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Havelland Ausstellerrekord bei Ausbildungsbörse
Lokales Havelland Ausstellerrekord bei Ausbildungsbörse
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19:15 03.01.2018
Noch dauert es einige Zeit, bis Oliver Klaasen (M.) einen Bus fahren darf. Roger Lewandowski wollte von ihm und Dominik Berg (r.) wissen, warum sie sich für die Ausbildung bei Havelbus entschieden haben. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Oliver Klaasen hat seinen Wunschberuf gefunden. Der 17-Jährige lernt derzeit bei der Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG) Berufskraftfahrer im Personenverkehr, ist im ersten Lehrjahr. Noch im vergangenen Jahr war er unter den vielen Jugendlichen, die sich auf der Ausbildungsbörse im MAFZ nach beruflichen Perspektiven umgeschaut haben. „Ich hatte mir auch andere Berufe angesehen. Hier aber bin ich wunschlos glücklich, das Klima ist sehr familiär“, sagt der Brieselanger, der am Standort Rathenow ausgebildet wird. Ein Freund, der ebenfalls bei der HVG lernt, hatte ihn letztlich auf die Idee gebracht. Ähnlich war es bei Dominik Berg, der am Standort Nauen Kfz-Mechatroniker lernt. „Die Arbeit an Nutzfahrzeugen interessiert mich sehr.“

Am 11. Januar können Schüler aus dem gesamten Havelland erneut auf die Suche nach den für sie geeigneten Berufen gehen. Dann findet die Ausbildungsbörse zum achten Mal statt. „Wir haben in diesem Jahr einen Ausstellerrekord“, konnte Landrat Roger Lewandowski (CDU) am Mittwoch erfreut verkünden. „Es zeigt, dass die Börse auch überregional wahrgenommen und wird und dass es einen großen Bedarf an Fachkräften gibt.“

Und noch etwas ist anders gegenüber den Vorjahren: Die Veranstaltung hat einen neuen Namen: „Börse für Ausbildung und Studium“. So werden auch Hoch- und Fachhochschulen vertreten sein, um noch offene Studienplätze – vornehmlich in der Region – anzubieten. Somit haben sich auch fast alle Gymnasien mit Schülern aus den Klassenstufen 11 bis 13 für die Börse angemeldet. „Viele Unternehmen bieten duale Studiengänge an. Das ist aber noch nicht so präsent. Mit der Börse wollen wir auch auf diese Angebote hinweisen“, so der Landrat. Insgesamt nutzen in diesem Jahr 1375 Jugendliche den Bustransfer zum MAFZ – ebenfalls ein Rekord, wie Lewandowski sagte.

Zunehmend können Lehrstellen nicht besetzt werden. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, für die jungen Leute eine passende Stelle zu finden und umgekehrt für die Firmen geeignete Bewerber“, sagte Sabine Amboß von der Bundesagentur für Arbeit. Erschwerend für die Unternehmen komme die Nähe zu Berlin hinzu. Viele Schulabgänger würden sich eher dorthin oder nach Potsdam orientieren. Außerdem schließen Schüler oftmals mehrere Verträge ab und die Firmen bekommen dann häufig erst kurz vor Beginn der Lehre eine Absage, so Sabine Amboß.

Bei den gemeldeten Lehrstellen im Havelland liegen die Fachkraft für Lagerlogistik mit 78 Plätzen, Berufskraftfahrer (39) und Kaufmann/-frau im Einzelhandel (36) sowie Verkäufer/-in (32) und Mechatroniker (23) ganz vorn. In der Gunst der männlichen Bewerber liegt der Beruf des Kfz-Mechatronikers an der Spitze (47), bei den jungen Frauen ist es hingegen die Medizinische Fachangestellte (32).

Nicht besonders rosig sieht die Situation beim Handwerk aus. Wie die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Havelland Claudia Seeligmann sagte, könne bei bestimmten Berufen die Nachfrage nicht gedeckt werden. Dazu gehören unter anderem der Anlagenmechaniker Heizung/Sanitär, Bäcker, Fleischer oder Bäckereifachverkäuferin. Grundsätzlich gelte im Handwerk: „Wir haben zu kämpfen, die Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen“, sagte sie. So liegt die Abbrecherquote bei etwa 30 Prozent. Deshalb sieht Claudia Seeligmann gerade bei der Berufsorientierung noch Nachholebedarf. Darüber hinaus gebe es eine Reihe von leistungsschwachen Bewerbern, die die Ausbildung letztlich nicht schaffen und fünfeinhalb Jahre umsonst gelernt haben. Sie hofft, dass sich künftig mehr Jugendliche mit guten Noten im Handwerk bewerben. „Dort kann man auch seinen Meister machen oder studieren“, wirbt sie.

Bei der bevor stehenden Ausbildungsbörse möchte auch Havelbus-Geschäftsführer Mathias Köhler weitere Azubis finden, um die Lücke bei den Busfahrern aufzufüllen. Schon jetzt fehlen 13 Kollegen, „was eine enorme Belastung fürs Personal bedeutet“, so Köhler. Zudem verlassen in den nächsten fünf Jahren 25 Fahrer aus Altersgründen das Unternehmen. „Wir wollen deshalb verstärkt Busfahrer ausbilden.“ Pro Jahr soll es fünf Lehrstellen geben, bisher waren es etwa 2. Hinzu kommen Weiterbildungsmaßnahmen.

Von Andreas Kaatz

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