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Auto rast in leeres Buswartehäuschen

Retzow Auto rast in leeres Buswartehäuschen

Ein Auto ist in Rethow (Havelland) in eine leere Bushaltestelle gerast und hat das Wartehäuschen so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss. Der Unfall sorgt jetzt für erneute Diskussionen zur Verkehrssicherheit im Ort. Der Bürgermeister fordert Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt sowie die Errichtung von Fußgängerüberwegen.

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Das demolierte Wartehäuschen an der Hauptstraße, das jetzt wohl abgerissen werden muss.

Quelle: Privat

Retzow. Einen Schreck in der Abendstunde gab es für einige Anwohner in Retzow, die am Donnerstagabend gegen 22.45 Uhr einen lauten Knall gehört haben. Wie sich herausstellte, ist auf der Ortsdurchfahrt – in der Rechtskurve in Höhe des Ärztehauses – ein Auto von der Fahrbahn abgekommen und in die leere Bushaltestelle gerast. Laut Zeugen sei der Fahrer danach ausgestiegen. Wenig später kam ein anderes Auto und lud ihn ein, nachdem man den roten Mitsubishi beiseite geschoben hatte. Danach flüchteten sie. Die Polizei hat das Auto sichergestellt und ist dabei, den Fahrer zu ermitteln, der sich bei dem Unfall verletzt haben muss. Darauf weisen Blutspuren auf dem Lenkrad hin. Zurück blieb eine völlig demolierte Haltestelle. Gesamtschaden: Rund 5000 Euro.

Für Retzows Bürgermeister Heinrich Stumpp ist dieser Vorfall ein erneuter Beweis dafür, dass die Verkehrssicherheit auf der viel befahrenen Straße schnellstmöglich verbessert werden muss. „Wenn es am Tage passiert wäre, dann hätten sogar Leute zu Schaden kommen können“, sagt er. Die hätten nicht so schnell weglaufen können. Deshalb möchte er, dass auf jeden Fall in diesem Bereich ein ständiges Tempolimit von 30 km/h eingerichtet wird, derzeit ist es zeitlich begrenzt. Zudem sei seiner Ansicht nach auch ein Fußgängerüberweg nötig, damit Fahrgäste, die mit dem Bus ankommen, auch sicher die Straße überqueren können, um zum Ärztehaus zu gelangen.

„Wir möchten ja nicht, dass irgendwann wirklich etwas passiert“, begründet Stumpp sein Engagement in der Sache. Denn seiner Ansicht nach habe auch der Lkw-Verkehr durch das Dorf zugenommen. Aus dem Grunde gab es 2015 und auch im vorigen Jahr mehrere Vorstöße der Gemeinde in Sachen Verkehrssicherheit. Die Untere Verkehrsbehörde des Landkreises hatte aber sowohl den Antrag auf 30 km/h als auch auf den Bau von Fußgängerüberwegen an der Ortsdurchfahrt abgelehnt. Der Bürgermeister ist empört, dass es vor dem ablehnenden Bescheid keinen Vor-Ort-Termin mit der Gemeinde gegeben habe. Er will das Thema Verkehrssicherheit auch auf die Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung setzen.

Dort wird es auch die Auswertung einer Verkehrszählung und Tempomessung geben. Im Vorfeld kann Amtsdirektor Christian Pust zumindest schon sagen, dass in dem betreffenden Zeitraum mehr als 85 Prozent Pkws erfasst wurden und etwa zehn Prozent Lkws. „Das ist durchaus eine hohe Zahl“, so Pust zum Lkw-Verkehr. Der hänge allerdings auch davon ab, zu welchen Baustellen die Lkws von der Kiesgrube Möthlow aus fahren.

„Wenn es von der Gemeinde gewünscht ist, werden wir selbstverständlich einen erneuten Antrag an die Verkehrsbehörde stellen“, so Pust. Allerdings warnt er vor zu hohen Erwartungen. Denn die Behörde entscheide nach ihren Kriterien, wozu auch die Verkehrsbelastung der Straße gehören und die Zahl der Fußgänger, die die Fahrbahn an der betreffenden Stelle überqueren.

Der Landkreis indes sieht keine Möglichkeit, dort einen Überweg zu errichten. „Die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Fußgängerüberweges sind in Retzow nicht gegeben. Es dürfen laut Gesetz keine Fußgängerüberwege im Kurvenbereich eingerichtet werden“, teilt die Pressestelle mit. Zumal auch nicht auf beiden Seiten der Straße ein Gehweg vorhanden sei. Deshalb sei dies abgelehnt worden. Der Kreis verweist darauf, dass es im Bereich der Bushaltestelle eine zeitlich beschränkte Tempobegrenzung von 30 km/h gibt, um Schüler sowie andere Personen, die die Straße überqueren wollen, zu schützen. „Der Landkreis hat alle Maßnahmen, die verkehrsrechtlich machbar sind, in Retzow umgesetzt“, wird festgestellt.

Stumpp möchte am liebsten Tempo 30 von der Kurve an der Feuerwehr bis zum Ortsausgang zur B 5 eingerichtet haben sowie auch noch einen Fußgängerüberweg an der Feuerwehr. Zudem will er erreichen, dass das Ortseingangsschild aus Richtung Brandenburg ein Stück Richtung Möthlow versetzt wird. Am anderen Ende hatte dies bereits geklappt, da ist das Schild in Richtung B 5 gerückt, damit die Einmündung der Kirschallee sich schon – beziehungsweise noch – in der Ortslage befindet.

Von Andreas Kaatz

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