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Ausstellung beschäftigt sich mit Störchen

Schönwalde-Glien Ausstellung beschäftigt sich mit Störchen

Die Ausstellung „Störche im Osthavelland“ ist bis Januar nächsten Jahres im Schönwalder Rathaus zu sehen. Sie informiert darüber, was ein Storch so frisst, wo er im Herbst hinfliegt und wie es die Jahre über mit dem Nachwuchs hierzulande ausgesehen hat. Zudem gibt es einen Einblick in die Arbeit der Storchenbetreuer vom Naturschutzbund.

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Die Störche fühlen sich im Havelland nicht nur auf Masten, sondern auch auf Dächern wohl.
 

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwalde-Glien.  Kann Schönwalde-Glien demnächst mit einem Kindersegen rechnen? Als die ersten Exponate der Ausstellung „Störche im Osthavelland“ im Rathaus hingen, wurde jedenfalls schon mal über die Möglichkeit geflachst, dass Adebar der einen oder anderen Besucherin ins Bein zwicken könnte, wie Bodo Oehme augenzwinkernd zum Besten gab. Der Bürgermeister eröffnete am Dienstag gemeinsam mit Storchenbetreuerin Claudia Jörg die Schau über die Störche in der Region.

Das mit dem Zwicken ist aber dann doch eher unrealistisch. Zwar gibt es in der Ausstellung einen echten (ausgestopften) Storch, der allerdings in eine Glasvitrine gesperrt ist. Die Leihgabe vom Storchenhof Loburg wird die Ausstellung vor allem für Kinder besonders anschaulich machen. Ansonsten erfährt der Besucher einiges darüber, was ein Storch so frisst, wo er im Herbst hinfliegt und wie es die Jahre über mit dem Nachwuchs hierzulande ausgesehen hat. Fotos zeigen kämpfende Störche in Ribbeck. Beim Aufbau der Ausstellung half auch die Gemeindeverwaltung unbürokratisch, sorgte schnell für eine Vitrine für den Storch.

„Der Storch ist ein Sinnbild für den Zustand und die Erhaltung von Natur“, erklärt Claudia Jörg. Er brauche eine natürliche Umgebung, wo er sich mit Nahrung versorgen und seine Brut aufziehen kann. Das sei heutzutage leider nicht mehr überall möglich. Der Naturschutzbund (Nabu) möchte mit der Ausstellung auch darauf aufmerksam machen, „dass der Storch zwischen den riesigen Feldern Flächen benötigt, die nicht überdüngt sind und auf denen er sein Futter finden kann“. Dabei gehe es nicht nur um diese Vögel, sondern auch um andere Tiere sowie um Pflanzen.

Dass die Ausstellung, die vorher in Senzke zu sehen war, nun in Schönwalde-Glien Station macht, hat durchaus seine Berechtigung. Denn von den insgesamt 84 Horsten im Osthavelland befinden sich allein zehn in den Ortsteilen der Gemeinde. „Und von denen sind fünf Nester regelmäßig besetzt mit Paaren, die dort ihren Nachwuchs aufziehen“, sagt Claudia Jörg. Sie hat das Ehrenamt des Storchenbetreuers, das sie gemeinsam mit Carsten Horst ausübt, vor einiger Zeit von Dieter Stark übernommen. Der Falkenseer kümmert sich seit 47 Jahren um die Nester auf dem Gebiet des früheren Kreises Nauen. Und nachdem er und seine Frau Ursula die neue Storchenbetreuerin in ihre Aufgabe eingeführt haben, kann er aber trotzdem nicht loslassen. Mit seinem Wissen und Können beim Horstbau steht er ihr immer noch zur Seite, so wie im Frühjahr dieses Jahres. Da galt es, ein neues Storchennest zu errichten, eben in Schönwalde-Siedlung, am Bussardsteig. „Es war der 6. März. Es hat geregnet und es war richtig kalt“, weiß Stark noch. Aber vor allem erinnert er sich daran, dass unerwartete Unterstützung kam: „Einige Leute aus dem Dorf, die gerade aus der Kirche kamen, haben uns geholfen.“

Wenig später landete sogar ein Storch auf dem neuen Horst. Ob es allerdings jener ist, für den der ganze Aufwand eigentlich betrieben worden war, ist unklar. Ein Anwohner – 200 Meter entfernt – hatte den Nabu 2015 auf einen Storch aufmerksam gemacht, der auf einer abgeschnittenen Weide in seinem Garten ein Nest bauen wollte. Dies war aber ebenso erfolglos wie auf einem Dach. Möglicherweise wird der Horst 2017 von einem Pärchen angenommen, das dort dann seine Jungen groß zieht. 2016 war nämlich kein gutes Storchenjahr. Nur 48 Jungvögel wurden gezählt sowie 19 tote Küken. „Das Frühjahr war viel zu trocken“, sagt Claudia Jörg. Somit gab es zu wenig Kleinfutter wie etwa Regenwürmer.

Mittlerweile sind die havelländischen Störche schon lange abgeflogen in wärmere Gefilde. Aber nicht jeden der Großvögel zieht es dorthin. So wusste der Schönwalder Olaf Sünkel am Dienstag zu berichten, dass sich in den vergangenen Wintern immer wieder ein Storch am Bäckerberg auf einem Hausdach gesonnt hat, bevor er dann wieder Richtung „Dorf“ geflogen ist.

Von Andreas Kaatz

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