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Auszeichnung für Keramik vom Rhinkanal

Friesack Auszeichnung für Keramik vom Rhinkanal

Die Friesacker Keramikerin Nicole Willmann wurde am Montag als „Grüne Gründerin“ ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung werden innovative und nachhaltige Konzepte von Existenzgründerinnen durch Petra Budke, Landesvorsitzende der Bündnisgrünen, gewürdigt.

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Nicole Willmann in ihrer Ladengalerie am Rhinkanal.

Quelle: Marlies Schnaibel

Friesack. Laufkundschaft kennt Nicole Willmann nicht. Sie wohnt am Rhinkanal, da kommt mal ein Angler vorbei oder jemand, der sich verfahren hat. Am Montag besuchte Petra Budke, die Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, die Friesacker Keramikerin und zeichnete sie mit dem Titel „Grüne Gründerin“ aus.

Petra Budke, Nicole Willmann und Martin Wandrey bei der Auszeichnung

Petra Budke, Nicole Willmann und Martin Wandrey bei der Auszeichnung.

Quelle: Marlies Schnaibel

Seit einem Jahr würdigt Petra Budke damit inspirierende und nachhaltige Konzepte von Existenzgründerinnen, den Anfang machte die Schneidermeisterin Annette Venter. Nun also die junge Töpferei „Keramik vom Rhinkanal“. Die drei Buchstaben des Namens – K, v und R – hat Nicole Willmann zu einem Logo verschachtelt, das ihre Waren ziert. Ganz unauffällig, aber selbstbewusst, ist jedem ihrer Stücke die Buchstaben-Troika eingedrückt.

„Frauen müssen sich heute etwas Besonderes einfallen lassen, um im Markt zu bestehen, sich vernetzen und sichtbar sein“, sagt Petra Budke. Der kleine Preis der Grünen Gründerin soll helfen. Dabei hätten die nun ausgezeichneten Frauen oft einmal etwas anderes gelernt.So war es auch bei Nicole Willmann. Geboren in Nauen, ist sie in Groß Behnitz aufgewachsen, sie wurde Tierärztin. Ein Beruf, der sie sehr forderte und zu wenig Zeit für Mann und Kinder übrig ließ, sie hängte ihn an den Nagel. Das mit der Keramik kam dann auf einem Umweg zu ihr. Eine Freundin nahm sie mit zu einem Keramikkurs. „Aber das war eher frustrierend“, erinnert sich Nicole Willmann, das Arbeiten mit Platten hatte ihr nicht gefallen, sie wollte an der Drehscheibe sitzen. Und so sagte sie sich: „Einfach ran und ausprobieren.“ Sie kaufte eine gebrauchte Drehscheibe und einen gebrauchten Ofen und legte los. Lehrbücher und Youtube haben geholfen. Was als Hobby gedacht war, wurde mehr. „An der Drehscheibe zu sitzen und zu spüren, wie aus dem Klumpen Ton die Form erwächst, das ist ein wunderbarer Moment“, erzählt sie. Es ist entspannend und faszinierend zugleich. Nicole Willmann verzichtet auf Schnickschnack, sie formt klare, harmonische Vasen, Schalen, Tassen, Becher. Einen cremigen Grundton, eine matte Glasur – sie unterstreichen die reduzierte Schönheit der Arbeiten. Ihre Glasuren mischt sie selbst aus gemahlenen Quarz, Feldspat und Kreide.

Klare Formen und Farben

Klare Formen und Farben.

Quelle: Marlies Schnaibel

Und weil die Kundschaft nicht zu ihr kommt, geht sie zur Kundschaft. Zieht auf Töpfer- und Kunsthandwerkermärkte, wie am Wochenende in Dallgow-Döberitz. Dann wird sie nicht müde zu erklären, dass die Sachen spülmaschinenfest sind, wie ihr keramischer Coffee-to-go-Becher funktioniert oder was den Clou der französischen Butterdose ausmacht.

www.keramikvomrhinkanal.de

Von Marlies Schnaibel

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