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Havelland Auswildern der Jungtrappen ist abgeschlossen
Lokales Havelland Auswildern der Jungtrappen ist abgeschlossen
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13:12 14.11.2017
Ein Anblick, den man gerne sieht: Eine ausgewilderte Trappe versorgt sich selbst mit Nahrung. Quelle: Martin Winter
Buckow

Anfang November haben die Menschen sich zurück gezogen, nun sind die jungen Trappen sich selbst und den Kräften der freien Natur überlassen. Doch sie sind nicht völlig allein, die halbwüchsigen Vögel sind den wild lebenden Großtrappen gewissermaßen „angegliedert“ worden. Diese vom Aussterben bedrohte Art gibt es deutschlandweit nur noch im Land Brandenburg. Um ihr völliges Verschwinden zu verhindern, werden schon seit Jahrzehnten im Umfeld der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow (bei Nennhausen) Jungtrappen vom Ei an mit der Hand aufgezogen, aufs selbstständige Leben vorbereitet und ausgewildert.

Vor wenigen Tagen ist das diesjährige Programm abgeschlossen worden. Neben dem Havelländischen Luch bei Buckow gibt es noch zwei weitere Einstandsgebiete, wo die frei lebenden Trappen sich aufhalten. Das sind die Belziger Landschaftswiesen und das Fiener Bruch. Zwischen den drei Bereichen gibt es einen Austausch, die Tiere fliegen immer mal hier, da oder dort hin. Wie Henrik Watzke, Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz, berichtet, hatte das Auswildern im Juli begonnen. Zu gleichen Teilen waren 43 Jungtrappen auf die Belziger Landschaftswiesen und in das Fiener Bruch umgesetzt worden. Dort wurden sie in den ersten Wochen noch weiter betreut von den Menschen, die sie bei Buckow nach dem Schlüpfen aufgezogen hatten.

Zu Beginn des Auswilderns werden die Jungtrappen von Menschen betreut, die mit ihnen auf Futtersuche gehen. Quelle: Förderverein Großtrappenschutz

Von den 43 Jungtieren sind bei der letzten Kontrolle noch 26 vorgefunden worden. Sie sind für die Fachleute gut zu erkennen, weil sie beringt worden sind. Jungtrappen lassen ihr Leben, wenn sie von Beutegreifern wie Fuchs und Habicht geholt werden, wenn sie sich verletzen oder krank werden. Die wichtigste Bestandszahl für diesen Jahrgang wird im nächsten Frühjahr erhoben. Die Stunde der Wahrheit kommt immer dann, wenn festgestellt wird, wie viele Tiere es über den Winter geschafft haben.

„Im Frühjahr 2017 hatten wir ermittelt, dass 56 Prozent unserer Jungen überlebt haben“, teilt Henrik Watzke mit. Das sei ein guter Wert – in etwa das, was wilde Hennen mit ihren in der freien Natur aufgezogenen Jungen schaffen. Der neue Kükenjahrgang von 2017 scheint ein guter zu sein. Die Tiere haben ein gut entwickeltes Federkleid und waren früh in der Lage zu fliegen.

2016 und 2017 neue Bestwerte der Bestände

Die Großtrappe ist vom Aussterben bedroht.

In Deutschland gibt es diese Vögel nur noch im Land Brandenburg.

Sie leben im Havelländischen Luch (Amt Nennhausen), Fiener Bruch und auf den Belziger Landschaftswiesen.

Neue Bestwerte der Bestände gab es in den letzten zwei Jahren: Im Frühjahr 2016 wurden 232 Trappen und 2017 im Frühjahr 238 Tiere gezählt.

Im Havelländischen Luch bei Buckow werden keine handaufgezogenen Jungtrappen mehr ausgesetzt, weil die natürliche Reproduktion ausreicht, um den Bestand stabil zu halten. 14 Jungtrappen sind hier gezählt worden, die wild aufgewachsen sind. Im Fiener Bruch waren es sieben, auf den Belziger Landschaftswiesen nur eine.

In diesen Tagen schließen sich die nun schon recht großen Küken den erwachsenen Trappen an, die sich zum Winter hin in zwei großen Gruppen zusammenfinden: Das sind einmal die Hennen mit Jungvögeln und andererseits die alten Hähne. Der Trappenbestand hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. 2015 war dabei ein Rekordjahr. So konnte bei der Bestandskontrolle im Frühjahr 2016 festgestellt werden, dass die Trappenzahl in allen drei Einstandsgebieten um die stattliche Menge von 36 Tieren gewachsen war und sich auf den neuen Bestwert von 232 Vögeln erhöht hatte. Weil das Jahr 2016 verregnet war, war man im Frühjahr 2017 zufrieden, mit 238 Tieren trotzdem eine neue Höchstzahl melden zu können. „Wir hoffen, dass der Winter nicht so hart wird“, sagt Henrik Watzke, „damit wir im nächsten Frühjahr feststellen können, dass der positive Trend angehalten hat.“

Von Bernd Geske

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