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Havelland Autofahrer testen sich in Dallgow
Lokales Havelland Autofahrer testen sich in Dallgow
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17:27 03.05.2016
Bernd Hidde testete sein Reaktionsvermögen. Quelle: Sander
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Dallgow-Döberitz

Der Blick ist fest auf das technische Gerät gerichtet, vorsichtig gibt Bernd Hidde Gas und beschleunigt virtuell auf Tempo 50. Dann ertönt das Signal, die Lampe leuchtet rot auf und Bernd Hidde betätigt ruckartig die Bremse – nach nicht einmal 0,4 Sekunden. „Ausreichend“ lautet das Ergebnis des Reaktionstesters der Polizeiinspektion Havelland. „Das ist völlig in Ordnung“, bewertet Polizistin Martina Bethke die Reaktionszeit des Falkenseers. Unter dem Motto „Teste nicht nur dein Auto, auch dich selbst“ hatte der ADAC Berlin-Brandenburg vor allem ältere Verkehrsteilnehmer zu Mobilitätstagen auf den Parkplatz des Dallgower Havelparks eingeladen.

„Ich habe meinen Führerschein seit 1958 und mir fallen längere Strecken schwerer, als noch vor einigen Jahren. Deswegen bin ich heute hier“, so Bernd Hidde. „Wir wollen die Menschen für dieses Thema sensibilisieren. Im Alter verändert man sich, muss selbstkritisch damit umgehen und sich der neuen Situation anpassen“, so Martina Bethke. „Das Bewusstsein ist in den vergangenen Jahren gestiegen, viele ältere Autofahrer lassen sich regelmäßiger testen, als früher.“ Trotzdem sei es für viele schwer sich in ihrer Mobilität einzuschränken, weiß Wolfgang Weichke vom ADAC. „Gerade, wenn man in ländlicheren Gebieten wohnt, ist man oftmals auf sein Auto angewiesen, um zum Arzt oder zum Supermarkt zu gelangen. Die Hemmschwelle auf den Führerschein zu verzichten ist daher noch höher“, so Weichke.

Über die Option seine Fahrerlaubnis abzugeben hat Bernd Hidde bereits nachgedacht. Und damit ist er nicht alleine. „Sollte sich herausstellen, dass ich mit meinem Fahrverhalten das Leben anderer gefährde, werde ich unter keinen Umständen weiter fahren. Niemand darf sich das Recht herausnehmen andere Menschen in Gefahr zu bringen“, sagt auch Joachim Röding aus Nauen. „Ich bin jetzt 72 Jahre alt und halte es für absolut sinnvoll sich von Zeit zu Zeit selber zu testen“, so Röding.

Und weil zum Autofahren immer auch ein funktionstüchtiges Fahrzeug gehört, hatte sich vor dem großen ADAC-Mobil eine lange Schlange gebildet. „Wir überprüfen im Durchschnitt 35 Autos pro Tag. Die meisten Leute kommen spontan zu uns, bevor sie zum Tüv fahren,. So können sie sicher sein, dass sie keine bösen Überraschungen erleben“, so Kfz-Experte Guido Koppel, der das ganze Jahr mit dem ADAC-Truck unterwegs ist.

Von Laura Sander

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