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Ausleih-Telefonzelle: Lesen statt quatschen

Innovative Bibliothek Ausleih-Telefonzelle: Lesen statt quatschen

Das kleine Örtchen Garlitz im Havelland nutzt eine Telefonzelle fremd – nämlich als Ausleihe und Umtauschstation für Bücher. Die Bücherbox funktioniert einfach: Wer möchte, kann sich ein Buch ausleihen und das Buch mit nach Hause nehmen. Wenn es ausgelesen ist, geht’s wieder zurück. Und ist wieder zugänglich für Jedermann.

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Gudrun Lewwe vor der Telefon-Bücherbox

Garlitz. Miss Marple ist eine weltweit bekannte Kriminalfigur. Die Autorin Agatha Christie (1890 - 1976) lässt die hochgewachsene, etwas blasshäutig und zerbrechlich wirkende ältere Dame aus der oberen Mittelschicht in zwölf Romanen und 20 Kurzgeschichten als Amateurdetektivin ermitteln. Miss Marple ist nun auch im havelländischen Luch zu haben: In Garlitz stehen einige Romane mit der oft verfilmten Dame in der Hauptrolle gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus in einer Telefonzelle.

Miss Marple ist da keineswegs allein. Mit ihr sind Karl May, Pippi Langstrumpf und viele weitere literarische Akteure bekannter oder auch weniger bekannter Autoren in dem kleinen rechteckigen Häuschen mit auffallend gelben Farbanstrich einsortiert. Telefonieren kann in der Zelle niemand mehr.

Die Garlitzer nutzen sie als Ausleihe- und Umtauschstation von Büchern. Die Bücherbox funktioniert einfach: Wer möchte, kann sich in der umfunktionierten Telefonzelle ein Buch ausleihen und kann sich das Buch mit nach Hause nehmen. Hat er das Buch gelesen, stellt er es wieder zurück in die Ausleihe. Bringt derjenige das Buch nicht zurück, ist das auch nicht schlimm. Einwohner sorgen aus ihrem Hausbestand für Nachschub. In die Telefonzelle stellen können sie Bücher, die sie schon gelesen haben. Am häufigsten werden in der Telefonzelle jedoch Bücher getauscht.

„So eine Bücherausleihe einzurichten, war der Wunsch vieler Einwohner. Ein paar Leute haben uns schon lange dazu gedrängt“, erzählt Gudrun Lewwe. Sie ist die Vorsitzende des Heimatkulturvereins in Garlitz und Ortsvorsteherin. Der Heimatkulturverein hat die Telefonzelle für 450 Euro von der Telekom gekauft. „Nicht ganz billig“, meint Gudrun Lewwe zum Preis,. „Aber wir wollten die Telefonzelle haben, um eine schöne Idee umsetzen zu können“, erläutert sie, warum der Heimatkulturverein den Preis gezahlte.

Die Gemeinde ließ ein Fundament setzen, auf dem die Telefonzelle aufgestellt werden konnte. Den Ausbau der Zelle mit Regalen hat Vereinsmitglied Friedrich Eckle erledigt. Als „Startkapital“ brachte jedes Vereinsmitglied ein oder mehrere Bücher in die Ausleih- und Umtauschstation. Mehr als 200 Bücher stehen in den Regalen und warten darauf, gelesen zu werden. Es kommt immer wieder neuer Lesestoff und die Bücherbox werde gut angenommen, freut sich Gudrun Lewwe. Gaby Trebesch vom Heimatkulturverein betreut die Garlitzer Telefonzellen-Bücherbox.

Von Norbert Stein

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