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Havelland Ausstellung des Frauenmuseums in Spandau
Lokales Havelland Ausstellung des Frauenmuseums in Spandau
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13:39 08.10.2013
Künstlerin Gabriele Styppa lebt in Priort. Quelle: Marlies Schnaibel
Priort/Spandau

Sie sind die Lieblinge der Ausstellungsbesucher: Hilde und Horst. Kleine Figuren aus Modelliermasse. Gabriele Styppa hat das Paar geformt und für die Ausstellung „Heim-Spiel“ in Szene gesetzt. Zu sehen ist es im Gotischen Haus von Spandau.

Das Frauenmuseum Berlin und das Kunstamt Spandau hatten die Ausstellung für Künstlerinnen aus Spandau und dem Umland ausgeschrieben. „So hatten wir auch eine Chance mitzumachen“, freut sich Gabriele Styppa, die vor Jahren aus Berlin ins havelländische Priort gezogen war. „Das Thema war meins“, erinnert sie sich an ihre ersten Gedanken, als sie von der Ausschreibung zu einer Ausstellung „Heim-Spiel“ las. Das Thema hat sie immer beschäftigt, wahrscheinlich auch deshalb so tief bewegt, weil ihre Eltern durch den Krieg ihr Heim und ihre Heimat verloren hatten.

Gabriele Styppa schuf Horst und Hilde. Aus dem vermeintlich gemütlichen Essen wird ein Drama Strindberg’schen Ausmaßes. Die Künstlerin baute einen Raum, stattete ihn mit Puppenmöbeln aus und drapierte das Paar hinein. Aus Modelliermasse schuf sie das ältere Paar, baute die Szenen einer Ehe: Paar sitzt sich am Tisch gegenüber, Paar diskutiert heftig, Paar streitet sich, Paar geht aufeinander los, Paar tötet sich. Böse Erlösung aus der Ehehölle. Trotzdem sind die Figuren die Lieblinge bei den Ausstellungsbesucher, sie spüren die Nähe zu eigenen Alltagserfahrungen und sie spüren die Gefahr in den pittoresk anmutenden Szenen. Auch den Ausstellungsmachern gefielen Hilde und Horst, sie setzten sie auf den Titel des feinen Katalogs, der zur Ausstellung erschien.

Neben Gabriele Styppa ist mit Carola Czempik eine zweite Künstlerin aus Brandenburg in der Ausstellung vertreten. Carola Czempik aus Glienicke/Nordbahn zeigt die Arbeit „Im Spiegelsaal aber...“ Die Arbeit besteht aus 48 Teilen, in jedem hat die Künstlerin ein anderes Moment, eine andere Ahnung eingefangen. Salze, Gesteinsmehle, Pigmente, Wachs, transparente Papiere, Schellack und Acryl verwendet sie, lässt die Stoffe miteinander agieren, lenkt die chemischen Reaktionen. Salz macht die Arbeiten so besonders, so markant. „Salz ist für unser Leben so wichtig, kein Heim ohne Salz“, beschreibt Carola Czempik ihre Motivation, mit dem Material umzugehen. „Salz ist lebenswichtig und doch bedrohlich zugleich.“

Diese Ambivalenz einzufangen, das reize sie bei ihren Arbeiten. Malerei und Material finden bei Carola Czempik zusammen. Im Juli will sie ihre Kenntnisse an Teilnehmer eines Workshops in der Kulturmühle Perwenitz weitergeben, dort wird mit gemahlenen Steinen und Pigmenten auf Leinwand und Papier gemalt.

In Spandau sind ihre Arbeiten bis zum 24. August zu sehen. Das Frauenmuseum hatte die Heim-spiel-Reihe im vergangenen Jahr in Tempelhof/Schöneberg gestartet. Diesmal hatte eine Jury Bilder, Skulpturen und Fotografien von sechs Künstlerinnen ausgewählt. Gabriele Styppa und Carola Czempik fühlen sich in der Ausstellung sehr gut aufgehoben, loben die künstlerische Qualität und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Unabgesprochen weisen beide auf ihren persönlichen Favoriten: Es ist die Berlinerin Nadja Dittmar, die einen Tisch deckte – mit Fehlstellen. In Fotoalben löschte sie mit weißem Prittstift Erinnerungen an eine Heimat, die mal in der DDR lag, aus.

Frauke Danzer, Sibylla Weisweiler und Nina Heinrich stellen außerdem im Gotischen Haus aus.

Die anregende Ausstellung zeigt, wie vielschichtig Worte wie Heim, Heimat, Heimweh, Heimspiel interpretiert werden können. Hilde und Horst sind eine Version.

Von Marlies Schnaibel

Finissage mit Führung

  • Die Ausstellung „Heim-Spiel“ im Gotischen Haus, Breite Straße 32 in Spandau, läuft bis zum 24. August.
  • Zum Abschluss führen die Künstlerinnen ab 16 Uhr durch die Ausstellung. Es ist eine Veranstaltung initiiert vom Frauenmuseum Berlin und dem Kunstamt Spandau.
  • Geöffnet ist das Haus, in dem sich auch die Stadtinformation befindet, montags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.
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