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Von Familie Richart bis Brad Pitt

Ausstellung „Gesichter unserer Stadt“ in Nauen zu sehen Von Familie Richart bis Brad Pitt

Die Ausstellung „Gesichter unserer Stadt“ ist bis zum 30. Oktober in der Galerie am Blauen Haus in Nauen zu sehen. Sie informiert über Menschen, die die Stadt mit geprägt oder auch nur mal kurz vorbeigeschaut haben. Darunter sind Architekten, Bürgermeister und historische wie auch zeitgenössische Promis.

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Bürgermeister Detlef Fleischmann (M.)mit seinen beiden Vorgängern Werner Appel (l.) und Johann Michael von der Linde alias Wolfgang Johl (r.), Ursula Arzbächer (2.v.l.) und Sandra Erstling.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Nauen „Das geht mit schon nahe“, sagt Karin Hagemann mit Blick auf die Schulmappe ihrer Mutter von 1936. Denn die ist jetzt Teil einer Ausstellung in der Galerie am Blauen Haus in Nauen. Ihr Titel: „Gesichter unserer Stadt“.

Zu sehen sind Beiträge und Bilder über Menschen von heute und früher, die die Stadt mit geprägt haben, so wie die Ackerbürgerfamilie Richart. Karin Hagemanns Vater Hans-Joachim Richart trug über viele Jahre Gegenstände zu einem privaten Museum zusammen. Vor kurzem übertrug er die Exponate der Stadt, die demnächst Teil eines öffentlichen Museums sein werden. In der aktuellen Ausstellung erhält der Besucher schon mal einen kleinen Einblick in das Zuhause der Richarts, inklusive Bildern von der grünen, silbernen und goldenen Hochzeit. „Wir müssen mit meinem Vater auf jeden Fall noch mal her, damit er sich das auch anschauen kann“, sagt Karin Hagemann.

Darüber hinaus kann man sich auch über bekannte Architekten wie Max Taut informieren, der seine Spuren in Nauen hinterlassen hat. Nach seinen Plänen wurde das Realgymnasium, das heutige Goethegymnasium gebaut. Sein Kollege Hermann Muthesius zeichnet indes für das monumentale Sendehaus der Großfunkstelle verantwortlich. Auch Wilhelm Voigt, der als Hauptmann von Köpenick bekannt geworden ist, war in Nauen – einen Tag vor seinem großen Coup. Denn eigentlich wollte er sich schon dort der Stadtkasse bemächtigen. Die massive Militärpräsenz in der Stadt ließ ihn jedoch Abstand nehmen von seinem ursprünglichen Plan.

Und natürlich darf auch Gebhard Eckler in der Ausstellung nicht fehlen, der ab Anfang der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts Museumsdirektor in Nauen war und schon zuvor eine wertvolle Sammlung zur Nauener Geschichte zusammengetragen hatte. Joachim Horn, Jahrgang 1929, kannte ihn noch persönlich. „Als Kind habe ich ihn manchmal auf der Straße gesehen“, sagte das verdiente Mitglied der Nauener Heimatfreunde zur Eröffnung der Ausstellung. Dort ist auch ein Buch über die osthavelländische Geschichte zu sehen, das Joachim Horn einst den Heimatfreunden vermacht hatte.

„Wir hatten bereits eine Ausstellung zur Stadtentwicklung mit dem Titel ‚Nauen damals und heute‘. Daraus ist die Idee entstanden, auch eine Ausstellung über die Einwohner, über Geschäftsleute und bekannte Persönlichkeiten zu machen“, sagt Danila Link-Wegener vom Kulturbüro Nauen. Einer der Geschäftsleute ist Olaf Stackebrandt. Der Uhrmachermeister hat unter anderem alte Werkzeuge und auch Informationen zur Familiengeschichte zur Verfügung gestellt. „Ich betreibe das Geschäft nun schon in dritter Generation“, sagt Stackebrandt, dessen zweiter Vorname Otto ist – so wie der Name seines Vaters und Großvaters.

Daneben gibt die Ausstellung aber nicht nur Auskunft zu historischen Persönlichkeiten wie Königin Luise, Kaiser Wilhelm II., Karl Liebknecht oder den jungen Alten Fritz, die Nauen einen mehr oder weniger langen Besuch abgestattet haben. Auch zeitgenössische Promis kommen zu Ehren wie etwa Matthias Schweighöfer, Brad Pitt und sogar Katharina Witt. Die Eiskunstlauf-Ikone ist nämlich in Staaken geboren, ihre Mutter und Großmutter kamen 1947 als Vertriebene nach Nauen.

„Ich denke, dass sich sehr viele Nauener die Ausstellung anschauen werden“, meint Bürgermeister Detlef Fleischmann. Und sei es, dass sie sich die Klassenfotos ansehen, die die Nauener nach einem Aufruf zur Verfügung gestellt haben – ob beispielsweise von den Dorfschulen Kienberg und Gohlitz, von der DSF- oder Wilhelm Pieck-Schule. Nicht darauf zu sehen ist indes Kurt Tucholsky. Da streiten sich noch die Gelehrten, ob der undisziplinierte Schüler für einige Wochen tatsächlich in Nauen zur Schule gegangen ist.

Informationen: Die Ausstellung ist bis 30. Oktober in der Galerie am Blauen Haus in Nauen, Gartenstraße, zu sehen. Geöffnet ist mittwochs bis freitags jeweils von 9 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils 14 bis 17 Uhr. der Eintritt kostet 1 Euro. Telefon: 03321/402461.

Von Andreas Kaatz

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