keinen Kontakt mehr. „Mein Ex-Freund hat mich nur in Schwierigkeiten gebracht“, erzählt Romana. So habe er beispielsweise während ihrer Abwesenheit immer wieder Partys gefeiert, was zu Problemen mit den Nachbarn geführt habe. „Das geht gar nicht“, stellt auch Tochter Leonie empört fest. Den Vater ihrer beiden Töchter hat Romana im Heim kennengelernt. Da war die Rathenowerin als Jugendliche - „aber nur kurzzeitig, weil ich eine schlimme Phase hatte“, sagt sie und lächelt verlegen.

„Das habe ich ganz alleine geschafft!“

Nachdem Romana sich von ihrem Ex-Partner losgesagt hatte, begann sie eine Ausbildung in der Gastronomie. „Das war aber mit zwei Kindern einfach nicht zu schaffen“, erinnert sich die junge Mutter. „Deshalb habe ich nach anderthalb Jahren abgebrochen und wollte mich neu orientieren.“ Mittlerweile hat sie eine Ausbildung zur Sozialassistentin erfolgreich abgeschlossen und im Mai folgte der Abschluss der Erzieherausbildung. Auch ihren Führerschein hat sie in der Tasche. Sie lebte während der Ausbildungen von Hartz IV und der Ausbildungsförderung Bafög. „Ich habe die Kosten für die Fahrschule in Raten bezahlt und kann zum ersten Mal sagen ‚Das habe ich ganz alleine geschafft!’“, erzählt sie mit Stolz in der Stimme.

Durch Zufall habe Romana schließlich erfahren, dass im Evangelischen Kindergarten „Regenbogen“ eine Krankheitsvertretung gesucht werde. „Ich hab mich riesig gefreut, dass ich endlich eine Chance bekommen habe, das war ein wirklicher Glücksgriff“, sagt sie rückblickend. Es sei schwer gewesen mit dem kranken Fuß und als alleinerziehende Mutter eine Stelle zu finden. Sie hofft jetzt, dass es eine Möglichkeit gibt, auch langfristig in der Kita zu arbeiten. Dass ihre Töchter dank Sterntaler nun ein neues Kinderzimmer bekommen, macht Romana noch glücklicher – endlich geht es bei der kleinen Familie wieder aufwärts.

Von Josephine Mühln

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