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Ausstellung zur Kirchbergbebauung

Rathenow Ausstellung zur Kirchbergbebauung

Am Samstag wurde im Chorraum der Sankt-Marien-Andreas-Kirche eine Ausstellung zur Bebauung des Rathenower Kirchbergs eröffnet. Während Stadtplaner Jens Hubald die einzelnen Entwürfe mit ihren Vor- und Nachteilen erläuterte, äußerten sich einige Bürger sehr kritisch zu den Bebauungsplänen.

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Einer der Entwürfe für die Bebauung der Freifläche auf dem Kirchberg. So könnte der Platz vor der Kirche irgendwann aussehen.

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. Im Chor der Sankt-Marien-Andreas-Kirche (SMAK) wurde am Samstagnachmittag eine neue Ausstellung eröffnet. Gewidmet ist sie der Wiederbebauung des Rathenower Kirchbergs. Stadtplaner Jens Hubald hatte die Ausstellung organisiert und stellet sie den rund 70 Besuchern vor. Bauen sei etwas Spannendes, begrüßte Pfarrer Andreas Buchholz die Gäste im Chorraum und nannte als Beispiel das Engagement des Förderkreises zum Wiederaufbau der SMAK. Nun soll sich durch die Bebauung der Freiflächen auch das Umfeld des Gotteshauses verändern.

Jens Hubald machte deutlich, dass die Bebauung des Kirchbergs keinen städtischen Selbstzweck hat. Sehr wohl aber gehöre der Kirchberg zum „historischen Herz“ von Rathenow und sei früher auch bebaut gewesen. Die Wiederbebauung des Kirchberges sei von Beginn an Ziel gewesen, so Hubald. Bereits 2006 beschlossen die Stadtverordneten die Bebauung der Freifläche vor dem Chorraum. Potsdamer Architekturstudenten präsentierten 2015 ihre Ideen zur Gestaltung. Etwa ein Jahr später startete die Stadt ein Interessensbekundungsverfahren. Fünf Vorschläge wurden eingereicht.

Stadtverordnete beschäftigen sich noch einmal mit dem Bauplan

Eine Jury, in der auch die Denkmalbehörde, Planer und Stadtverordnete mitwirkten, bewertete die Vorschläge und kürte einen Sieger. Dem ausgewählten Entwurf der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR) zufolge sollen auf der Freifläche acht Gebäude mit zwölf Wohnungen errichtet werden, ein weiteres freistehendes Haus soll sich architektonisch von den anderen Bauten abheben. Auch ein Gemeindezentrum soll entstehen.

Die Ausstellung zeigt alle fünf Entwürfe. Diese erläuterte Jens Hubald bei einem Rundgang anhand von Zeichnungen und Darstellungen und er zeigte ihre Vorteile und Mängel auf. Dem Sieger des Interessenbekundungsverfahrens habe die Jury mit auf den Weg gegeben, die vorgesehene einheitliche Farbgebung der Dächer und den Verzicht auf Hauseingangstüren zu den umliegenden Straßen sowie eine Prüfung der Einfahrt zur Tiefgarage zu überdenken, erfuhren die Besucher. Auch die Stadtverordneten würden sich noch einmal mit dem Plan beschäftigen und, wenn notwendig, Korrekturen vornehmen.

Bürger sollen sich mit Ideen am Verfahren beteiligen

Nach dem Rundgang wurde diskutiert. Dabei gab es nicht nur Zustimmung für eine Bebauung. Die Wohnhäuser würden den Blick auf die Kirche verstellen, war ein wesentlicher Kritikpunkt. Sie lehne die vorgesehene Bebauung ab und werde dagegen vorgehen, sagte Christl Schneewind. Ein Mann stimmte ihr zu. Andere Besucher meinten, eine Bebauung in angemessener Höhe würde zum Kirchberg passen.

„Wir sind dabei, uns an die Absicht zu gewöhnen“, umschrieb Buchholz den gegenwärtigen Standpunkt der Kirchengemeinde. Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der KWR sagte, dass an den Entwürfen weiter gearbeitet wird. Eine Lösung, die Häuser nicht in der ursprünglich vorgesehenen Höhe zu bauen, gebe es schon. Die Stadtverordneten Jürgen Vogeler und Jürgen Albrecht riefen die Bürger auf, ihre Ideen und Anregungen in das Verfahren einzubringen.

Der lange Weg zur Wiederbebauung

1980 sprach sich eine Interessengemeinschaft für die Bewahrung und Entwicklung des baukulturellen Erbes aus.

1994 wurde die Altstadt als Sanierungsgebiet festgesetzt. Seither flossen rund 30 Millionen in diesen Teil der Stadt.

2006 fasten die Stadtverordneten den Beschluss zur Wiederbebauung der Freifläche auf dem Kirchberg.

Bis 9. April ist die Ausstellung in der Kirche noch zu sehen.

Von Norbert Stein

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