Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Ausstellung über frühen Terror
Lokales Havelland Ausstellung über frühen Terror
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 16.10.2016
Gabriele Helbig bei der Eröffnung der Ausstellung. Quelle: Hans-Peter Theurich
Anzeige
Falkensee

Über das traurige Kapitel der Konzentrationslager des Dritten Reiches sei das meiste gesagt, könnte man annehmen. Doch die Berliner Kuratorin Iris Hax füllt mit einer Wanderausstellung einen großen weißen Fleck: Am Freitag eröffnete die Schau „Terror in der Provinz Brandenburg. Frühe Konzentrationslager 1933/34“ im Museum Falkensee.

Auf Stellwänden mit lebensgroßen Fotos und vielen Dokumenten wird die grauenvolle Geschichte erzählt. Diese frühen Konzentrationslager hatten die Nationalsozialisten schon vor der Reichstagswahl 1933 geplant. Die Lager wurden in bestehenden Bauten eingerichtet, etwa in einem Zementwerk in Börnicke bei Nauen oder einer Brauerei in der Berliner Straße in Oranienburg. Die Gebäude lagen in den Ortschaften, so dass jeder sie kannte. Was dort geschah, blieb der Bevölkerung nicht verborgen: „Es gab Beschwerden. Eine Frau beklagte sich über die fürchterlichen Schreie der Gefolterten. Sie meinte, sowas könne nicht im Sinne des Führers sein“, sagte Iris Hax.

Die frühen KZ gehören in die sogenannte Phase der Machtergreifung, die mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 begann. Weitere Station der Konsolidierung der Diktatur waren der Boykott jüdischer Geschäfte im April und die öffentliche Bücherverbrennung im Mai 1933. Der Röhm-Putsch im Sommer 1934 markierte das Ende der Anfangsphase.

Mit der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ nach dem Reichstagsbrand trachteten die Nationalsozialisten ihren politischen Gegnern nach dem Leben. Wer nicht rechtzeitig das Land verließ, landete in einem der frühen KZ. Dazu gehörte auch der Meissnershof. Die SA-Standarte 224 in Nauen betrieb das Lager in einem ehemaligen Naturfreundehaus zwischen Hennigsdorf und Velten.

Vor allem Kommunisten aus dem Havelland wurden im Keller gefangen gehalten. Es gab grauenvolle Misshandlungen und noch Schlimmeres. Ernst Walter aus Rohrbeck wurde wegen Waffenbesitzes festgenommen und im Meissnershof ermordet. Einen Prozess gab es nie. Das Lager wurde im Juni 1933 geschlossen und die Gefangenen wurden nach Oranienburg gebracht.

In ihrer Eröffnungsrede wies die Leiterin des Museums, Gabriele Helbig, auf Bezüge zwischen den Folterstätten und Falkensee hin. Der Kinderarzt und KPD-Abgeordnete Georg Benjamin war ein Cousin der Dichterin Gertrud Kolmar aus Finkenkrug. Sie schrieb in ihrem Lyrik-Zyklus über ihn, der im KZ Sonnenburg gefangenen gehalten wurde. „Sie irren im Lager um mit kranken, entsetzten Blicken/ Und leben wahrscheinlich noch. Das können sie nicht begreifen.“ Diese Zeilen stehen als Motto über einem der Räume des Museums.

Es gibt eine weitere Verbindung zwischen Falkensee und den frühen KZs: Der Regionalhistoriker Fritze Müller war Insasse des Lagers Börnicke bei Nauen. Über den Aufenthalt dort schwieg er, nur sein tabellarischer Lebenslauf gibt darüber Auskunft. 1946 begründete Fritze Müller das Falkenseer Museum.

Von Judith Meisner

Zum 14. Mal war beim Treckertreffen in Knoblauch das große Knattern angesagt. Auf der Festwiese des kleinen Ortes waren insgesamt 137 alte und neue Traktoren zu bestaunen. 2300 Zuschauer schauten sich die Trecker an und verfolgten deren gemeinsame Ausfahrt. Ein großes Helferteam machte die Veranstaltung möglich.

16.10.2016

Bei den „Havelländer Gesprächen“ der CDU in Milow forderten Vertreter verschiedener Gemeinden klarere Rahmenbedingungen bei der Umsetzung der geplanten Kommunalreform im Land. Vielen Havelländern bereiten vor allem die Schulden der Stadt Brandenburg große Sorgen. Ein parteiübergreifendes Bündnis will nun eine Aktion starten, um die Reform zu stoppen.

17.10.2016

Die Märkischen Waldtage luden am Wochenende zum Besuch des MAFZ in Paaren im Glien ein. Aber deutlich weniger Besucher als in den Vorjahren kamen in den Erlebnishof. Die kamen, wurden nicht enttäuscht. Sie erlebten Tiere aus der Nähe.

16.10.2016
Anzeige